
- Charles Manson - Mirror
Vor rund 40 Jahren wurde der wohl bekannteste Serienmörder aller Zeiten festgenommen und von einem Richter verurteilt: Charles Manson. Bis heute besteht der grausame Mythos um dieses Monster, das selbst niemals getötet, sondern einzelne Mitglieder seines Hippie-Clans, die Manson Family, dazu angestiftet hat. Wie es bei den meisten Verbrechern so ist, galt Charles Manson bis zum Ende als ganz normaler und netter Mann - bis das Biest in ihm ausbrach.
Die Person Charles Manson
Charles Manson war der uneheliche Sohn einer drogenabhängigen Prostituierten, die kurz nach seiner Geburt im Jahre 1934 wegen bewaffnetem Raubüberfall festgenommen wurde. Von da an wurde Manson von einem Verwandten zum nächsten geschoben, bis er schließlich im ersten Erziehungsheim landete. Bereits mit 16 Jahren wurde Charles Manson unter anderem wegen Vergewaltigung, Zuhälterei und Diebstahl zum ersten Mal inhaftiert, aber aufgrund guter Führung durfte er bereits nach drei Jahren wieder aus dem Gefängnis raus.
Dann lernte er die Kellnerin Rosalie Jean Willis kennen, welche später zu seiner Ehefrau wurde. Außerdem gebar sie Charles Manson einen Sohn, der den Namen Charles Junior erhielt. Da der Staat die junge Familie unterstützen wollte, erhielt Manson einen Job als Parkplatzwächter, der ihm eigentlich bei der Resozialisierung helfen sollte. Manson nutzte den Job allerdings dazu aus, Autos aufzubrechen, Einzelteile zu stehlen und wiederum zu verkaufen. Er wurde erwischt und landete schließlich erneut im Gefängnis. Als seine Frau die Scheidung einreichte, gelang ihm zwar ein Gefängnisausbruch, allerdings wurde er schon bald wieder geschnappt, was seine Haftzeit verlängerte. In dieser Zeit entdeckte er seine Leidenschaft für die Malerei und die Musik.
Charles Manson und seine Hippie-Kommune
Im Alter von 32 Jahren, also 1967, wurde Manson auf Bewährung entlassen. Sein Weg führte ihn nach San Francisco, wo er bald nach seiner Ankunft die Manson Family gründete. Der Clan umfasste etwa 20 Mädchen, die alle zwischen 18-24 Jahre alt waren und rote Haare hatten. Außerdem war auffällig, dass jedes dieser Mädchen einen schwierigen sozialen Hintergrund hatte. Da niemand im Clan über viel Geld verfügte, nahm man ab und zu einen vermögenden Mann in die Familie auf, der für eine Weile bleiben durfte.
1968 traf Charles Manson zufällig auf Dennis Wilson, ein Mitglied der Beach Boys. Aufgrund der gemeinsamen Liebe zur Musik, freundeten sich beide binnen kürzester Zeit an und Manson zog mit seinem ganzen Clan bei Dennis Wilson ein. Die beiden verstanden sich so gut, dass Wilson dem nicht unbegabten Manson helfen wollte, groß raus zu kommen und machte ihn dafür mit dem Produzenten Terry Melcher bekannt. Dieser hatte allerdings nur Spott für Manson übrig, was dazu führte, dass er den Zorn von der ganzen Hippie-Kommune auf sich zog. Die Situation spitzte sich soweit zu, dass Manson Wilson drohte, seinen Sohn zu entführen.
Die Manson Family und ihre Taten
Nach dem Vorfall mit Produzent Terry Melcher, wurde Manson zum Diktator seines Clans. Er versorgte "seine" Mädchen mit genügend LSD, dafür durfte er frei über sie verfügen. Außerdem begann er mit der Rekrutierung von weiteren Mitgliedern und lockte sie mit Drogen und Gruppensex. Irgendwann verkündete Manson seinem Clan, dass die Schwarzen 1969 einen Aufstand ins Leben rufen und die Weißen töten würden. Manson war davon überzeugt, dass er dann zum Anführer der Schwarzen gewählt würde. So begann er seinem Clan einzutrichtern, dass es nicht mehr lange dauern würde, bis diese Zeit der Unruhen, die er "Helter Skelter" nannte, beginnt. Den Namen "Helter Skelter" hatte Manson vom gleichnamigen Beatles-Song, in dem er versteckte Botschaften zu hören glaubte.
1969 kam und es passierte nichts. Um sein Gesicht zu wahren, meinte Charles Manson, dass man "den dummen Schwarzen zeigen müsse, wie man Weiße tötet". So befahl er den Manson-Anhängern Charles Watson, Linda Kasabian, Patricia Krenwinkel und Susan Atkins in der Nacht vom 8. auf den 9. August 1969 in das Haus von Melcher einzubrechen und alle sich darin befindlichen Personen zu töten. Melcher wohnte allerdings nicht mehr dort. Statt Melcher töteten die Mitglieder der Manson Family die hochschwangere Schauspielerin Sharon Tate, ihre Freunde Jay Sebring, Abigail Folger und Voyteck Frykowski und den zufällig auf dem Grundstück anwesenden Steven Parent. Sharon Tates Ehemann Roman Polanski war zur Tatzeit nicht zuhause, was ihm sein Leben rettete.
Am nächsten Tag tötete die Gruppe, die sich nun um zwei Personen vergrößert hatte, den Supermarktbesitzer Leno LaBianca und wie bereits im Haus von Tate und Polanski, schmierten die Täter Beschimpfungen an die Hauswände. Außerdem wurde Leno LaBianca das Wort "War" in den Bauch geritzt.
Das Ende von Charles Manson und seinen Anhängern
Am 16. August 1969 wurden Manson und einige der Clanmitglieder wegen Verdachtes auf Autodiebstahl verhaftet. Aufgrund eines falsch datierten Haftbefehls musste man sie drei Tage später wieder gehen lassen. Am 12. Oktober 1969 konnten sie wieder verhaftet werden, da sie eine Straßenbaumaschine in Brand gesteckt hatten. Diesmal konnten sie festgehalten werden.
Nach einigen Wochen konnten Manson und seine Hippie-Kommune zumindest mit einem Mord in Verbindung gebracht werden. Da Susan Atkins im Gefängnis allerdings damit herumprahlte, dass sie an beiden Morden beteiligt war, konnten beide Morde miteinander in Verbindung gebracht werden. Als genügend Beweise vorlagen, begann der Strafprozess gegen den gesamten Clan, einschließlich Charles Manson. Seine Anhängerinnen versuchten glaubhaft zu machen, dass Manson nichts damit zu tun hätte und auch nichts dafür könne, aber diese Aussagen wurden von niemandem ernst genommen. Nach 225 Tagen Isolation im Hotel Ambassador, befand die Jury am 29. März 1971 Charles Manson und die drei weiteren Angeklagten für schuldig. Der Richter verurteilte die vier Angeklagten zum Tode durch die Gaskammer.
Im April 1971 wurde Charles Manson in die Todeszelle eingesperrt, um auf die Urteilsvollstreckung zu warten. Am 18. Februar 1972 erklärte der kalifornische Oberste Gerichtshof die Todesstrafe als verfassungswidrig, worauf alle Todesstrafen zu lebenslanger Haft umgeändert wurden. Seit März 1989 sitzt Charles Manson im kalifornischen Staatsgefängnis in Corcoran, Kings County. Im Mai 2007 wurde Mansons elftes Bewährungsgesuch abgelehnt.
Mittlerweile haben sich die meisten Clanmitglieder von Manson distanziert und sich dem Christentum zugewandt. Einige haben sogar geheiratet und Kinder gezeugt. Nur zwei Mitglieder halten Charles Manson bis heute die Treue.
