Medizin- & Biologiestudium ohne Tierverbrauch soll möglich werden

Alternative zum Tierverbrauch - Satis
Alternative zum Tierverbrauch - Satis
Das Humanmedizin-, Biologie oder Veterinärmedizinstudium soll auch ohne Tierverbrauch möglich werden. Es gibt ethische Alternativen in diesen Studiengängen.

Viele junge Schulabgänger wollen studieren. Und stimmt der Numerus Clausus, stehen Studiengänge wie Humanmedizin, Biologie oder Tiermedizin auf der Favoritenliste ganz oben. Angehende Studenten dieser Fachrichtungen wissen allerdings oft nicht, dass sie während des Studiums Tiere töten müssen oder dass sie als Studenten der Veterinärmedizin in einem Schlachthaus assistieren werden. In den Studiengängen Biologie, Human- oder Tiermedizin ist ein Studium ohne extra dafür getötete Tiere in Deutschland zurzeit kaum möglich, obwohl die Alternativen zum "tierverbrauchslosen Studieren" zahlreich sind und Rechtsvorschriften für deren Umsetzung existieren.

Deutsche Hochschullandschaft und Lehrmethoden werden durch Ethik-Ranking transparent

Veröffentlicht wurde eine nach ethischen Kriterien erstellte Umfrage durch SATIS, dem Projekt für humane Ausbildung des Bundesverbands Menschen für Tierrechte. Dafür wurden Hochschuldozenten aller biologischen, medizinischen und veterinärmedizinischen Fakultäten Deutschlands befragt. Im Fokus stand die Frage, welche Tiere für die Ausbildung im Grundstudium eingesetzt werden und ob eine Ausbildung an Alternativen möglich ist. Zu den Alternativen zählten Computer-Simulationsprogramme, filmische Darstellungen, Probanden-Einsätze, Plastinate oder sogenannte Spendertier-Programme, durch die Tiere nach ihrem natürlichen oder aus medizinischen Gründen erfolgten Tod, für die Lehre freigegeben wurden.

Essenz des Satis-Projekts – tierverbrauchslose Alternativen müssen umgesetzt werden

Hauptaussage der Befragung ist, dass nur in der Humanmedizin in den letzten Jahren ein Richtungswechsel, hin zur Ausbildung am Menschen, erkennbar ist. In den Studienfächern "Bachelor of Science Biologie" und "Veterinärmedizin" wurden keine Abschlüsse des Studiums ohne schädigenden Tiereinsatz angeboten. Studenten, die sich aus ethischen Gründen weigern, Tiere für ihre Ausbildung zu töten, können nur auf das Lehramt ausweichen. Andere EU-Staaten, wie Italien, Schweden die Niederlande oder die Ukraine, sind Deutschland weit voraus. Sie sichern die Gewissensfreiheit der Studierenden per Gesetz zu und setzen verstärkt auf ethisch saubere Lehrmaterialien.

Von Ärzten und Wissenschaftlern erfordert die Gesellschaft moralisches Handeln

"Der Grundstein wird bereits in der Ausbildung gelegt", sagt Diplombiologin Astrid Schmidt, Projektleiterin "Satis" beim Bundesverband Menschen für Tierrechte. "Deutschland steht in der Bringschuld, denn das deutsche Tierschutzgesetz verlangt schon seit den Jahr 2006 Tierverbrauch zu Ausbildungszwecken nur dann zuzulassen, wenn der Zweck nicht durch alternative Verfahren erreicht werden kann." Zudem schreibt die neue EU-Tierversuchsrichtlinie allen EU-Ländern vor, ab 2013 in der Ausbildung mögliche Alternativen einzusetzen. Und der Stand für alternative Ausbildungsmethoden ist bereits weit entwickelt. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte möchte mit dem Ethik-Ranking Abiturienten und Studenten eine Entscheidungshilfe geben und Ihnen die Studienplatz- und Berufswahl erleichtern. Lehrende und Behörden erhalten mit Satis Einblick in die bundesweite Approbationsordnung und deren europaweit einheitliche Umsetzung im Bereich des Tierverbrauchs-losen Studiums.

Politik und Wissenschaft sollen die Gewissensfreiheit deutscher Studenten gewährleisten

Von Politik und Wissenschaft wird die Umsetzung der Gewissensfreiheit für Studenten durch Umsetzung des Tierschutzgesetzes einerseits, den Einsatz existierender Ersatzmethoden, Förderung von Ersatzverfahren und Entwicklung fehlender Lehrmethoden anderseits gefordert.

In einem Schreiben an Bundesministerin Annette Schavan und die Kultusminister der Länder hat der Bundesverband diese Forderungen an die Verantwortlichen herangetragen und stellt konkrete Umsetzungskonzepte für die Universitäten mit dem Projekt SATIS zur Verfügung. Nun müssen Politik und Behörden folgen, damit ethisch bedenkenloses Studieren für die folgenden Generationen möglich wird. Der Bedarf ist ethisch gefordert und empirisch nachgewiesen.

Quellen: eigene Recherche, Pressemitteilung "Satis" www.satis-tierrechte.de und http://www.satis-tierrechte.de/uber-satis/#Begriff,

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