Metallica am Ende – Sommerpause der "World Magnetic Tour"

Tourcase Metallica - wortinspektor.com
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Nach langer Tour holen Metallica nochmal tief Luft, bevor sie zum Angriff auf Australien und Neuseeland blasen. Eine Zwischenbilanz.

Am 21. November 2010 wird Metallicas aktuelle Tour beendet sein. Seit Mai 2008 sind Metallica mit ihrem Album „Death Magnetic" im Gepäck auf Tournee. Das bedeutet bis heute: insgesamt 212 Shows in 153 Städten und rund 2,3 Millionen verkaufte Tickets. Metallica ist ohnehin die Band der Superlative, wenn es um harte Klänge geht. Die Erfolge hier aufzulisten wäre müßig. Spätestens nach der Einführung in die Rock ’n’ Roll Hall of Fame im April 2009 ist weltweit jedem klar, dass diese Band ihren Platz in der Geschichte bereits sicher hat. Als Familienvater und vielfacher Millionär könnte man sich jetzt zur Ruhe setzen und das Leben als Rockopa genießen. Grund zur frühzeitigen Rente sehen die Herren Hetfield, Ulrich, Hammet und Trujillo jedoch nicht.

Metallica auf Tour topfit

James Hetfield, unumstritten einer der charismatischsten Frontmänner im Rockbusiness, feiert Anfang August 2010 seinen 47. Geburtstag und wirkt bei den aktuellen Liveshows der World Magnetic Tour ausgeruhter und frischer als jemals zuvor. Dank einer ausgewogeneren Ernährung und dem Verzicht auf Alkohol und Exzesse rocken Metallica härter als zu besten Jugendtagen. Auch Drummer Lars Ulrich lässt sich von seinen Assistenten auf der Bühne heute Cranberry-Schorle statt Dosenbier reichen. Die hält fit und den Kopf klar. Der Luxus von Privatjets und die Möglichkeit, seine Familie bei sich zu haben, während man die Stadien dieser Welt in Schutt und Asche legt, tragen sicher ebenfalls ihren Teil dazu, dass die Mitglieder bei Metallica alle einen rundum zufriedenen und absolut harmonischen Eindruck hinterlassen. Bevor Metallica jedoch das Ende des Jahres in Japan, Australien und Neuseeland mit dem Abschluss dieser gigantischen Tour und Konzerten in Melbourne im November ausklingen lassen, gönnen sie sich eine kleine Sommerauszeit.

Sintflut und „The Big Four" (Metallica, Megadeth, Slayer, Anthrax) in der Schweiz

Ein guter Zeitpunkt, um Revue passieren zu lassen: Das vorerst letzte Metallica Konzert im deutschsprachigen Raum war in der Schweiz und wird den Zeitzeugen als Sintflut sicher noch lange im Gedächtnis bleiben. Regenfälle hatten das Areal in einen Riesentümpel verwandelt, in dem man ohne Gummistiefel aufgeschmissen war. Zahlreiche Videos im Internet belegen dies eindrucksvoll. Das Konzert im kleinen Ort Jonschwil sollte eigentlich in der Reihe der Sonisphere Festivals mit einer anderen Nachricht glänzen: „The Big Four" – vereint auf einem Konzert. Soll heißen: Die vier gemeinhin als die bekanntesten Bands des Thrash-Metal titulierten Metallica, Megadeth, Slayer und Anthrax teilen sich zum ersten mal nach rund 30-jähriger Bandhistorie eine Bühne. Was in der Schweiz nicht so recht klappte (da zum einen die Bands nicht hintereinander spielten und der Regen auch als Ablenkung wirkte), hatte zuvor bereits in Polen gut funktioniert. Und die weltweite Übertragung des Konzerts der „großen Vier" aus der bulgarischen Hauptstadt Sofia in Hunderte Kinosäle ging auch gut über die Bühne, wenn auch die Besucherzahlen in Deutschland eher enttäuschend ausfielen.

Und nun: Metallica auf den Spuren von Pink Floyd?

Metallica sind immer für eine Überraschung gut und wollen auch in Zukunft ihren Platz im Tourbus nicht mit dem im Altenstift tauschen. Eine neue Superlative lauert schon in 2011. Dann wollen Metallica zwar nur 10 Konzerte geben, diese sollen aber die legendäre „The Wall"-Tour – der ebenso legendären Pink Floyd – in den Schatten stellen, wenn man Peter Mensch, dem langjährigen Manager Metallicas, glauben will. Wie die aussehen wird, weiß noch niemand. Nach Konzerten mit klassischem Orchester, einer wegweisenden Bühne in der Hallenmitte, dem Doku-Film „Some Kind of Monster" über die eigene Band-Therapie und einem eigenen „Guitar Hero"-Videospiel gibt es nicht viel, was die vier Musiker nicht schon realisiert hätten.

Vielleicht dürfen wir uns ja auch auf ein „Musicallica"-Musical freuen, in dem der kleine Lars Ulrich aus Dänemark in die große Welt zieht, um den Menschen den Metal zu bringen. Auch dies würden die Fans rund um den Globus sicher genauso feiern wie alles andere, was Metallica hervorbringt.

Der Wortinspektor, Alexander Brendel

Alexander Brendel - Worte unter der Lupe Der Wortinspektor ist Alexander Brendel. Und umgekehrt. Ich nehme die Worte genau unter die Lupe und bringe sie ...

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