
- Keine Angst vor dem Schulstart - S-M. Erdmann
Nichts ist so aufregend für ein Kind, wie sein erster Schultag. Voll freudiger Erwartung steht es bereit, die Schwelle in dem neuen Lebensabschnitt zu überschreiten. Die Vorfreude übersteigt die Angst vor dem Neuen und Ungewissen. Doch viele Eltern haben in Zeiten von Pisa, gesteigertem Druck in der Schule und der Aussicht auf fehlende Jobangebote und daraus resultierende Arbeitslosigkeit Angst, dass ihr Kind in der Schule nicht richtig mitkommt oder in die Mittelmäßigkeit abrutscht.
Was sollte ein Kind bei Schulbeginn können?
Es ist nicht notwendig, dass ein Kind zum Schulstart schon Lesen und Schreiben kann. Diese Fähigkeiten soll es in der Schule erst lernen. Viel wichtiger und für die weitere schulische Laufbahn von großem Nutzen ist die soziale Kompetenz eines Kindes. Hat das Schulkind schon im Kindergartenalter gelernt einfache Regeln einzuhalten, wird es auch in der Schule diesen Weg einschlagen.
Kann das Kind einer anderen Person länger als 10 bis 15 Minuten zuhören? Kann es sich für diese Zeit mit einer Sache beschäftigen und aufmerksam bleiben? Das sind Fragen, die vor dem Schulbeginn geklärt werden sollten. Es ist von Vorteil, wenn das Kind schon vor Schuleintritt gelernt hat, seine eigenen Bedürfnisse auch mal in den Hintergrund zu stellen und die Bereitschaft zeigt, mit anderen Kindern zusammen zu arbeiten.
Selbstständig sein – Verantwortung übernehmen
Die Kinder kommen wohlbehütet aus dem Kindergarten und stehen nun in der Schule zum ersten Mal auf eigenen Beinen. Gerade deshalb ist es besonders wichtig, dass sie schon als Kindergartenkinder gelernt haben, selbstständig zu sein. Ein wichtiges Thema ist dabei das eigenständige An- und Ausziehen. Nicht nur morgens, bei Schulbeginn, sondern auch vor und nach dem Sportunterricht. Die Fachlehrer haben in der Regel keine Zeit, sich um 25 Schüler zu kümmern, weil diese Hilfe beim Ankleiden benötigen.
Wichtig für das Selbstbewusstsein der Kinder ist das Bewältigen des eigenen Schulwegs. Das ist nicht immer machbar, betrachtet man die langen Wege, die Erstklässler teilweise gehen müssen. Aber der Weg bis zu einer Freundin, zum Bäcker oder bis zum Spielplatz kann auch von Sechsjährigen schon eigenständig bewältigt werden. Lehrer freuen sich außerdem über Kinder, die kleine Arbeitsaufträge zu verstehen und diese selbstständig in die Tat umzusetzen können. Das verantwortungsbewusste Umgehen mit den eigenen Sachen, dem Tornister, den Stiften oder den Turnsachen erleichtert den Kindern den Schulstart enorm. Eltern von Kindern, die sich dazu noch in ganzen Sätzen mitteilen können, müssen dem Schulbeginn nicht ängstlich entgegensehen.
Bewegen heißt fördern
Wie können Eltern ihre Kinder nun unterstützen, ohne sie dabei zu über- oder zu unterfordern? Neben der Musik- und der Kleinkunstschule steht bei vielen Vorschulkindern Englisch, bei manchen sogar Spanisch auf dem Plan. Danach geht es zum Ballett oder zum Fußball. Schach gehört sowieso zum guten Ton und für zu Hause gibt es noch das eine oder andere Lernspiel für den PC oder die Konsole. Je besser und abwechslungsreicher die Frühförderung des Vorschulkindes ausfällt, desto höher ist die Chance einer guten Bildung? Nein! Dabei ist es ganz einfach, seine Kinder zu fördern. Der Arbeitskreis Schule/Kindergarten Iserlohn rät Eltern dazu, für viel, viel Bewegung zu sorgen. Bewegung ist Mangelware in unserer heutigen Zeit. Mit dem Nachwuchs schwimmen gehen, regelmäßige Spielplatzbesuche oder ein Spaziergang im Wald fördern die Kinder auf spielerische Art und Weise von ganz allein. So lernen die Kinder ihren eigenen Körper wahrzunehmen, sich etwas zu zu trauen und vernetzen damit ihre Gehirnhälften.
Was können die Eltern zusätzlich tun?
Vorschulkinder können und sollen im Haushalt mithelfen. So lernen sie Verantwortung zu übernehmen und stärken gleichzeitig das Wir-Gefühl. Dem Kind auch etwas zutrauen, ist die oberste Regel für alle Eltern. Die Kinder sollen kleben, basteln und auch mal beim gemeinsamen Kochen Gemüse schneiden. Das stärkt das Selbstbewusstsein, was sie brauchen, um sich in dieser rauen Zeit durchzuboxen. Das dabei auch mal ein Teller kaputt gehen kann, ein gefüllter Becher mit Saft umkippt oder ein gestecktes Ziel nicht erreicht wird, hilft den Kindern, mit Frust umgehen zu lernen. Für die Eltern ist es wichtig, dass sie sich genügend Zeit für ihren Nachwuchs nehmen, aufmerksam zuhören, ihnen vorlesen oder mit ihnen verschiedene Brettspiele ausprobieren. Dadurch lernen sie, Regeln einzuhalten, sie lernen spielerisch die Zahlen, Mengen und Formen kennen und sie erfahren, wie es ist, wenn man auch mal verliert. Diese Erfahrungen gehören genauso zum Wachsen wie eine ausreichend gesunde Ernährung und viel Liebe.
Bildnachweis: (c) Michael Horn / pixelio.de
