
- Mit dem Mietwagen auf Yucatán - Constanze Ließ
Viele verborgene Maya-Ruinen und Cenoten auf der Halbinsel Yucatán erreicht man kaum anders als auf eigene Faust mit dem Mietwagen. Für Individualreisende und Hobbyarchäologen, vor allem aber auch für Leute mit wenig Zeit, ist ein Mietwagen in diesem Teil Mexikos geradezu ein Muss.
Ein Auto mieten auf Yucatán - Besser im Voraus buchen
An den Flughäfen von Mérida und Cancún, außerdem in den Innenstädten auch von Campeche, Palenque und Playa del Carmen, stehen diverse Mietwagenanbieter zur Verfügung, darunter bekannte internationale Namen wie Hertz oder Europcar, aber auch lokale Anbieter. Bevor man in den Innenstädten anfängt zu suchen, lohnt es sich gleich am Flughafen zu fragen, um vergleichen zu können. Generell fährt man im wahrsten Sinne aber besser damit, bereits im Voraus ein Pauschalangebot zu buchen. Fahrer müssen je nach Anbieter mindestens 21 Jahre oder 25 Jahre alt sein. Preise für Leihwagen liegen in Mérida naturgemäßig unter denen von Cancún. Bei der Miete werden eine Kreditkarte, Reisepass und Führerschein verlangt. Der internationale Führerschein ist nicht nötig. Ganz wichtig ist ein maximaler Versicherungsschutz mit Vollkasko für den Leihwagen.
Gute Straßen auf Yucatán in Mexiko
Ewig und ewig geradeaus führen die ordentlich asphaltierten Verbindungsstraßen über Yucatán und erlauben es jeden Ort ohne Schlaglöcher und sonstige Pannen zu erreichen. Gesäumt sind sie im Norden von trockener Prärielandschaft, je weiter man in den Süden man vordringt, desto grüner und üppiger wird das Gestrüpp zu beiden Seiten der Fahrbahn. Das Verkehrsaufkommen hält sich außerhalb der Städte in Grenzen, meilenweit hat man die Straßen oft für sich. Tankstellen sind ausreichend vorhanden, jedoch sollte auf Landstraßenfahrten lieber öfter getankt werden.
Verkehrsregeln und Einbahnstraßen in Mexiko
Innerhalb der Kolonialstädte wie Mérida, Campeche oder Valladolid muss man sich an das typische Schachbrettmuster gewöhnen, nach welchem Spaniens Eroberer ihre Städte in alter Zeit auf lateinamerikanischen Boden geworfen haben. Bis auf einige Hauptverkehrsstraßen führen alle Wege als Einbahnstraßen nur in eine Richtung. Nach den ersten Umwegen, welche aufgrund verpasster Abfahrten in Kauf genommen werden mussten, weiß man das System wahrscheinlich bald zu schätzen, hilft es doch sehr bei der Orientierung. Innerorts sind Geschwindigkeiten von 30-40 km/h erlaubt, auf Landstraßen 100 km/h.
Die Autobahn auf Yucatán
Von Mérida, der Hauptstadt des Bundesstaates Yucatán, bis zum Touristenzentrum Cancún an der Ostküste, verläuft die moderne Autopista Maya als schnelle Verkehrsader. Um schnell im Norden der Halbinsel voran zu kommen, zum Beispiel um nur die berühmten Maya-Ruinen von Chichén Itzá von Mérida, Cancún oder Playa del Carmen aus zu besuchen, existiert keine schnellere Verbindung. Wie auf allen Autobahnen in Mexiko sitzen auch hier Mitarbeiter der Verkehrsbehörde in kleinen Bauten auf der Strecke und kassieren die Mautgebühr (Peaje). Für eine Fahrt von Mérida nach Cancún werden knapp 100 Pesos fällig, umgerechnet circa sechs Euro (Stand 2011).
Viel Zeit einplanen bei der Fahrt durch Yucatán
Um den Mietwagen wirklich zu nutzen und die Yucatán-Halbinsel für sich zu entdecken, kann man die Autobahn getrost meiden und sich an die Landstraßen halten. Auch wenn die Entfernungen auf Yucatán sich nicht sehr weit anhören, sollte immer großzügig Zeit eingeplant werden, um von Ort zu Ort zu kommen. Das liegt nicht nur an den Sehenswürdigkeiten am Wegrand. Viel Zeit kosten scheinbar endlose, schnurgerade Ortsdurchfahrten, die fast gänzlich im Schritttempo geschlichen werden müssen. Eine andere Wahl hat man kaum, denn jede Ortschaft ist durchzogen von Asphalthügeln, in Mexiko Topes genannt. Eine Palette jeglicher Höhe und Sichtbarkeit dieser ungeliebten Ölwannenkratzer offenbart sich einem auf der Fahrt über die Yucatánhalbinsel. Wer es schafft, keinen einzigen zu übersehen, verdient einen Preis.
Sicherheit mit dem Mietwagen auf Yucatán
Reisende mit dem Leihwagen sollten vor allem auf das Auto selbst und ihre Sachen aufpassen. Wie überall in Lateinamerika werden Gelegenheiten zum Diebstahl gern genutzt. Deshalb immer aufpassen wo man den Wagen abstellt und was man darin zurück lässt! In den Städten und an den großen Touristenmagneten wie Chichén Itzá oder Uxmal stehen bewachte Parkplätze zur Verfügung. Viele Hotels bieten ebenfalls einen Parkservice, den man auch nutzen sollte. Generell ist es keine Empfehlung in der Nacht über Land zu fahren. Zum einen wird Straßenbeleuchtung hier nicht gerade groß geschrieben, zum anderen sollte die Kriminalität vor allem in Richtung der Grenze zu Guatemala im Hinterkopf behalten werden.
Verkehrskontrollen und Militärkontrollen auf Yucatán
Mexikos Probleme mit organisierter Drogenkriminalität sind kein Geheimnis. Weil viele der illegalen Handelswege von Guatemala aus über Yucatán in die übrigen Landesteile führen, gehören Militärkontrollen hier zum Straßenbild. Vor allem südlich von Palenque entlang der guatemaltekischen Grenze muss man immer mit Kontrollen rechnen. Es kann aber auch in allen anderen Teilen Yucatáns dazu kommen. Wichtig ist, sich kooperativ zu verhalten und die Anweisungen der Militärbeamten zu befolgen.
Kooperationsbereitschaft schätzen auch die Polizisten, welche liebend gern Strafzettel verteilen wenn Verkehrsregeln missachtet werden. Die Buße (mordida) geht direkt an die Beamten.
Buch zum Thema:
- DUMONT Reise-Taschenbuch Yucatán & Chiapas, Autor: Hans-Joachim Aubert, DUMONT Reiseverlag 2009, ISBN 978-3770172863
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