Microsoft Deutschland - familienfreundlich

Der Weltkonzern fördert seine Mitarbeiterinnen

Microsoft gilt als einer der frauenfreundlichsten Betriebe in Deutschland. Dort wurde erkannt, dass die Förderung von gut ausgebildeten Frauen eine gute Investition ist.

Mit einem Frauenanteil von über 28 Prozent und einem Anteil von 30 Prozent in der Geschäftsführung gilt Microsoft Deutschland als Vorreiter. Damit begegnen sie auch dem zunehmenden Fachkräftemangel in der IT-Branche.

Familienunterstützende Maßnahmen

Freie Zeiteinteilung, verschiedene Teilzeitmodelle sowie Unterstützung von Homeoffice-Arbeitsplätzen ermöglichen es Frauen bei Microsoft, Familie und Beruf leichter unter einen Hut zu bringen. Finanzielle Förderung von Kinderbetreuung sowie eine Kooperation mit einem Dienstleister, der die Vermittlung von Hausaufgabenbetreuung und Au-Pairs übernimmt, kommen hinzu.

Die Personalchefin von Microsoft Deutschland, Birgit Hirl-Höfer, ist eine der Frauen des Geschäftsführer-Zirkels, die Kinder und Job meistert. Zwar hatte sie vor, nach der Geburt des zweiten Kindes in Teilzeit zurückzukehren, jedoch wurde ihr damals der Job in der Geschäftsleitung angeboten. Dies ist umso erstaunlicher, als viele Frauen in Deutschland nach der Geburt oftmals als "nicht mehr voll einsatzfähig" angesehen werden und meist einen Karriereknick erleiden, sobald sie der Firma länger fern bleiben.

"Das familiäre Umfeld ist für Frauen das Killerkriterium", so Birgit Hirl-Höfer. "Wenn das nicht stimmt, kriegen wir sie nicht". Microsoft praktiziert die sogenannte Vertrauensarbeitszeit. Bestimmte Ziele werden mit den Mitarbeitern praktiziert - wo und wie diese erreicht werden, ist zweitrangig. Das kommt vor allem Müttern entgegen.

Gezielte Förderung von Frauen

Bei Microsoft wurde frühzeitig erkannt, dass dem Fachkräftemangel nur beizukommen ist, wenn weibliche Mitarbeiter gezielt gefördert werden. Dass dies kein altruistisches Ziel ist, bestätigt Achim Berg, der Vorsitzende der Geschäftsführung: "Indem wir für Frauen attraktiv sind, erhöhen wir unsere Wettbewerbsfähigkeit." Jedes Mitglied der Geschäftsführung betreut einen weiblichen Mentee. Die Teilnahme an internationalen Netzwerk-Treffen wird systematisch gefördert.

Positiver Trend auf deutschem Arbeitsmarkt?

Microsoft scheint kein Einzelfall zu sein. Auch andere große Konzerne erkennen die Zeichen der Zeit und haben Frauenförderungsprogramme aufgelegt. So bietet die Beratungsfirma McKinsey seinen weiblichen Miatbeiterinnen spezielle Workshops, Coaching und Mentoring an. Langristig möchte man dort den Frauenanteil der Berater von 17 auf 30 Prozent erhöhen.

Beispielhaft verhält sich das Pharmaunternehmen Lilly. Hier werden Führungskräfte aufgefordert, konsequent weibliche Mitarbeiterinnen mit Potential zu benennen. Ebenso hervorgetan haben sich die Firmen Henkel sowie die WestLB.

Frauen sind gut für den Unternehmenserfolg

Die Firmen mit den meisten Frauen im Vorstand erzielen im Vergleich zu solchen ohne Frauen eine bis zu 53 Prozent höhere Eigenkapitalrendite. Dies ermittelte die US-Frauenorganisation Catalyst zusammen mit McKinsey Ende 2007 in einer Untersuchung der 500 größten Aktiengesellschaften Amerikas. Und Frauen können nur dann im Job gehalten werden, wenn ihnen die Möglichkeit gegeben wird, nicht zwischen Kind und Beruf entscheiden zu müssen. McKinsey-Berater kamen beim Vergleich der 89 europäischen Aktiengesellschaften, die die meisten Frauen im Topmanagement hatten und den durchschnittlichen Ergebnissen gleich großer AGs auf einen Unterschied von immerhin bis zu 48 Prozent.

Leider zeigte sich auch: Damit sich etwas ändert, sollte mindestens ein Drittel der Frauen im Vorstand sein. Ist es nur eine, erreicht sie entweder nichts - oder passt sich an.

Julia Strelow, Stephan Wallocha

Julia Strelow - Autorin der Bücher: "Ratgeber Nachhilfe - Informationen, Adressen, Berichte" sowie "Jetzt sind wir dran?! - Frauen in der ...

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