
- Metadaten - Peter Klau
In der analogen Fotografie war es sehr hilfreich, wenn der Fotograf sich zu jedem Bild die wichtigsten Einstellungen notierte. Auf diese Weise konnte man bei besonders gelungenen oder misslungenen Fotografien genau analysieren, welche Einstellungen zum Erfolg oder Misserfolg geführt haben. Heute ist das nicht mehr nötig, denn digitale Kameras speichern automatisch mit jedem Bild eine Vielzahl von Informationen. Diese wichtigen Informationen werden als Metadaten in die Fotodatei eingebettet. Von den meisten Kameras wird dafür das so genannte Exif-Format verwendet.
Exif – Aufnahmeninformationen der digitalen Fotos
Exif steht als Abkürzung für „Exchangeable Image File Format“ und bezeichnet das Format in dem fast alle digitalen Kameras ihre Metainformationen speichern. Das Format ist eine Variante des JPEG-Formats, das zurzeit von nahezu allen digitalen Kameras verwendet wird, um neben dem Bild noch weitere Informationen zu speichern. Je nach Kamera-Modell werden in den Metainformationen folgende Daten gespeichert: Datum, Uhrzeit, Objektiv, Brennweite, Belichtungssteuerung, Belichtungsmessung, Belichtungsprogramm, Belichtungszeit, Belichtungskorrektur, Blende, ISO, Auflösung, Blitz, Kompression, Farb-Informationen, Typ der Kamera und Name des Besitzers. Die Metadaten in diesem Format können den meisten Foto-Bearbeitungsprogrammen angezeigt, in der Regel aber nicht bearbeitet werden. Wird ein Foto in einem Format gespeichert, das keine Exif-Informationen unterstützt, gehen diese verloren. Deshalb ist es wichtig, immer eine Kopie des Originalbildes zu behalten. Inzwischen gibt es viele Programme zum Extrahieren und Bearbeiten von Exif-Daten.
Neben Exif gibt es noch weitere Arten von Metadaten, die es dem Fotografen ermöglichen, einem Bild weitere beschreibende Information hinzuzufügen. Das können zum Beispiel Hinweise auf die Eigenschaften eines Fotos, Stichworte, Copyright-Vermerke, Aufnahmeort und andere Quellinformationen sein. Zwei der am häufigsten verwendeten Metadatenformate für Bilddateien sind IPTC und XMP.
IPTC - Der Bildbetextungsstandard für Fotos
Dieser Standard stammt aus den 1970er Jahren und wurde von der „International Press Telecommunications Council“ entwickelt. Ursprünglich ein Standard für den Austausch von Informationen zwischen den Nachrichten-Organisationen, entwickelte sich IPTC im Laufe der Zeit zum Standard für Metadaten. Seit 1994 wird der Standard von Adobe Photoshop als „Datei-Info“ für die Benutzer zum Einfügen und Bearbeiten von Metadaten in digitale Bild-Dateien verwendet. Weit verbreitet ist IPTC hauptsächlich bei Bildagenturen, Verlagen und anderen Unternehmen aus dem Bereich Medien.
XMP - das innovative Metadaten-Format von Adobe
XMP (Extensible Metadata Platform) ist ein neues auf der Sprache XML basierendes Format für Metadaten, das von Adobe im Jahr 2001 entwickelt wurde. Dabei wurden die Informationen von IPTC übernommen und in den neuen XMP-Rahmen eingepasst. Dieser Standard wurde im Jahr 2005 als „IPTC Core Schema für XMP“ veröffentlicht. XMP ist heute ein Open-Source-Standard und die Metadaten können einer Vielzahl von Dateitypen hinzugefügt werden. Für Fotos werden sie in der Regel im JPEG-und TIFF-Dateien gespeichert.
Metadaten anzeigen und editieren
Durch Metadaten können die oben genannten Informationen mit der Bilddatei transportiert werden und zwar in einer Weise, dass andere Software diese Daten lesen kann. Bevor die Standards entwickelt wurden hatten alle Bild-Managementsysteme ihre eigenen Methoden zur Speicherung von Bildinformationen, außerhalb der Software standen diese Informationen dann oft nicht zur Verfügung. Heute bieten die meisten Foto-Bearbeitungs-und Image-Management-Programme Funktionen zur Einbettung und Bearbeitung von Metadaten in Bilddateien an. Außerdem gibt es im Internet viele spezielle Tools (wie zum Beispiel Exif Reader oder Exifer) für alle Betriebssysteme zum Editieren der Exif-, IPTC- und XMP-Daten. Doch Achtung: Von einigen älteren Programmen zur Bildbearbeitung werden keine Metadaten unterstützt. Damit kann man die Metadaten nicht anzeigen oder bearbeiten und der Benutzer ist in Gefahr, diese Informationen zu verlieren.
