Microsoft übernimmt Internettelefondienst Skype

Videotelefonie via Webcam - Robert Wetzold
Videotelefonie via Webcam - Robert Wetzold
Der Softwarehersteller Microsoft übernimmt Skype für rund 8,5 Mrd. Dollar.

Durch die Übernahme von dem Internettelefondienst Skype tätigt Microsoft das größte Geschäft in seiner 36-jährigen Firmengeschichte. Rund 8,5 Mrd. Dollar (5,9 Mrd. Euro) zahlte Microsoft für die Rechte an Skype. "Zusammen werden wir die Zukunft der Echtzeit-Kommunikation schaffen, so dass jeder ganz leicht mit seiner Familie, Freunden, Kunden und Kollegen überall auf der Welt in Verbindung bleiben kann," erklärte Microsoft-Chef Steve Ballmer.

Starke Konkurrenz

Gegründet wurde das Unternehmen Skype im Jahre 2003. Bereits zwei Jahre später interessierte sich der Konzern Ebay für den Internettelefonieanbieter. Da sich das Konzept, Skype in Ebay einzugliedern nicht funktionierte, verkaufte Ebay im November 2009 70% seiner Anteile für 2,6 Milliarden Dollar. Seitdem besteht großes Interesse an Skype. Als mögliche Käufer wurden zuletzt auch Google und Facebook gehandelt. Durch die starke Konkurrenz stieg der Kaufpreis auf die Summe von 8.5 Mrd. Dollar.

Internettelefonie boomt

Skype ist der weltweit größte Anbieter von Internettelefonie. Registriert sind rund 660 Millionen Menschen, aktiv nutzten das Programm im vergangenen Jahr ca. 170 Millionen Menschen. Was Skype für Nutzer so attraktiv macht, ist, dass es möglich ist von Skype-Nutzer zu Skype-Nutzer kostenfrei zu telefonieren. Weiters bietet Skype die Möglichkeit der Videotelefonie. Das Angebot schätzen Millionen Leute weltweit. Die Gesamtzeit aller Gespräche, die im vergangenen Jahr getätigt wurden, beträgt rund 207 Mrd. Minuten, 40% der Gespräche wurden per Video-Konferenz geführt.

Skype erfreut sich eines ständigen Wachstums

Innerhalb eines Jahres stieg die Zahl der Nutzer von 474 Millionen auf 663 Millionen. Fraglich ist, ob sich die hohe Kaufsumme für den Megakonzern Microsoft in Zukunft rentieren wird. Das Angebot, via Internet zu telefonieren, wird von 170 Millionen Menschen genutzt, jedoch waren es 2010 nur rund 9 Millionen (ca. 6%) Personen, die dafür auch bezahlten. Kostenlos sind lediglich Gespräche zwischen Skype-Mitgliedern. Premium-Nutzer können gegen eine Gebühr auch weltweit Telefone und Handys anrufen, die nicht mit dem Internet verbunden sind. Viele Menschen haben nun bedenken, dass durch die Übernahme von Microsoft zukünftig auch die Gespräche zwischen Skype-Nutzern kostenpflichtig werden, was die Attraktivität des Angebotes deutlich verschlechtern würde.

Integration in Microsoft Angebote

Der Skype-Dienst soll in die Xbox und Kinect, Windows Phones sowie viele Windows-Geräte integriert werden. Besonders die Integration in die Windows Phones wäre ein deutliche Verbesserung für die, momentan sehr schwache, Software. Skype-Anwender sollen zudem in Lync, Outlook und andere Communities eingebunden werden. Auch für Clients auf Nicht-Microsoft-Plattformen soll Skype weiterhin unterstützt und auch weiterentwickelt werden.