
- Garten - K.R.Giza
Schon im Vorfrühling werden aufgehängte Nistkästen von Gartenvögeln inspiziert und später gerne von unseren gefiederten Freunden angenommen.
Vögel, die früher häufig in der Stadt zu beobachten waren, verschwinden zunehmend aus dem Stadtbild. So ist beispielsweise die Zahl der Spatzen in den letzten Jahren immer stärker zurückgegangen. Spatzen lieben es, in Gesellschaft zu nisten. Nistkästen, die innen durch eine Trennwand geteilt sind und über zwei separate Einschlupflöcher verfügen, sind für sie ideal.
Viele Vögel sind standorttreu. Sie verteidigen ihre Brutplätze gegen Eindringlinge und Rivalen indem sie Duftstoffe zur Markierung verwenden. Haben sie einmal einen Nistkasten angenommen, so ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie diesen auch im nächsten Frühjahr wieder nutzen werden. Daher ist es wichtig, dass ein Nistkasten, der bereits einmal genutzt wurde, an seinem Platz verbleibt und nicht mehr umgehängt wird. Beim Anbringen der Nistkästen sollte auch an mögliche Gefahren für die Vögel, wie zum Beispiel Fressfeinde, gedacht werden.
Während der Winterzeit sollte dafür gesorgt werden, dass unsere gefiederten Untermieter im Garten täglich Nahrung finden. Oft müssen sie weite Stecken zurücklegen, um eiweißreiches Lebendfutter und vitaminhaltige Früchte zu finden. Nur wer stark und kräftig ist, überlebt und kann sich im Frühling dem Kampf um den Nistplatz stellen.
Ein kräftiges Männchen hat bessere Chancen
Ein kräftiges Männchen, welches seiner Auserwählten auch noch einen Nistplatz anbieten kann, hat naturgemäß bessere Chancen auf ein Weibchen, als ein heimatloser Rivale. Interessant ist es, zu beobachten, wie beispielsweise bei den Blaumeisen ein Nistplatz ausgesucht, besetzt und vom glücklichen Finder als Eigentum markiert wird, denn die Konkurrenz schläft nicht. Ist das neue Heim in Besitz genommen und durch Duftstoffe ausreichend markiert worden, geht es auf Brautschau in die Umgebung, wobei das neue Heim jedoch immer beobachtet wird. Nähert sich doch noch einmal ein Heimatloser, kommt das Blaumeisenmännchen im Sturzflug herbei und stellt kurz aber vehement klar, wer hier Haus und Baumrechte hat. So klein wie die Blaumeise auch ist, an überzeugendem Kampfgeist fehlt es ihr nicht.
Das Interesse eines Weibchens wird durch imposantes Gehabe erweckt
Dann kommt der Tag an dem der kleine Kämpfer in weiblicher Begleitung zum Nistkasten zurückkehrt. Seiner Auserwählten gegenüber kann er ein echter Charmeur sein. Sieht man die beiden zusammen auf einem Ast sitzen, so kann man die weibliche Blaumeise leicht an dem etwas zarteren Längsstreifen auf der Brust erkennen. Das Männchen wirbt um seine Angebetete, indem er mit erhobenem Kopf nach oben streckt und dabei ein deutliches „zi zii“ von sich gibt. Er zeigt sich von seiner besten Seite. Seine Auserwählte ist aber meistens nicht sofort zu überzeugen. Sie flattert immer wieder zu gegenüberliegenden Bäumen und Sträuchern, wobei sie hartnäckig von ihm verfolgt wird. Immer wieder nutzt er jede Gelegenheit, um sie von sich zu überzeugen. Dieses fleißige Werben dauert in der Regel ungefähr einen halben Tag, bis die Brautleute dann sich dann endlich zur Hochzeit in ihren Nistkasten zurückziehen.
