
- Memphis: Statue für WC Handy - Jörn Käsebier
Memphis ist nicht nur die größte Stadt des US-Bundesstaats Tennessee, sondern auch einer der weltweit wichtigsten Warenumschlagsplätze. War es im 19. Jahrhundert vor allem die Baumwolle, die auf dem Mississippi verschifft wurde, so werden im 21. Jahrhundert die Sendungen des Logistikkonzerns Fed-Ex per Flugzeug versandt. Doch davon nehmen die Touristen, die auf einer Reise durch die amerikanischen Südstaaten in Memphis Station machen, kaum etwas wahr. Sie konzentrieren sich auf die Musik, das Essen und die kulturellen Angebote der Stadt.
Memphis – Wiege des Blues
Memphis gehört zu den Orten, die sich um den Titel „Wiege des Blues“ streiten. Als Argument führen die Bewohner der Südstaaten-Metropole für sich ins Felde, dass einer der ersten Blues-Songs hier entstand: der Memphis Blues. WC Handy, dem Songschreiber, ist heute ein kleines Museum errichtet, außerdem erinnert eine Statue an ihn.
Touristen können noch ein wenig von der Lebendigkeit des Blues erleben, wenn sie abends die Beale Street erkunden. Hier reiht sich Bar an Café, in fast jedem Lokal gibt es Live-Musik zu hören, darunter im Club der lebenden Blues-Legende B.B. King – zu seltenen Gelegenheiten tritt er hier noch selbst auf. Der Eintritt kostet lediglich ein paar Dollar, und auch die Getränkepreise sind in der Regel moderat. Für die Sicherheit der Besucher sorgen Dutzende Polizisten, die in der Fußgängerzone der Beale Street patrouillieren.
Elvis in Memphis
Die größte Attraktion für viele Memphis-Besucher ist sicherlich das Anwesen von Elvis Presley. Doch nicht nur bei einem Besuch in Graceland kann man auf den Spuren des „King“ wandeln. Elvis ist auch mit einer Statue in der Beale Street verewigt. Über seinen Aufstieg zum Star erfahren Besucher mehr, wenn sie die Sun Studios außerhalb der Innenstadt besichtigen. Dort nahm nicht nur Elvis einige Songs auf, sondern auch Roy Orbison und Johnny Cash. Fans, die danach wie Elvis speisen möchten, machen am besten einen Abstecher zum Arcade, wo Elvis nicht nur höchstpersönlich gespeist hat, sondern auch ein Sandwich nach ihm benannt ist.
Flussfahrt auf dem Mississippi
Wer schon immer mal auf dem „Old Man River“ unterwegs sein wollte, hat dazu einmal am Tag in Memphis die Gelegenheit. Dann startet der Dampfer zu einer kleinen Rundfahrt über den Mississippi (der Anlegeplatz ist gut mit der Straßenbahn erreichbar). Auf der Fahrt bekommt man nicht nur einen schönen Blick auf Memphis, sondern überschreitet nebenbei die Staatsgrenze nach Arkansas, da diese mitten im Strom liegt.
Bürgerrechtsbewegung in Memphis, Tennessee
Memphis ist überwiegend von Afro-Amerikanern bewohnt. Die Stadt hat ihren festen Platz in der Geschichte der schwarzen Bürgerrechtsbewegung, denn am 4. April 1968 wurde Friedensnobelpreisträger Martin Luther King hier bei einem Attentat getötet. Das Lorraine Motel, auf dessen Balkon er erschossen wurde, beherbergt ein sehr sehenswertes Museum zur Geschichte der Bürgerrechtsbewegung, die weit über King hinausgeht.
Hotels in Memphis und Restaurants
Die Zahl der Unterkünfte ist groß. Vor den Toren der Stadt können Touristen günstig in Motels an der Interstate unterkommen. Doch auch in der Innenstadt von Memphis stehen mehrere Hotels und Hostels zur Wahl. Der Lonely Planet empfiehlt das „Peabody Hotel“, das aber nicht die günstigste Lösung darstellt. Ähnliches gilt für das „Heartbreak Hotel“ neben Graceland.
Die Auswahl an Restaurants in Memphis ist ebenfalls groß. Liebhaber von Barbecue kommen voll auf ihre Kosten. Vor allem Pulled Pork ist hier beliebt, doch auch Burger und Rips bekommt man in vielen Lokalen. Eine Empfehlung – wenn auch sicher schon lange kein Geheimtipp mehr – ist Gus’s World Famous Fried Chicken. Das knusprige Hühnchen ist preiswert und lecker und Gus wird daher von Einheimischen aller Schichten und Touristen besucht. Da der Laden jedoch nicht besonders groß ist, muss man eventuell ein wenig auf einen Tisch warten.
