Wer die Natur, die wohltuende Wirkung verschiedener Pflanzen auf Körper und Geist, sowie die natürlichen Heilkräfte der unterschiedlichen Pflanzenteile schätzt, kann sich bereits im Frühling mit den wichtigsten Ingredienzen für den Winter versorgen, denn zu dieser Zeit erwachen viele Pflanzen und ihre herrlichen Blüten endlich aus ihrem langen Winterschlaf.
Die Blüten und zarten jungen Triebe vieler Pflanzenarten enthalten wichtige heilende Bestandteile, die bei der Vorbeugung von Erkältungskrankheiten oder zur Stärkung des Immunsystems helfen. Ein Stück unberührte Natur vor der eigenen Haustür hilft dem eifrigen Sammler, an die wichtigsten Zutaten für eine gesunde und wohltuende Kräutermedizin heran zu kommen. Einige Blüten und Pflanzenteile können nur im Frühling gesammelt werden, wie zum Beispiel die Dolden des Schwarzen Holunders oder der Maiwuchs von Nadelbäumen. Hierbei ist es sinnvoll, bereits im zeitigen Frühjahr eine geeignete Stelle zum Sammeln zu finden und im Verlauf des Frühlings diesen Ort immer wieder zu beobachten.
1. Holunderblüten im Frühling sammeln und zu Sirup verarbeiten
Blütenweiß und von weiter Ferne bereits am herrlich süßen Duft zu erkennen ist im späten Frühjahr der Blütenstand des Schwarzen Holunders. Häufig sprießt diese Art von Gewächs an Waldrändern oder an alten Gebäuden, manchmal allerdings auch einfach so mitten auf einer unberührten Wiese. Bei der Ernte ist darauf zu achten, nicht von einem Baum alle Dolden zu ernten, weil sonst die Ausbildung der Früchte nicht erfolgen kann. Außerdem sollte die Pflanze nicht direkt an einer viel befahrenen Straße oder einer Fabrik stehen, da sonst die Schadstoffbelastung zu hoch wäre.
Das Rezept für Holunderblütensirup
- 1,3 kg Holunder-Dolden
- 4,5 kg Zucker
- 4,5 Liter Wasser
- 70 g handelsübliche Zitronensäure
Um dieses Rezept auszuprobieren, kann auch erst einmal die Hälfte aller Zutaten verwendet werden. Das Gleiche gilt auch, wenn nicht genügend Holunder-Dolden zur Verfügung stehen.
Die Zubereitung des Sirups
Das Wasser mit dem Zucker für fünf Minuten kochen lassen und danach die Zitronensäure vorsichtig einrühren. Die noch heiße Flüssigkeit wird über die Dolden gegossen, welche so 24 Stunden ziehen müssen. Am nächsten Tag wird der Holunderblüten-Sud durch ein sauberes Leinentuch gefiltert, in vorbereitete und vorher angewärmte Flaschen gefüllt. Fest verschlossen, sowie kühl und trocken gelagert, hält sich dieser Sirup über mehrere Monate bis in den Winter hinein.
Anwendungsgebiete
Mit eiskaltem Wasser verdünnt ergibt der Sirup ein schmackhaftes Kaltgetränk für heiße Tage. In der kalten Jahreszeit wird der Holunderblütensirup in den heißen Tee gegeben und hilft hervorragend beim Aufwärmen nach einem langen Spaziergang durch die kalten Novembertage. Auch zum Verfeinern von Süßspeisen, Eis oder als „Schuss“ in ein Glas Sekt eignet sich der Sirup.
2. Ein Hustensaft aus Fichtennadeln selber herstellen
Ähnlich wie bei den Holunderblüten verhält es sich mit einem weiteren natürlichen Mittel gegen Husten. Der wohlriechende Saft aus frischen Fichtenspitzen kann nur im späten Frühling, wenn der Maiwuchs beginnt, hergestellt werden. Ein herrlicher wohltuender Spaziergang durch einen Wald, in welchem die duftenden Fichten wachsen, bringt die nötigen Zutaten hervor. Obwohl auch hier wieder darauf zu achten ist, dass sich keine viel befahrene Straße in unmittelbarer Umgebung befindet.
Das Rezept für den Hustensaft aus Fichtennadeln
- 2 Hände voll frischer Fichtenspitzen (entspricht etwa 200 bis 300 g)
- 500 g brauner Zucker
Die Zubereitung des Saftes
Die frischen Spitzen werden im Mai geerntet. Hierbei wird das zarte, noch weiche Grün von den alten Spitzen abgetrennt und in einem Korb oder Stoffbeutel heim transportiert. Der Saft sollte nach Möglichkeit noch am selben Tag angesetzt werden. Dazu müssen die Fichtenspitzen gründlich gereinigt werden und kommen danach in ein großes Schraubglas von etwa 1,5 kg Fassungsvermögen. Es ist allerdings auch möglich, die Menge auf zwei kleinere Schraubgläser zu verteilen.
Der braune Rohrzucker wird in einem Topf verflüssigt und heiß über die Spitzen gegeben. An einem Fenster in der Sonne steht dieses Glas nun für etwa zwei Monate und wird einmal täglich kräftig durchgeschüttelt. Nach dieser Zeit den Sirup abseien und in einem fest verschlossen Schraubglas aufbewahren. Im Kühlschrank gelagert hält sich der Hustensaft so für etwa ein Jahr.
Anwendung bei Husten
Erwachsene nehmen bei Husten täglich zwei bis drei Esslöffel von diesem Saft. Er ist wirkungsvoll, frei von allen chemischen Zusätzen und hilft durch die Kräfte der Natur.
Die Heilpflanzenkunde ersetzt bei Beschwerden nicht den Besuch eines Arztes oder Heilpraktikers. Auch übernehmen weder Autor noch Suite101 Verantwortung für die Risiken einer Eigenbehandlung infolge des Artikels.