
- Micaela Schäfer hinterfragte lesbischen Sex bei Ramona - RTL / Stefan Menne
Alle lästern drüber, niemand schaut es angeblich, aber dennoch redete am Montagmorgen fast jede Bürobelegschaft über die Sendung des 15. Januar 2012 von "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!": Erotik-Model Micaela Schäfer wollte es ganz genau wissen und befragte die frühere Moderatorin des "ZDF-Fernsehgarten" Ramona Leiß nach deren Bisexualität. Zur Überraschung der Zuschauer gab sich die 54-Jährige nicht im Geringsten zugeknöpft und antwortete detailliert. Doch zuvor stellte Micaela klar, dass sie bisher nur mit Frauen geknutscht habe, mehr aber noch nicht. Keine Frage, dass Ramona auch andere lesbische Kolleginnen mit in das Gespräch einbezog. So hatte der Kölner Privatsender RTL wieder einmal einen Volltreffer gelandet, denn was gibt es schöneres - so ein Zuschauer - als wenn man sonntagabends prominenten Frauen beim intimen Zweiergespräch zuhören könne.
"Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!": Micaela und Ramona im Wortlaut
Micaela Schäfer fragte Ramona Leiß nach deren Bisexualität. Die Leiß stand Rede und Antwort und nahm dabei kein Blatt vor den Mund. Es fing harmlos an, als Micaela loslegte: „Du hast doch eine Freundin, oder? Aber Du hast auch einen Sohn, also hast Du auch mal Männer geliebt. Wie kommt das eigentlich, dass man von hetero auf einmal auf bi…“. Es war der Morgen des Tag 3 im Dschungelcamp. War die Leiß überrumpelt worden oder war sie tatsächlich so offenherzig auskunftsfreudig? "Ich glaube, dass in jedem Menschen Bi-Anteile drin sind.“ Micaela: "Ja das stimmt allerdings.“ Ramona: "Ich kenne viele Frauen, die schon immer in sich die Sehnsucht tragen – also das sagen sie einem dann, wenn sie ehrlich sind.
Für sich, so die 54-Jährige, habe sie festgestellt, dass ihr das lieber sei: "Das ist ganz anders als mit einem Mann. Es ist irgendwie gleicher. Das Verständnis ist so selbstverständlich in jeder Alltagslage. Den weiblichen Körper, die Sexualität finde ich einfach auch schöner. Hast Du das schon mal ausprobiert?“ Micaela: "Nee! Also ich hab schon mit Frauen rumgeknutscht – aber das war nur so Spaß.“ Ramona: "Ich mag bei Frauen das Anschmiegsame, da ist viel mehr Zärtlichkeit. Und es ist sehr viel entspannter – gerade beim Sex. Bei Sex mit Männern hatte ich immer das Gefühl: okay, da gibt es ein Vorspiel, dann wird darauf zugearbeitet, dass jetzt der große Akt kommt. Bei Frauen ist das so nicht."
Ramona verlieh ihrer Auffassung Ausdruck, dass eine Frau den Körper der Frau einfach besser kenne, weil sie ja selber eine Frau sei: "Und dadurch, dass es entspannter ist, funktioniert es auch sehr gut.“ Eine Argumentation, die auch bei Männern zutrifft: Schwuler Sex als Tipp für Heteromänner war seit seiner Veröffentlichung einer der meistgelesenen Artikel auf Suite101.de. Im Dschungel setzte die 27-jährige Berlinerin ihre Fragestunde fort: "Könntest Du Dir jetzt vorstellen, Dich noch mal in einen Mann zu verlieben?“ Ramona: "Nein, im Moment kann ich mir das nicht vorstellen. Platonische Liebe ja, aber sexuell bin ich zurzeit gar nicht interessiert an Männern.“ Micaela: "Wie war das so für deine Angehörigen, für deinen Sohn?“
Micaela Schäfer erkundigte sich nach Problemen mit der Familie nach dem Outing
Ramona beantwortete auch die Frage, welche Konsequenzen ihr Outing für ihre Familie hatte: "Für meine Eltern war es leider sehr schwierig. Sie haben es im Geheimen akzeptiert, wollten aber nicht dass ich es öffentlich mache. Und ich hab mir damals auch gesagt, vielleicht ist das für den Jungen, der wird dann in der Schule angesprochen… man weiß es ja nicht. Irgendwann habe ich dann gesagt, jetzt möchte ich mich nicht mehr verstecken. Ist ja auch beruflich irgendwie ein Problem. Ich habe ja reine Familienunterhaltung gemacht und nicht im Talk-Show- oder journalistischen Bereich gearbeitet – wo es ja akzeptiert ist – sondern in der braven Unterhaltung. Und da hab ich Angst gehabt, dass es Probleme gibt. Und das ist auch so."
Leiß sprach auch über die beruflichen Nachteile des Outings: "Ich hab dann schon meine Sendung verloren – so vor zwei Jahren. Die sagen einem natürlich nicht warum. Ich habe mich erst geoutet als ich 50 war.“ Micaela: "So spät und Du hast es so lange ausgehalten!“ Ramona: "Ja, das war nicht schön. Das tut schon weh, wenn Du immer einen Teil von dir verschweigst. Ich kenne viele Schauspielerinnen, die sich auch nicht outen, weil sie Angst haben, nicht mehr für die heterosexuellen Rollen gebucht zu werden. Wie bei den Boygroups und den Fußballern.“ Micaela: "Ich frage mal den Ailton. ... Ailton, es sind doch viele Fußballer schwul, oder?“ Ramona: „Die haben doch große Probleme?“
Ailton: "Schwul mit schwul ist für mich nicht schön."
Der ehemalige Bundesligaspieler und Torschützenkönig Ailton antwortete sachlich: „Groß. In meine Mannschaft, wo ich spiele ich hab nicht gesehen. Wenn schwule Spieler, es ist immer professionell. In Kabine oder bei Training – ist ein normal Mensch.“ Doch im Interview mit RTL meinte Ailton: "Schwul mit schwul ist für mich nicht schön. Und Frau mit Frau ist auch nicht. Ich muss akzeptieren, aber für mich ist das nicht schön.“ Ramona setzte das Gespräch vor 5,44 Millionen Zuschauern fort: "Es gibt bei lesbischen Frauen auch immer viele Vorurteile. Zum Beispiel, einer ist immer die Frau und einer der Mann. Ich bin ja gerade deswegen mit einer Frau zusammen, weil ich ja keinen Mann will. "
Ramona und ihr Streit mit Rocco Stark: Tag 3 im Dschungelcamp
Anne Will als Vorbild für Ramona Leiß
Die Leiß wählte Talkmasterin Anne Will als Weg zur Verdeutlichung: "Wenn Du zum Beispiel Anne Will siehst – das hat mir zum Beispiel geholfen beim Outing – sie ist eine tolle Frau, ihre Freundin ist auch super – da hab ich mir gedacht, jetzt kann ich mich auch outen. Nicht so wie Hella von Sinnen, die ja so ein bisschen die Klischees bedient – wobei die Hella ist menschlich ein ganz eine Nette, ganz sensibel.“ Micaela Schäfer, die sich und ihre Nippel ja bei jeder sich bietenden Gelegenheit in die Kamera hielt, wollte bei soviel Offenheit auch nicht zurückstehen: "Ich habe gern dreckigen Sex!“ Hätte sie jedenfalls, räumte sie später ein. Und: "Nippel werden eh überbewertet. Nippel sind nur dafür da, dass die Männer geil werden."
