
- Meditieren für die Seele - flickr/alicepopkorn
Täglich zehn Minuten Metta-Meditation führen zu einer positiveren Einstellung gegenüber sich selbst und anderen.
Was ist Metta?
Metta ist ein buddhistischer Begriff, der so viel bedeutet wie „liebende Güte“. Metta ist eine der vier Brahmaviharas, der „Vier himmlischen Verweilzustände“. Dazu gehören: Metta (liebende Güte, Freundlichkeit), Karuna (Mitgefühl), Mudita (Mitfreude) und Upekkha (Gleichmut). Metta ist nichts anderes als das Pflegen liebevoller Gefühle für alle lebenden Wesen - auch für sich selbst.
Die Metta- Meditationen variieren in ihrer Wortwahl und ihren Sätzen, aber immer geht es darum, das Selbstvertrauen zu stärken, Ängste abzubauen und eine überkritische Haltung gegenüber sich selbst aufzugeben. Die Metta-Meditation für andere verleiht dem Wunsch nach Freundlichkeit und Sympathie Ausdruck. Sie öffnet das Herz und erfüllt es mit positiven Gefühlen allen Lebewesen gegenüber.
Übung zur Metta-Mediation für sich selbst
Suchen Sie sich einen ruhigen Ort mit angenehmer Atmosphäre. Nehmen Sie eine bequeme Meditationshaltung ein. Schließen Sie die Augen und atmen Sie mehrmals langsam und tief ein und aus. Beobachten Sie Ihren Atem eine Weile.
Lenken Sie dann Ihre Aufmerksamkeit auf die Gegend Ihres Herzens. Stellen Sie sich vor, wie die Sonne darauf strahlt und den Bereich Ihres Herzens mit Licht und Wärme erfüllt. Spüren Sie wie diese Wärme Ihr Herz öffnet? Sprechen Sie dann zu sich selbst:
„Möge ich glücklich sein“.
Lassen Sie die Worte mit jedem Atemzug tiefer in Ihr Herz. Bleiben Sie einige Minuten bei diesem Wunsch für sich selbst und wiederholen Sie ihn mehrfach. Gehen Sie dann weiter zum nächsten Satz:
„Möge ich mich sicher und geborgen fühlen“.
Auch bei diesem Satz bleiben Sie eine Weile, bis Sie Ihren nächsten Wunsch formulieren:
„Möge ich gesund sein“.
Nehmen Sie auch diesen Satz in Ihr Herz auf und gehen Sie dann zum letzten Satz über:
„Möge ich sorgenfrei leben“.
Wenn Sie diesen vier Sätzen Ihr Herz geöffnet haben, dann wiederholen Sie sie noch mehrmals nacheinander sooft Sie wollen. Versuchen Sie wenigstens 10 Minuten bei der Metta-Meditation zu bleiben. Mit der Zeit werden Sie merken, dass Ihr Umgang mit sich selbst (noch) respekt- und liebevoller wird.
Übung zur Metta-Mediation für andere
Die Metta-Meditation für andere funktioniert wie oben beschrieben, nur dass Sie sich bei Ihrer Meditation einen Menschen ins Gedächtnis rufen, den Sie gerne mögen, dem Sie dankbar sind. Die Sätze lauten dann entsprechend: „Mögest du glücklich sein“. „Mögest du dich sicher und geborgen fühlen“. „Mögest du gesund sein“. „Mögest du sorgenfrei leben".
Wenn Sie geübt sind in der Metta-Meditation für sich selbst und für die, denen Sie Gutes wünschen, dann können Sie noch weiter gehen.
Schicken Sie Ihre guten Wünsche Menschen, denen Sie neutral gegenüber stehen oder jenen, von denen Sie glauben, dass Sie Ihrer guten Wünsche bedürfen wie leidgeprüften oder einsamen Menschen.
Wenn Sie noch ein bisschen weiter gehen möchten, dann schließen Sie einen Menschen in Ihre Metta-Meditation ein, den Sie nicht besonders mögen, mit dem Sie vielleicht nicht gut auskommen: ein unehrlicher Arbeitskollege, ein ungerechter Chef, eine zänkische Nachbarin o.ä. Versuchen Sie sich über die unangenehmen Gefühle, die sie mit dieser Person verbinden, hinwegzusetzen, versuchen Sie sie neutral zu sehen. Zugegebenermaßen ist dies eine ziemlich fortgeschrittene Übung. Aber wenn Sie auch diese Ihnen unangenehmen Zeitgenossen regelmäßig in Ihre Metta-Meditation einschließen, werden Sie bald merken, wie sich Ihr Verhältnis zu diesen Personen positiv verändert. Ihr Wohlwollen wird die Situation entspannen, wird die Weichen stellen für ein besseres Miteinander.
Der letzte Schritt ist ein Wohlwollen für die ganze Welt zu wünschen. Im Sinne von „Mögen alle Wesen glücklich sein“.
