
- Vlad Tepes - Wikipedia
Laut Guinness-Buch der Rekorde ist Graf Dracula die Figur, welche von allen mystischen Gestalten bisher am meisten in Horrorfilmen aufgetaucht ist. Der bekannteste Vampir-Darsteller ist wohl Gary Oldman, welcher den untoten Grafen in Bram Stoker's Dracula verkörperte und bei den Saturn Awards für diese Leistung die Auszeichnung als "bester Hauptdarsteller" erhielt. Die Tatsache, dass die Figur des untoten Blutsaugers auf einer realen Person basiert, ist mit der Zeit allerdings in Vergessenheit geraten.
Die Entstehung von Vlad, dem Pfähler
Der im Jahre 1431 geborene Vlad III verbrachte einen grossen Teil seiner Jugend in einem Kerker in der Türkei, da er zuvor von seinem Vater als Pfandmittel an den Sultan ausgehändigt wurde, sozusagen als Versicherung für den Waffenstillstand zwischen den beiden Völkern. Sein sadistischer Kerkermeister fand Gefallen daran, ihn auf alle möglichen Arten zu foltern; so zwang er Vlad dazu, Menschenfleisch und Kot zu essen. Als der junge Draculea schliesslich 14 Jahre alt wurde, musste er seinem Kerkermeister auch für andere Zwecke zu Willen sein. Vlads Wut stieg ins Unermessliche und er verlangte nach Rache.
In der Zwischenzeit starb Vlad II, der Vater vom zukünftigen Pfähler, während eines Angriffs in der Nähe von Bukarest und auch ein Bruder von ihm verlor sein Leben durch die Hand des Feindes. Der junge Vlad musste sich wilde Gräuelgeschichten über den Tod seines Vaters und seines Bruders, Mircea, anhören; man erzählte ihm, dass beide dazu gezwungen wurden, ihr eigenes Grab auszuheben, um danach in Stücke geschnitten zu werden. Dass diese Version nicht der Wahrheit entsprach, wusste Vlad nicht, aber schliesslich war es die Rache, die ihn zu einem grausamen Herrscher werden liess.
Vlad Tepes wird zum Herrscher und blutrünstigen Sadisten
Es waren gleich mehrere Dinge, die ihn zum Albtraum seiner Feinde werden liessen, denn Vlad III war nicht "nur" ein Pfähler. Tatsächlich liebte er es, seine Feinde und Opfer zu quälen, denn die Gepfählten lebten teilweise noch vier Tage lang, bis sie endlich dahin schieden. Um seinen Feinden seine Macht zu demonstrieren, trank er auch das Blut seiner Opfer. Nach einer Weile wurde er von Mohamed II, dem Eroberer von Byzanz, und seinem Heer, welches aus 150.000 Mann bestand, angegriffen. Da Vlad III lediglich 30.000 Mann zu seiner Verfügung hatte, führte er gezwungener massen den ersten Guerillakrieg der Weltgeschichte, woraufhin die Osmanen erschöpft wieder abzogen. Vlad III war jedoch ebenfalls angeschlagen und bat seinen Bruder Radu um Hilfe sowie andere Herrscher, mit denen er sich verbünden wollte. Jedoch wurde die gegenwärtige Schwäche des Pfählers genau von diesen Personen ausgenutzt; vor allem sein eigener Bruder Radu zog daraus seinen Vorteil und erlangte nach einem Angriff auf Vlad III den Fürstentitel. 1462 sah Vlad III sich schliesslich gezwungen, beim ungarischen König Corvinus Schutz zu suchen. Dieser hielt ihn jedoch für einen Spion der Türken und liess ihn dafür für 12 Jahre in einen Kerker in Budapest sperren. Ilona, die Schwester des Königs half Vlad III dabei, dem Gefängnis zu entkommen. Später konvertierte er zum Katholizismus um Ilona heiraten zu können. 1475 wurde Vlad III schliesslich wieder aus dem Kerker befreit, woraufhin er mit Ungarn und Moldavien erneut gegen die Türken in den Krieg zog, was aber keine Ergebnisse mit sich brachte.
Gegen Ende seiner Herrschaft entwickelten sich erneute Spannungen mit Ungarn, was die Türken auszunutzen wussten: Sie fielen in die Walachei ein. Vlad III erkannte seine Unterlegenheit und versuchte die türkischen Truppen zu demoralisieren, indem er mit einer kleinen Gruppe in das Lager des Sultans stürmen und ihn töten wollte. Tatsächlich wurde der Sultan dabei nur leicht verletzt und Vlad III ergriff mit seinen Männern die Flucht. Ilona, die Frau von Vlad III, zweifelte an einem Erfolg und stürzte sich in den Fluss Argus, wo ihr Leben ein Ende fand. Kurz darauf verlor der flüchtige Pfähler auch seinen Sohn, während er ihn noch in den Armen hielt. Da er sich zu Pferde befand, war es ihm nicht möglich, den Leichnam seines Sohnes mitzunehmen. Mittlerweile wurde die Walachei von den Türken geplündert, obwohl sie von den abgetrennten Köpfen von Spionen und ehemaligen türkischen Söldnern empfangen wurden. Da unter den türkischen Männern jedoch bald die schwarzen Pocken ausbrachen, mussten sie die Walachei wieder verlassen.
Der Tod des Pfählers und sein geschichtliches Vermächtnis
An Silvester 1476/1477 wurde Vlad III, der mittlerweile müde und körperlich am Ende war, entweder von den Türken erschlagen oder hinterrücks von einem Mörder enthauptet. Sein zerstückelter Körper wurde in Bukarest in einem namenlosen Grab beerdigt und sein Haupt, welches in Honig konserviert wurde, wurde an Mehmed II gesandt, welcher den Kopf an einer Stange befestigen und zur Schau stellen liess.
Obwohl der Untergang von Vlad's Herrschaft alles andere als spektakulär war, so waren seine Taten zu Lebzeiten umso grausamer und abscheulicher. Um zu untermauern, wie sachlich Vlad III seine Gräueltaten betrachtete, reicht ein Auszug aus seinen Beschreibungen der Pfählungen:
"... die Spiesse von Holz mit Unschlitt oder Talk...
man bindet solchen Übeltätern Seile an die Füsse,
stösst ihnen den Spiess zu dem hinteren Leib hinein...
Zuerst aber kniet der Delinquent
mit in den Staub gedrücktem Haupte nieder,
die angezogenen Oberschenkel gekreuzt;
... und die Bahn hinreichend eingefettet,
der Pfahl aber nicht angespitzt, sondern abgestumpft, ...
die Organe beiseite schiebt,
und wird fünfzig bis sechzig Zentimeter in den Mastdarm eingeführt,
dann mit dem Delinquenten senkrecht aufgerichtet.
Under der Körper mit seiner Schwere drückt Mann oder Weib hinab,
und langsam dringt der Pfahl durch den Körper,
sucht den tödlichen Weg."
