
- Mein Kampf, Filmplakat, Tom Schilling, Götz George - Ufa Film
„Liebe deinen Feind, wie dich selbst“ - Hitler war bereits in jungen Jahren durch und durch voller Hass und Selbst-Hass. Nach seinem Motto: „Mit dem Strom schwimmen nur tote Fische“ - danach lebte er bereits als jugendlicher Maler in Wien. Hätte man ihn auf die Kunsthochschule zugelassen, wären massenhafte Gräueltaten an Menschen erspart geblieben. Tom Schilling spielt in „Mein Kampf“ den jungen Adolf Hitler. Für seine Rolle nahm der sowieso bereits magere Schauspieler zehn Kilo ab und wirkt dadurch, wie Adolf Hitler in jungen Jahren, unterernährt; für den Deutschen Filmpreis 2011 nominierte man Tom Schilling als besten Schauspieler, der nach dieser Rolle eine dreimonatige Auszeit brauchte.
Ost-Schauspieler Tom Schilling spricht hemmungslos ober-österreichischen Dialekt
Tom Schilling war in seiner Jugend Punker, Gruftie, Skater und erhielt für seine Rolle in „Crazy“ den Bayerischen Filmpreis. Als junger Hitler spricht der in Berlin-Mitte geborene Ost-Schauspieler hemmungslos und beeindruckend ober-österreichischen Dialekt (dafür erhielt er Sprachunterricht bei einem Linzer Universitätsprofessor): „Die Masse ist wie ein Weib. Du musst ihr hofieren, schmeicheln, damit sie dir gefügig wird“, während er im Obdachlosen-Asyl des Männerwohnheims der derben Frau Merschmeyer (Karin Neuhäuser, "Emmas Glück") verdünnte Erdäpfelsuppe zu sich nimmt.
Götz George als jüdischer Freund des jungen Hitlers in „Mein Kampf“
Dort freundet er sich mit dem jüdischen Bibelverkäufer Schlomo Herzl (Götz George, „Schtonk!“) an, der ihm seinen typischen Bart stutzt, unter dem er eine Hasenscharte vermutet. Schlomo: „Jeder Mensch ist eine Art Gott.“ „Des Menschenfreude ist Gottesfreude.“ Er rät dem jungen Hitler zu einer Karriere als Politiker und hilft ihm beim Titel seines Buches, rettet ihn vor dem Selbstmord, als er bei der Kunstakademie abgelehnt wird. Zum Dank spuckt ihm Hitler mehrmals ins Gesicht, größenwahnsinnig und von Unsicherheiten und Selbstzweifeln gezeichnet, hetzt er seine Angebetete Gretchen (Anna Unterberger, „Jud Süss - Film ohne Gewissen“) gegen ihn auf, spannt sie ihm aus, geht mit den Deutschnationalen auf „Rattenjagd“, lässt Schlomo wegen angeblichen Kindesmissbrauch verhaften. Das Wien von 1910 wurde in Zittau (Deutschland) gedreht.
„Mein Kampf“ verfilmt von Urs Odermatt nach George Taboris gleichnamigen Theaterschwank
Den Schweizer Regisseur Urs Odermatt fasziniert das Böse und die Abgründe aufzuspüren, die man wegen einer Sozialisierung nicht auslebt. Hitlers Autobiographie erreichte nur deshalb bis 1945 eine Auflage von zehn Millionen, da sie zu allen möglichen Anlässen, wie Hochzeiten, verschenkt wurde. Odermatts „Mein Kampf“ entstand nach dem gleichnamigen Theaterstück von George Tabori (Drehbuchautor Alfred Hitchcocks), der 1952 wegen „unamerikanischer Aktivitäten“ in den USA auf der Schwarzen Liste stand. Später wurde er in Deutschland zu einer Theater-Legende („Mutters Courage“). Urs Odermatts Filmversion pendelt zwischen ridiküler Groteske und illusionslosem Porträt. Sehr sehenswert ist Tom Schilling als junger Hitler, den man ohne mit der Wimper zu zucken mit dem Deutschen Filmpreis als besten deutschen Schauspieler 2011 für diese schwierige Rolle auszeichnen sollte, die er brillant spielt!
„Mein Kampf“ startet am 03. März 2011 bundesweit im Verleih der Ufa Film
