Der Mil Mi-24 mit dem NATO-Codename Hind ist ein Kampfhubschrauber aus der Sowjetunion. Hersteller ist das Unternehmen Mil.

Geschichte des Mil Mi-24

Die Entwicklung des Kampfhubschraubers Mi-24 begann Mitte um 1965. Die Basis für den „fliegenden Schützenpanzer“ lieferte der sehr erfolgreiche Transporthubschrauber Mil Mi-8. Der Rumpf des Mi-24 wurde entsprechend der Anforderungen an einen Kampfpanzer völlig neu gestaltet.

Der erste Prototyp startete im September 1969 zum Erstflug. Die ersten Versionen hatten noch ein geräumiges Deck für die Besatzung, die da noch aus Pilot, Copilot, Navigator und Beobachter bestand. Ab der Version Mi-24D wurde das Cockpit in zwei hintereinander liegende Kanzeln unterteilt. In der vorderen Kanzel sitzt der Bordschütze. Dahinter befindet sich etwas erhöht die Kanzel des Piloten.

Die Maschine

Der Mi-24 unterscheidet sich von den meisten anderen Kampfhubschraubern dadurch, dass er über einen Laderaum verfügt. Der bietet z.B. Platz für 8 ausgerüstete Soldaten. So kann dieses Luftfahrzeug als „fliegender Schützenpanzer“ Aufgaben wie Panzerabwehr, Unterstützung bei amphibischen Operationen, Bekämpfung gegnerischer Hubschrauber und Begleitschutz für eigene Hubschrauber kombinieren.

Der Mi-24 wird von zwei Gasturbinen angetrieben und wird von einem fünfblättrigen Hauptrotor getragen. Stummelflügel verbessern im Vorwärtsflug den Auftrieb. So ist der Mi-24 trotz vergleichsweise hohen Gewichts bemerkenswert schnell. Dazu trägt auch das einziehbare Fahrwerk bei. Über der Kabine sind wie beim Mi-8 die beiden Turbinen untergebracht. Am hinteren Ende des Triebwerksbuckels gibt es ein Hilfstriebwerk. Der Boden des Hubschraubers ist recht gut gepanzert.

Der Mi-24 bei der Nationalen Volksarmee

Bei der Nationalen Volksarmee (NVA) wurde der Mi-24 in den Kampfhubschraubergeschwadern (KHG) 3 und 5 der Armeeflieger geflogen. Das KHG-5 „Adolf von Lützow“ in Stavenhagen-Basepohl erhielt im August 1978 die ersten vier Mi-24D. 1979 kamen vier weitere und 1981 noch mal 18 Mi-24D hinzu. Der erste von insgesamt zwölf Mi-24P kam im Dezember 1989 zum Geschwader. 1982 wurden dem damaligen KHG-67 auf dem Flugplatz Briest in Brandenburg an der Havel die ersten Mi-24 übergeben. Im November 1982 wurde die spätere Einheit KHG- 3 „Ferdinand von Schill“ nach Cottbus verlegt. Hubschrauber beider Geschwader waren regelmäßig von grenznahen Stützpunkten aus zur Überwachung der Grenzen eingesetzt.

Der Mi-24 im Museum

Das Luftwaffenmuseum der Bundeswehr zeigt auf dem ehemaligen Flugplatz Gatow in Berlin mehre MI-24. Darunter einen Mi-24D, der als 521 am 3. Juni 1982 bei Wust im Kreis Brandenburg nach einer Kollision mit Bäumen in die Havel stürzte. Nach Instandsetzung war diese Maschine auf dem Lehrflugplatz der Militärtechnischen Schule „Harry Kühn“ in Bad Düben eingesetzt.

Weitere Museen mit einem Mi-24:

  • The Helicopter Museum in Weston-super-Mare
  • Technik Museum Speyer
  • Flugausstellung L.+P. Junior Hermeskeil

Die Daten des Mi-8T

  • Hersteller: Mil
  • Besatzung: 1 Pilot, 1 Techniker, 1 Schütze
  • Antrieb: Zwei Turbinen Klimow/Isotow TW3-117 mit je 1.120 Kilowatt Leistung
  • Höchstgeschwindigkeit: bis 335 km/h
  • Dienstgipfelhöhe: 4.500 Meter
  • Reichweite: bis 750 Kilometer
  • Länge des Rumpfes: 17,30 Meter
  • Höhe: 4,44 Meter
  • Durchmesser des Hauptrotors: 17,30 Meter
  • Durchmesser des Heckrotors: 3,90 Meter
  • Leergewicht: 8.400 Kilogramm
  • Startgewicht: max. 11.000 Kilogramm
  • Passagiere: 8 Soldaten mit voller Ausrüstung
  • Bewaffnung: von der Version abhängig
Quellen:

  1. Luftwaffenmuseum der Bundeswehr
  2. DDR-Luftwaffe: KHG-3
  3. Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow: Mil Mi-24P
  4. Flugzeuginfo: Mi-24 / Mi-35
  5. Technik Museum Speyer: Mil Mi-24
Literaturtipp: Wilfried Kopenhagen: Die Luftstreitkräfte der NVA. Motorbuch Verlag Stuttgart 2002, ISBN 3-613-02235-4