Mercedes W116: Moderner Klassiker mit wegweisender Technologie

Mercedes-Benz S-Klasse von 1972: kantiges Design - Mercedes-Benz
Mercedes-Benz S-Klasse von 1972: kantiges Design - Mercedes-Benz
Im Jahr 1972 brachte Mercedes-Benz seine erste Baureihe in der Oberklasse auf den Markt. Sie trägt erstmals den Name S und war Vorreiter in Sachen Technik.

Als Mercedes-Benz im Jahr 1972 die erste S-Klasse auf den Markt brachte, wollte man nicht nur ein Oberklasse-Fahrzeug bieten, sondern auch Maßstäbe setzen. Zunächst gab es die Versionen 280 S, 280 SE und 350 SE. Im Jahr 1975 folgte das Topmodell 450 SEL 6.9. 1977 ließ die Marke die Welt mit dem ersten Diesel-Motor aufhorchen, der in einer Oberklasse-Limousine zum Einsatz kam. Er hatte einen Hubraum von drei Litern, kam im 300 SD zum Einsatz und war ausschließlich für den Export nach Nordamerika bestimmt. Auch Varianten mit einem um zehn Zentimeter verlängerten Radstand für mehr Raum im Fond wurden offeriert.

Mehr Sicherheit mit verstärkter Fahrgastzelle

Bei der Konstruktion des W116 setzte Mercedes-Benz auf Sicherheit. So lenkten die Ingenieure ihr Augenmerk auf eine für die damalige Zeit noch stabilere Fahrgastzelle: Der Dachrahmen wies eine versteifte Struktur auf. Die Dachpfosten und die Türsäulen waren aus hochfestem Material gefertigt, die Türen verstärkt. Durch eine kontrollierbare Deformationsfähigkeit konnte zudem die Energieabsorption an der Front und am Heckbereich verbessert werden. An der A-Säule setzten die Konstrukteure auf besonders geformte Windleitbleche. Sie leiteten bei Regen das Schmutzwasser geschickt ab. So blieben auch die Seitenscheiben bei schlechter Witterung sauber. Die Blinkleuchten waren seitlich gut sichtbar angebracht. Und die großen Heckleuchten hatten eine gerippte Oberfläche. Das sollte sie unempfindlich gegen Schmutz machen.

Polsterungen im Innenraum, ABS fürs Fahrwerk

Auch im Innenraum sollten sich die Insassen sicher fühlen. So wurde das Armaturenbrett gepolstert. Schalter und Hebel waren deformierbar ausgelegt oder versenkt angeordnet. Und das Vierspeichen-Lenkrad war mit einem Pralltopf und breiter Polsterplatte ausgestattet. Eine weitere Besonderheit war, dass der Benzintank nun über der Hinterachse montiert war. Der Behälter fasste immerhin 96 Liter Kraftstoff. Optimierung gab es auch am Fahrwerk. So war die Vorderachse mit Doppelquerlenkern und Bremsnickabstützung konstruiert. Der Lenkrollradius war null. Ab 1978 wurde die S-Klasse mit dem Antiblockiersystem ABS ausgerüstet. Die Technik verhinderte bei einer Vollbremsung das Blockieren der Räder und erhielt dabei die Lenkbarkeit.

Motoren der ersten S-Klasse

Zunächst gab es die „neue“ S-Klasse in der Ausführung 280 S, 280 SE/SEL. Danach folgten der 350 SE/SEL und der 450 SE/SEL. Topmodell war der 450 SEL 6.9, der ab 1975 angeboten wurde. Der 280 S war mit einem Sechszylinder-Motor ausgestattet, der über einen Hubraum von 2746 ccm verfügte. Daraus holte er eine Leistung von 118 kW (160 PS). Von 1976 an waren es aufgrund der verschärften Abgasgrenzwerte vier PS weniger. Ebenso verhielt es sich mit dem maximalen Drehmoment: 223 und 226 Newtonmeter. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 190 km/h.

Der 280 SE/SEL war mit einer Leistung von 136 kW (185 PS) unterwegs. Später waren es sieben Pferdestärken weniger. Beim Drehmoment waren es 240 Newtonmeter beziehungsweise 274 Newtonmeter, die verfügbar waren. Die Höchstgeschwindigkeit lag fünf km/h über der des 280 S.

Die Versionen 350 SE/SEL gab es gleich in drei Leistungsstufen. Die 3499-ccm-Maschine hatte von 1972 bis 1976 eine Leistung von 147 kW (200 PS). Von 1976 bis 1978 leistete der V8 fünf PS weniger. Von 1978 an hatte das Triebwerk dann zehn PS mehr zur Verfügung. Das maximale Drehmoment lag bei 285 Newtonmetern, die maximal mögliche Geschwindigkeit betrug 205 km/h.

7380 verkaufte 450 SEL 6.9

Im Jahr 1973 kam der 450SE/SEL zu den Händlern. Der 4,5-Liter war mit Leistungen von 165 kW (225 PS) oder 160 kW (205 PS) gesegnet. Er schaffte eine Höchstgeschwindigkeit von annähernd 210 km/h. Das maximale Drehmoment lag bei 370 Newtonmetern. Getoppt wurde die S-Klasse durch den 450 SEL 6.9. Der 6834-ccm-Treibsatz machte die S-Klasse 225 km/h schnell. Seine Leistung: 210 kW (286 PS), sein Drehmoment: maximal 550 Newtonmeter. Der einzig angebotene Diesel, der 300 SD hatte eine Leistung von 82 beziehungsweise 89 kW (111/121 PS). Den Fünfzylinder-Turbodiesel gab es in zwei Hubraumversionen (3000 oder 2998 ccm).

Während der Bauzeit von 1972 bis 1980 wurden insgesamt 473.035 Exemplare der ersten S-Klasse gebaut. Heute erfreut sich der W116 noch großer Beliebtheit. Auch die Ersatzteilversorgung ist über die Mercedes-Benz-Händler oder die Classic-Car-Center der Marke gesichert.

Cornelia Wahl - Schon als Kind war für Cornelia Wahl klar, dass sie etwas mit Technik und Autos zu tun haben wollte. Alles was brummt und fährt, ...

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