
- Tropisches Ambiente in Fairchild - Gisela Dürselen
Der 1938 eröffnete Fairchild-Park in Coral Gables ist nur eine Viertelstunde Autofahrt von Miami entfernt. Mit einer Fläche von 33 Hektar ist er der größte und mit seiner beeindruckenden Pflanzenvielfalt der bedeutendste Botanische Garten auf dem amerikanischen Festland. Einen ersten Überblick gewinnen Besucher aus einem kleinen Zug heraus: Die Rundfahrt dauert 45 Minuten und führt zu den interessantesten Ecken des Parks.
Palmen-Raritäten aus aller Welt
Das Klima Miamis ist ideal für einen tropischen Garten, und so verdankt auch Fairchild seinen Ruf vor allem den Aktivitäten um den Erhalt der tropischen Pflanzenvielfalt: Denn in diesem Park wachsen Arten und Sorten, die auf der Roten Liste der gefährdeten Pflanzen stehen, und das Center for Tropical Plant Conservation zeigt seltene Spezies aus Süd-Florida, der Karibik, dem tropischen Afrika und aus Madagaskar. Im Rahmen des Fairchild-Palmen-Forschungsprogramms gibt es auch eine Gen-Datenbank, in der die DNAs seltener Arten gesammelt werden. Mit rund 400 verschiedenen Palmenarten ist das Montgomery Palmetum eine der größten Palmensammlungen der Welt.
Auch der einzige Regenwald auf dem Festland der USA ist im Fairchild Botanischen Garten beheimatet. Mit Wasserfällen, Schlingpflanzen und uralten Baumriesen ist der Wald Lebensraum für seltene Vögel, die Besucher dort bei Balz und Brut beobachten können.
Kuriose Früchte im Fairchild bei Miami
Neben den Palmen machten die Orchideen-Raritäten und eine umfangreiche Sammlung von tropischen Fruchtbäumen Miamis Botanischen Garten berühmt. Im Fruchtpavillon können Besuchter die kuriosesten Früchte aus Borneo und dem Amazonasgebiet, aus Indonesien, Thailand und Malaysia sehen, riechen, betasten und einige davon sogar kosten: die aus Asien stammende Sapodilla zum Beispiel, die wie eine Mischung aus Pfirsich und Birne, Zimt und Honig schmeckt - oder die vitaminreiche Maya-Frucht Canistel, die sich hervorragend für Milch-Shakes eignet.
Kunst von Yoko Ono und den Lalannes
Miami gilt als Kunststadt. Und so wäre auch der Botanische Garten von Miami nichts ohne Kunst: Darum verwandelt sich der Park jedes Jahr aufs Neue in eine gigantische Freilandgalerie. 2011 schmücken das Areal Skulpturen von Claude und Francois-Xavier Lalanne. Darüber hinaus gibt es dauerhafte Kunstinstallationen - unter anderem drei interaktive Wunschbäume von Yoko Ono. Über eine Million Besucher beteiligten sich bereits an Yoko Onos Kunstwerk, indem sie ihre persönlichen Wünsche für Frieden niederschrieben und in Form von kleinen Zetteln an die Bäume banden.
Der Namensgeber Fairchild
Der Namensgeber von Miamis berühmter grüner Oase, David Fairchild, war ein berühmter Botaniker: Anfang des 20. Jahrhunderts reiste er im Auftrag des US-amerikanischen Landwirtschaftsministeriums durch die ganze Welt, um neue Pflanzen für seine Heimat zu entdecken. Auf diese Weise brachte er nicht nur diverse Getreidearten in die USA, sondern auch Mangos, Avocados und Hopfen, aber auch die Sojabohne aus China.
