Melneczuk lehrt das Gruseln mit "Geisterstunden vor Halloween"

Geisterstunden vor Halloween, Cover - BLITZ-Verlag
Geisterstunden vor Halloween, Cover - BLITZ-Verlag
Melneczuks erste Zusammenarbeit mit Deutschlands größtem Verlag für phantastische Literatur: eine Sammlung von 31 schwarzen Short-Stories

Wie viele Autoren erhielt er einst ablehnende Formschreiben von Verlagen. Stefan Melneczuk hielt selbstbewusst durch. So wurde der Blitz-Verlag durch das Buch „Marterpfahl“ auf ihn aufmerksam.

Bereits in frühester Jugend tippte Melneczuk seine Geschichten auf Vaters elektrischer Schreibmaschine. „Dass sein Junge wie besessen an Kurzgeschichten arbeitete und Taschengeld in Stephen-King-Bücher investierte, erfüllte ihn mit einer Mischung aus Sorge und Stolz“, beschreibt der Autor seine Entwicklung im Vorwort. Heute kann der Vater sich auf den Stolz beschränken.

Ob im „Schacht der Toten“ oder die überlieferte Legende von „Hungry Hill“ – während der Lektüre schaut der Leser das ein oder andere Mal vergewissernd hinter sich, ob auch wirklich alle Türen geschlossen sind und alles in Ordnung ist.

Reihenweise Angstschauer vom 1. Oktober bis zum Halloween-Ende des Monats

"Streng genommen habe ich 22 Jahre lang an diesem Buch gearbeitet", erzählt der Verfasser jener ebenso rabenschwarzen wie anspruchsvollen Short Stories. Das glaubt man gern, sonst gäbe erstens nicht für jeden der 31 Tage im Oktober jeweils eine Geschichte. Und zweitens in derart unterschiedlicher Herangehensweise. Das Prinzip der Gruselgeschichten ist schließlich, dass der Leser permanent vor Angst die Hand vor die Augen hält, aber durch die Finger hindurch lugt, um weiter zu lesen. Das erreicht Stefan Melneczuk, und zwar an jedem einzelnen Tag des Monats. So am 5. Oktober mit seiner Geschichte „Sand“. Darin fängt alles so wunderbar romantisch an mit den Protagonisten Fay und Neil. Anfangs möchte man am liebsten mit ihnen gemeinsam die Autofahrt miterleben – wenig später ist man froh, sie nicht zu kennen.

Den eigenen Stil hat Melneczuk längst gefunden, doch eine Parallele gibt es zu Stephen King

Während man Stephen King ein seinen Geschichten entsprechendes Äußeres nachsagt, ist Stefan Melneczuk der sympathische Typ von Nebenan. Nur einen Haken gibt es: Der Journalist aus Hattingen hat ausgerechnet am 31. Oktober 1970 das Licht der Welt erblickt. "Da lag es nahe, diesem Monat ein ganzes Buch zu widmen – mit einer unheimlichen Geschichte für jeden Tag“, sagt der Autor dazu. Und Melneczuk überzeugt mit klassischen Gespenstergeschichten, Verschwörungen, unheilvollen Visionen und blankem Horror. Als waschechtes Kind der 80er Jahre wird er hierbei unterstützt von Depeche-Mode-Songs.

„Horror mit Anspruch“ ist das erklärte Ziel des Autors Stefan Melneczuk - mit Erfolg

Wie der Autor selbst sagt, sind diese Geschichten nicht nur etwas für die dunklen Tage im Oktober. Das stimmt zwar, doch spätestens jetzt gibt es ja den optimalen Anlass, um dieses Buch zur Hand nehmen – nicht nur, wenn man Gruselfan ist.

Stefan Melneczuk: Geisterstunden vor Halloween, BLITZ-Verlag, 2009, 320 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, Preis: 17,95 €, ISBN: 978-3-89840-284-2

Katrin Asmuss, Foto: Brian Snead

Katrin Asmuss - Ich arbeite als Journalistin, Autorin und PR-Beraterin. Wie man auf dem Profilfoto erkennt, liegt einer meiner Schwerpunkte beim Kabarett. ...

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