Michael Nyqvist - keine Mission Impossible für den Schweden

Nyqvist - ORF/Yellow Bird Pictures
Nyqvist - ORF/Yellow Bird Pictures
Der schwedische Schauspieler Michael Nyqvist verkörpert alle Rollen hervorragend. Ob als Stieg Larssons Mikael Blomqvist oder für Mankell in "Der Chinese".

Die Verfilmung der Millenium Trilogie (The Girl with the Dragon Tattoo) nach Stieg Larssons Romanen lebt genauso von seiner Darstellung als Mikael Blomkvist, wie auch die Verfilmung „Der Chinese“ von Henning Mankell. Wir entdecken ihn erst neu, doch in Skandinavien ist Michael Nyqvist schon viel länger ein Star.

Michael Nyqvist – Daten einer langen Schauspielkarriere

Rolf Åke Mikael Nyqvist, besser bekannt als Michael Nyqvist, wurde am 8.11.1960 in Stockholm geboren. Nyqvist wuchs bei schwedischen Adoptiveltern auf, die ihn als Säugling aus einem Waisenhaus aufnahmen. In seinem Austauschjahr in den USA am College von Omaha, damals als Siebzehnjähriger, kam er erstmals mit der Schauspielerei in Berührung. Nach seiner Rückkehr nach Schweden nahm er ein Jahr Ballettunterricht und wurde im Alter von 19 Jahren an der Swedish Academic School of Drama angenommen.

Seit den 80er Jahren ist Schwedens heute erfolgreichster Schauspieler tätig: im Film, aber auch am Theater. Für seine Rolle in Kjell Sundvalls "Mein Bauer, seine Kuh & Ich!", der in Schweden 2002 in die Kinos kam, wurde Nyqvist mit dem Guldbagge-Preis, dem wichtigsten schwedischen Filmpreis, ausgezeichnet. Der internationale Durchbruch gelang ihm durch „Wie im Himmel“, der für den Auslandsoscar nominiert war. Seine Hauptrolle in den Verfilmungen von Stieg Larssons Millennium-Trilogie katapultierte ihn sogar bis Hollywood. Zu Kopf ist ihm das aber nicht gestiegen. Er ist bescheiden und bodenständig geblieben. Seit 1990 ist er mit der Set Designerin Catharina Nyqvist Ehrnrooth verheiratet, die beiden haben zwei gemeinsame Kinder.

Michael Nyqvist und seine privaten Ermittlungen

Nach der Geburt seines ersten Kindes beschloss er, seine biologischen Eltern zu suchen. Dabei wurde er selbst real detektivisch tätig – um Familiengeheimnisse in eigener Sache aufzuspüren.

"Ich war als Säugling adoptiert worden und habe das erst erfahren, als ich schon zur Schule ging. Doch erst viele Jahre später habe ich erste Schritte gesetzt, um meine biologischen Eltern aufzuspüren. Meinen Vater fand ich in Italien – und ich habe ihn auch getroffen." "OÖN"

Seine Kindheit und die Suche nach seinen leiblichen Eltern beschreibt Nyqvist in seiner Autobiografie Just after dreaming (Schwedisch: När barnet lagt sig).

Was ist Michael Norqvists Antrieb zur Schauspielerei?

„Ich möchte in Rollen schlüpfen, die noch niemand zuvor gespielt hat, so habe ich den Beruf immer gesehen. Ich möchte Dinge aussprechen, die zu sagen wir oft nicht den Mut haben. Ich möchte Gefühle zeigen, die wir alle in uns tragen, die zu fühlen wir uns aber nicht trauen“, vertraut er in einem Interview André Wesche an. Ihm gefallen Figuren, wie Michael Blomqvist: "Er kämpft gegen mächtige strukturelle Gewalten – mit „leichten Waffen“ wie Stift, Handy und PC, mit leichtfüßiger Intellektualität. Und beweist, dass das „Übermächtige“ mit einem wachen Verstand ausgehebelt werden kann. Blomkvist ist das genaue Gegenteil des großen Action-Helden. Aber für einen Schauspieler ist das eine teuflisch schwere Aufgabe. Wie spiele ich zum Beispiel „wachen Verstand“?

Dies sind die Herausforderungen, der er sich als Schauspieler zu stellen vermag. Erfolgreich, wie man auch an seinen letzten Filmen sieht.

Michael Nyqvist und seine Filme

  • Wie im Himmel (2004)

Niemand wird seine Verkörperung des ausgebrannten, gequälten und genialen Dirigenten im Film „Wie im Himmel“ vergessen. Viele berührte die Geschichte des menschenscheuen Dirigenten, der als Kantor des kleinen Chors über seine Leidenschaft für Musik wieder zu den Menschen zurückfindet, zutiefst. Ohne Probleme ist seinem Spiel auch ohne Überzeichnung die Zerrissenheit einer Figur abzulesen.

  • Millenium Trilogie (Nach Stieg Larsson)

In "Verblendung" (2009), "Verdammnis" (2010) und "Vergebung" (2010), der Verfilmung der "Millennium"-Trilogie von Stieg Larsson spielte der Schwede den Journalisten Mikael Blomkvist.

Auf die Frage, wie es sei in eine so bekannte Romanfigur, wie Mikael Blomqvist, zu schlüpfen, von der jeder Leser seine eigene Vorstellung hat, antwortete er bei einem Interview: „Wir haben versucht, uns im Studio abzuschotten. Wir haben mit niemandem gesprochen, niemanden getroffen. Vielleicht war es naiv von mir, aber irgendwann habe ich vergessen, dass Millionen das Buch kannten. Erst am Premierenabend verfiel ich in Depressionen, als mir die großen Erwartungen und die Sehnsüchte der Zuschauer gewahr wurden. Diese Depression hielt drei Tage lang an.“

ORF 2-Premiere: Stieg Larsson: Verdammnis am 03.01.2012, 22:30 Uhr

Die Verkörperung von Mikael Blomqvist, „kein Held, sondern ein Mann mit großem Einfühlungsvermögen. Ich habe mich in meine frühe Jugend zurückversetzt, in der ich extrem rebellisch war. Ich habe jeden Tag versucht, die Welt zu ändern. Das ist auch Mikaels Antrieb. “, die Gestaltung dieser Figur ist ihm hervorragend gelungen, das bewiesen die Zuschauerzahlen.

Nun muss ein anderer Schauspieler im amerikanischen Remake, nämlich Daniel Craig, versuchen über diesen Schatten zu springen, den Michael vorgegeben hat.

  • Der Chinese (nach Henning Mankell)

Premiere am 30.12. 2011 im ARD und in ORF 2 um 20.15 Uhr.

Unter der Regie von Peter Keglevic wurde dieser Roman für ORF/ARD verfilmt. Neben Nyqvist spielen als Richterin Birgitta Roslin Suzanne von Borsody, deren Adoptiveltern August und Britta Andrén unter den Mordopfern sind.

"Mankell weiß, dass Film eine eigene Sprache braucht und eigenen Gesetzen folgt, aber er verbittet es sich, dass die Sozialkomponente ausgeblendet wird und die Verfilmung nur zu einem spannenden Thriller wird. Denn er hat den Thriller geschrieben, weil er das andere erzählen will" , beschreibt Regisseur Peter Keglevic die Zusammenarbeit mit Bestsellerautor Henning Mankell.

James Bond oder Mission Impossible: Wer bekommt Michael Nyqvist als Bösewicht?

Anfragen kamen natürlich auch vom James Bond - Team. Aber damals sagte Nyqvist nicht zu. Mit einem schmunzeln erzählt er: "Man hat mir schon eine Rolle in einem Bond-Film mit Pierce Brosnan angeboten. Die war sehr anspruchsvoll: "Hallo, Mr. Bond." Und Peng – schon wäre ich tot gewesen. Ich habe abgelehnt."

Doch Ende September 2010 wurde bekannt gegeben, dass Nyqvist den Gegenspieler von Tom Cruise im vierten Teil der Mission: Impossible Reihe verkörpern wird. Michael Nyqvist als Bösewicht? Geht das? In Mission: Impossible - Phantom Protokoll kann man sich davon überzeugen.

Fotocredit: ORF/Yellow Bird Pictures/Lotus Film/Meng-San Lin

Quellen: ORF. SKIP. moviesection.de. Interview André Wesche

Adele Sansone, Adele Sansone

Adele Sansone - Als Autorin für suite101.de interessieren mich vor allem die Bereiche Pflanzen und Tiere: Wie leben sie heute? Wie sind die einzelnen ...

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