Medizinhanf in Österreich legal

Ab Dezember 2008 darf in Österreich Cannabis angebaut werden

Es gibt kaum eine Pflanze, um die sich mehr Mythen und Märchen ranken als um den Hanf. Nun ist es soweit: in Österreich wird Cannabis zu medizinischen Zwecken kultiviert.

Cannabis, Hanf, Marihuana oder wie immer diese Pflanze noch bezeichnet wird, Tatsache ist, dass die Kultivierung dieser Pflanze in Österreich bisher illegal war. Abgesehen von Nutzhanf, der sehr wohl legal angebaut werden darf, da es sich hierbei um eine medizinisch wirkungslose Variante des Hanfs handelt, aus dem beispielsweise Öle oder Pflegeprodukte hergestellt werden, war es bisher nicht erlaubt, Hanf zu produzieren. Doch dies hat sich nach einer Novelle des Suchtmittelgesetzes nun geändert. Österreich gehört jetzt zu den Ländern, in denen Cannabis produziert wird. Doch diese Legaliesierung gilt weiterhin nicht für Privatpersonen.

Wer darf Cannabis kultivieren?

Nach der Novelle des Suchtmittelgesetzes ist nun klar geregelt, dass Cannabis ausschließlich für medizinische Zwecke in Österreich legalisiert wird. Die staatliche Agentur für Gesundheits- und Ernährungssicherheit, kurz AGES, wird diese krautige Pflanze an einem geheimen Ort produzieren. Nach Jahren der Diskussion haben nun die zuständigen Politiker erkannt, dass Hanf im medizinischen Bereich sehr positive Wirkungen auf die Gesundheit des Patienten haben kann.

Wie wirkt Cannabis und welche Inhaltsstoffe sind dafür verantwortlich?

Die chemische Zusammensetzung von Hanf ist zum heutigen Zeitpunkt noch nicht zur Gänze erforscht. Im Harz der Pflanze befinden sich sehr viele unterschiedliche Substanzen, die auf der einen Seite unterschiedlich wirken und sich auf der anderen Seite gegenseitig in ihrer Wirkung beeinflussen. Die bisher wichtigsten Bestandteile sind:

  • THC: Das Tetrahydrocannabinol ist der Hauptstoff von Cannabis und wirkt psychoaktiv, beruhigend, antiemetisch (den Brechreiz hemmend) und erhöht die Pulsfrequenz
  • CBN: Diese Säure senkt den Augeninnendruck, wirkt antiepileptisch und senkt die Pulsfrequenz
  • CBD: wirkt schmerzlindernd, angstlösend, beruhigend, senkt den Augeninnendruck und wirkt außerdem antibiotisch
  • CBC: wirkt ebenfalls schmerzlindernd, beruhigend und entzündungshemmend

Es wird davon ausgegangen, dass diese Pflanze noch andere Wirkungsweisen in sich birgt. Durch ihre bisherige Illegalität wird es allerdings noch seine Zeit brauchen, bis sich weitere Aspekte herauskristallisieren werden.

Bei welchen Krankheiten oder Symptomen kann Cannabis in Zukunft Linderung verschaffen?

Als Begleittherapie bei verschiedensten Krebsformen wird Cannabis in Zukunft unterstützend eingesetzt werden. Gerade während einer Chemotherapie treten sehr häufig unangenehme Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Depressionen und Ängste auf. Cannabis wirkt hochgradig appetitsteigernd und unterstützend gegen Übelkeit. Es hellt die Stimmung auf und verhilft so dem Patienten zu positivem Denken. Weiters beruhigt es und wirkt schmerzlindernd. So kann sich der Patient im Idealfall mit Hilfe dieses Naturproduktes einiges an rein chemischen Analgetika ersparen.

Es gibt etliche Studien, die die positive Wirkung von Hanf belegen. So unterstützt es beispielsweise auch Patienten mit Multipler Sklerose, indem es die Spastiken, die klassisch für diese Erkrankung sind, erheblich mindern kann.

In welcher Form die Einnahme des Cannabis erfolgen wird, ist derzeit noch nicht bekannt. Die Auswirkungen auf das Befinden der Patienten werden sich jedenfalls noch zeigen. Gerade in der Krebstherapie scheint diese Pflanze jedoch eine sehr sinnvolle Unterstützung zu sein.

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.

Doris Rapolter - 1980 in Bad Ischl/Oberösterreich geboren und aufgewachsen. Im Alter von 17 Jahren begann ich meine Ausbildung zur diplomierten ...

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