Mercury-Programm - die erste bemannte Raumfahrt der NASA

Mercury Raumkapsel aus dem Jahr 1961 - x-ray delta one
Mercury Raumkapsel aus dem Jahr 1961 - x-ray delta one
Das Mercury-Programm der NASA mit dem Ziel, den ersten US-amerikanischen Astronauten ins Weltall zu bringen, fand von 1958 bis 1963 erfolgreich statt.

Das erste große Projekt der US-Weltraumbehörde NASA als Nachfolger der NACA war 1958 das sogenannte Mercury-Programm. Dieses ehrgeizige Projekt der US-Amerikaner hatte den ersten bemannten Raumflug in der Geschichte der US-amerikanischen Raumfahrt zum Ziel. Seinen Anfang nahm das Programm im Oktober 1958 mit dem Beschluss, ein bemanntes Raumfahrtprojekt durchzuführen. Dabei sollte es gelingen, einen Astronauten in die Erdumlaufbahn zu bringen und ihn so die Erde umkreisen zu lassen.

Insgesamt 20 flugfähige Raumkapseln wurden von der NASA für Mercury bestellt

Das Mercury-Programm basierte auf Raketen der United States Air Force. Diese Raketen, vorrangig die Redstone- und Atlas-Raketen, mussten jedoch für das Mercury-Programm einer Weiterentwicklung unterzogen werden, da sie militärischen Zwecken dienten. Diese notwendige Weiterentwicklung lief unter der Führung der US-Weltraumbehörde NASA in Person von Maxime Faget. Letztendlich war es der bekannte Flugzeughersteller McDonnell Aircraft Corporation, der den Zuschlag für den Bau der Mercury-Raumkapseln erhielt. Insgesamt bestellte die NASA neben einigen flugunfähigen Kapseln für Demonstrationszwecke und Testversuche 20 flugfähige Raumkapseln.

Neben der Möglichkeit der Veränderung der Lage und Flugbahn der Kapsel durch den Astronauten an Bord mittels Handsteuerung, konnte die Mercury-Raumkapsel vollständig von der Bodenmannschaft gesteuert werden. Insgesamt betrug das Gewicht einer Kapsel 1.935 Tonnen, der größte Durchmesser betrug 1,89 Meter und ohne Rettungsrakete hatte die Mercury-Raumkapsel eine Höhe von 3,51 Meter. Dies Rettungsrakete war eine zusätzliche Sicherheit für den Astronauten bei einem etwaigen Fehlstart, doch im gesamten Mercury-Programm kam sie nicht ein einziges Mal zum Einsatz. Ein Hitzeschild verhinderte ein Verglühen der Raumkapsel beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre und Fallschirme bremsten sie bei der Landung ins offene Meer. Von dort wurden die Raumkapseln mit Hubschraubern der US Air Force zu Flugzeugträgern gebracht.

Die Rhesusaffen Sam und Miss Sam testeten für die Astronauten das Rettungssystem

Das Mercury-Programm forderte ein Todesopfer. Am 13. Dezember 1958 wurde das Totenkopfäffchen Gordo mit einer Jupiter C-Rakete für knapp acht Minuten in die Schwerelosigkeit befördert. Den Flug überlebte Gordo, doch aufgrund eines Mechanikfehlers am Fallschirm ertrank das kleine Äffchen nach der Landung im offenen Ozean. Nach weiteren Tests, unter anderem am Rettungssystem, startete am 4. Dezember 1959 der Rhesusaffe Sam zu einem Raumflug. Neben dem Test des Rettungssystems wurden medizinische Untersuchungen während des Fluges durchgeführt. Sam überstand den Flug ebenso problemlos wie Rhesusaffe Miss Sam am 21. Januar 1960.

Sieben Astronauten bildeten die "Mercury Seven"

Aus insgesamt 110 Kandidaten wurden am 9. April 1959 in Washington sieben Astronauten für das Mercury-Programm vorgestellt, sie wurden als "Mercury Seven" weltweit bekannt. Die sieben Auserwählten waren:

  • Lt. Commander Alan B. Shepard
  • Captain Virgil I. Grissom
  • Lt. Colonel John H. Glenn
  • Lieutenant Malcolm Scott Carpenter
  • Lt. Commander Walter M. Schirra
  • Captain Donald K. Slayton
  • Captain Leroy Gordon Cooper

Die Sieben befand sich in dem Logo des Mercury-Programms und war zudem als Zeichen des Zusammenhalts und der perfekten Zusammenarbeit auf jeder Mercury-Raumkapsel aufgedruckt. Die Zusammenarbeit der Astronauten, jeder mit einem bestimmten Spezialgebiet, funktionierte über all die Jahre außerordentlich erfolgreich und gilt bis heute als beispielhaft.

Alan B. Shepard war am 5. Mai 1961 der erste US-Amerikaner im Weltall

Nachdem der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin der erste Mensch im Weltall war, war es dem Astronauten Alan B. Shepard vorbehalten, als der erste US-Amerikaner der Geschichte einen bemannten Raumflug durchzuführen. Am 5. Mai 1961 startete die Mission Mercury Redstone 3 ins Weltall, doch erst mit der Mission Mercury Atlas 6 am 20. Februar 1962 gelang es der NASA mit John Glenn den ersten Astronauten in die Erdumlaufbahn zu schicken. Glenn umkreiste insgesamt dreimal die Erde. Am 15. Mai 1963 startete die letzte Mercury Mission, Mercury Atlas 9. In einer Zeit von 34 Stunden und 19 Minuten absolvierte Astronaut Gordon Cooper insgesamt 22 Erdumkreisungen. Das Mercury-Programm wurde offiziell am 12. Juni 1963 von der NASA für beendet erklärt und darauf folgte das Gemini-Programm als weitere Vorstufe für die von US-Präsident John F. Kennedy prophezeite Mondlandung in den 1960er Jahren.

Quellen:

  • Bernd Leitenberger "Das Gemini Programm: Technik und Geschichte"; 3., erweiterte Auflage. 2010, ISBN 978-3-83914-7-986
  • "Event Dokumentation", Kabel Eins vom 14. September 2011
Stephan Schulz, (c) Stephan Schulz

Stephan Schulz - Stephan Schulz schreibt seit Jahren erfolgreich für diverse Printmedien (unter anderem die Fachzeitschrift "Computer" und die ...

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