"Meine Frau, unsere Kinder und ich" – Ben Stiller im Kino

Meine Frau, unsere Kinder und ich - Filmplakat - Paramount
Meine Frau, unsere Kinder und ich - Filmplakat - Paramount
Nach "Meine Braut, ihr Vater und ich" und "Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich" läuft seit dem 23. Dezember 2010 der dritte Teil der Reihe im Kino.

Dass irgendwann ein dritter Teil kommen würde, war klar: "Meine Braut, ihr Vater und ich" war im Jahr 2000 ein großer Kassenschlager, überzeugte durch viel Witz und den Zwist zwischen Ben Stiller und Robert De Niro. Ähnlich erfolgreich war der Nachfolger "Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich" im Jahr 2004. Sechs Jahr später läuft nun der dritte Teil im Kino.

"Meine Frau, unsere Kinder und ich" – Die Handlung

Der Grundriss des Films ist genau wie bei seinen beiden Vorgängern: Greg Focker (Ben Stiller) zofft sich wieder gehörig mit seinem Schwiegervater Jack Byrnes (Robert De Niro). Die komplette Familie steht mal wieder zwischen den beiden Streithähnen – dieses Mal auch die beiden Zwillingskinder der Fockers.

Doch Jack hat ein Problem: Anhaltende Herzprobleme sorgen dafür, dass er so langsam ein neues Familienoberhaupt finden muss – und muss erkennen, dass Greg wohl der Einzige ist, der diese Ehre erhalten kann.

Dritter Teil der Reihe leider der schwächste

"Meine Frau, unsere Kinder und ich" hinterlässt einen faden Beigeschmack: Als 08/15-Komödie für zwischendurch ist er gar nicht so schlecht, im Vergleich zu den beiden Vorgängern jedoch verblasst er total. Die simple Idee, dass sich Stiller und Schwiegervater kabbeln, scheint maximal zwei Filme zu tragen – hier wirkt alles wie aufgewärmt, wie schon mal gesehen. Viel Neues passiert leider nicht. Die Charaktere spielen ihre Rollen so, wie sie das auch in den vorangegangenen Filmen bereits getan haben. Das ist zwar solide, aber nicht innovativ. Hervorstechen können dafür Jessica Alba ("Machete") als liebestolle Vertreterin für Potenzmittel sowie Owen Wilson ("Woher weißt du, dass es Liebe ist?") als Ex-Lover von Stillers Frau, der durch eine persönlich gewonnene Erleuchtung auch die Leinwand erhellt.

Viel zu häufig lacht man weniger über Dinge, die geschehen als über die Tatsache, dass man sich daran erinnert, ähnliche Dinge in den vorangegangenen Teilen bereits gesehen zu haben. Dämmert einem diese Tatsache, dann ist der Film leider sehr langweilig. Was jedoch neu ist: Es gibt allerhand Gescherze um Koitales, Anales und Erbrochenes – in einer Quantität, die angesichts der harmloseren Vorgänger überrascht und das Gefühl vermittelt, als wolle man es nun halt mit der (im wahrsten Sinne des Wortes) Brechstange versuchen, die Reihe mit diesem Teil 3 zu krönen. Irritiert darf man somit auch beäugen, dass der Film mit einer Freigabe ab 6 Jahren bedacht wurde, was angesichts vieler Szenen doch deutlich untertrieben zu sein scheint. Eine FSK 12 wäre deutlich angebrachter.

Drehbuch-Autor mit Schreibblockade?

Die fehlende Originalität überrascht besonders, weil der Haupt-Drehbuchautor John Hamburg bereits für Teil 1 und 2 sowie für die weiteren – und deutlich unterhaltsameren – Stiller-Filme "... und dann kam Polly" und "Zoolander" die Skripte verfasste. Regisseur Paul Weitz ("American Dreamz", "Mitternachtszirkus") jedenfalls fällt nicht viel ein, um den Film über den Stand von Fließbandware hinweg zu befördern.

Dass der Film kein Highlight werden würde, hat als einziger wohl Dustin Hoffman geahnt. Spielte er im zweiten Teil noch den Vater von Stillers Frau, so ist er hier nur in wenigen Szenen zu sehen, zu denen er sich zähneknirschend bereit erklärt hatte, nachdem er ursprünglich gar nicht dabei sein wollte. Cineasten dürfen sich zudem natürlich wieder über Barbra Streisand freuen, die nur noch selten auf der Leinwand auftaucht und die diese Filmreihe offenbar so sehr ins Herz geschlossen hat, dass sich dafür immer mal wieder die Rolle der sexbegeisterten Mutter von Stillers Frau annimmt.

Nach den 98 Minuten Laufzeit bleibt nicht viel übrig, das heraussticht und zu nachhaltiger Freude führt: Einige Szenen mit Robert De Niro, alle Szenen mit Owen Wilson – und Jessica Alba in Unterwäsche.

Das Fazit des Films fällt somit sehr ernüchternd aus. "Meine Frau, unsere Kinder und ich" wirkt nicht stimmig, eher unnötig und gezwungen. Die Reihe erhält somit leider keine tolle Weiterführung, sondern wird durch den dritten Teil stark verwässert. Falls ein vierter Teil erscheinen sollte, muss eine deutliche Richtungsänderung her, ansonsten sollte man die Reihe lieber ruhen lassen.

Titel: Meine Frau, unsere Kinder und ich

Originaltitel: Little Fockers

Verleih: Paramount

Land, Jahr: USA, 2010

Regie: Paul Weitz

Buch: John Hamburg, Larry Stuckey

Darsteller: Robert De Niro (Jack Byrnes), Ben Stiller (Greg Focker), Owen Wilson (Kevin Rawley), Dustin Hoffman (Bernie Focker), Barbra Streisand (Rozalin Focker), Blythe Danner (Dina Byrnes), Teri Polo (Pam Focker), Jessica Alba (Andi Garcia), Laura Dern (Prudence), Colin Baiocchi (Henry Focker), Daisy Tahan (Samantha Focker)

FSK: ab 6 Jahre

Deutschland-Start: 23.12.2010

Mathias Wagner, Christine Wagner

Mathias Wagner - Ich bin seit dem 23. April 2010 Mitglied von Suite101 und weiß inzwischen die Möglichkeiten zu schätzen, die mir dieses ...

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