
- Verlockender Käselaib - Michaela Schmidt-Meier / pixelio.de
Käse begleitet den Mensch seit jeher und ist heute allgegenwärtig. Gouda auf dem morgendlichen Toast, Cheddar bei McDonalds oder Feinschmeckerkäse im Nobelrestaurant. Ganz abgesehen vom Geschmack hat er dabei eine erhebliche Wirkung auf unseren Körper - im positiven und negativen Sinne.
Schließt Käse wirklich den Magen?
Der Mythos, dass Käse den Magen schließt, hat sich über Jahrtausende gehalten. Ursprünglich stammt der Satz vom römischen Schriftsteller Plinius, der wahrscheinlich nicht geahnt hat, welche Wirkung diese Feststellung haben würde. Noch bis ins frühe 20. Jahrhundert behandelte man Patienten, die unter Sodbrennen litten, mit einer Art Milchkur, da man davon ausging, dass das Eiweiß in Milch und Käse die Säure aufsaugt und abriegelt. Heute weiß man, dass Käse die Säureproduktion eher anregt und das Sodbrennen daher nur noch verschlimmert. - Käse schließt den Magen also nicht, er wühlt ihn sogar noch etwas auf.
Käse schlecht für die Knochen
Eigentlich wäre der Verzehr von Käse kein Problem - wenn man sich ausgewogen ernähren würde. Als Ausgleich für Säuren dienen eigentlich Basen, die der Körper beispielsweise durch Obst erhält. Studien zeigen, dass dieses Gleichgewicht von Säuren und Basen in den Industrieländern bei vielen Leuten nicht mehr vorhanden ist. Der Körper muss infolgedessen als Basen fungierende Mineralien wie Kalzium aus den Knochen lösen. Über einen langen Zeitraum hinweg werden diese brüchig und anfällig. Dieses Ungleichgewicht von Säuren und Basen scheint vor allem ein westliches Problem zu sein: Hüftfrakturen erleben in der europäischen Union einen deutlichen Anstieg; die Anzahl soll sich von 400.000 zu Anfang des Jahrtausends auf fast 1.000.000 Fälle im Jahre 2050 mehr als verdoppeln. Seit 2002 zählt Osteoporose laut der Weltgesundheitsorganisation zu den weltweit wichtigsten Krankheiten. In Ländern wie Thailand, Kambodscha oder Vietnam, also Länder ohne großen Käse- und Milchkonsum, sind diese Probleme weitgehend unbekannt.
Käse als Retter für die Zähne
Der Ruf des Käse soll natürlich nicht ganz ruiniert werden. Tatsächlich fand man heraus, dass er vor Karies schützen kann. Insbesondere die Sorten Appenzeller, Edamer, Harzer Käse, Brie und Tilsiter erzielen hier eine gute Wirkung.
Auf den ersten Blick scheint es unlogisch, dass der säurebildende Käse schlecht für die Knochen, aber gut für die Zähne sein soll; beim Kauen wird aber der Speichelfluss angeregt und dadurch die Säuren verdünnt. Außerdem löst der Kauprozess das im Käse enthaltende Phosphat, das der Körper umgehend für den Zahnschmelz verwerten kann. Ein gutes Brot mit Käse kann zwar das Zähneputzen nicht ersetzen, ist aber eine gute Möglichkeit, seine Zähne auch tagsüber und unterwegs etwas zu pflegen.
Natürlich sind all diese Erkenntnisse nur mit Vorsicht in den Alltag einzubauen. Wer genug Obst ist, braucht sich keine Sorgen zu machen, da es die schlechten Wirkungen des Käse neutralisiert. Besonders exotische Käsesorten sind von diesen Ratschlägen natürlich ausgenommen. Aber prinzipiell gilt: Käse ist einfach lecker.
Quellen:
Bitte beachten Sie, dass Suite101-Artikel niemals fachlichen Rat – zum Beispiel durch einen Arzt – ersetzen können.
Bildnachweis: © Michaela Schmidt-Meier
