Milliardäre spenden: Bill Gates mobilisiert die Superreichen

Sin Dinero (kein Geld) - Christian Seidel / pixelio.de
Sin Dinero (kein Geld) - Christian Seidel / pixelio.de
40 US-Milliardäre starten unter der Führung von Bill Gates und Warren Buffet die wohl gewaltigste Spendenorganisation in der Geschichte der Menschheit.

Bill Gates, Warren Buffet, Ted Turner, George Lucas, Barron Hilton - Diese Männer sind nicht nur bekannt und reich, sie sind "superreich". Ihr Vermögen liegt jenseits jeglicher Vorstellungskraft. Was sie in einem Monat verdienen, verdient kaum jemand in seinem ganzen Leben. Doch diese Milliardäre horten ihr Gold nicht, sie geben davon ab: Wohltätige Organisationen, die sich für Entwicklungsländer in der dritten Welt einsetzen, sollen nun davon profitieren.

Bill Gates und Warren Buffet: Ein spendables Duo

Das Projekt der Milliardäre begann Anfang Sommer 2010 unter dem Namen "Giving Pledge", was "Spendeversprechen" bedeutet. Geplant war diese Aktion schon lange, nun wurde sie endlich umgesetzt: Mitte Juni riefen Microsoft Corporation-Gründer William "Bill" Gates und Großinvestor Warren Buffet zu einer unfassbaren Wohltätigkeitsaktion auf: Die reichsten Männer der Vereinigten Staaten sollen jeweils die Hälfte ihres Vermögens als Spende freigeben. Der Gewinn wird in karitative Verbände fließen und kommt dann Entwicklungsländern zu. Bislang haben sich 40 von den insgesamt 70 vorgeschlagenen Milliardären bereits in die Liste der Spender eingetragen.

Keine der Zusagen ist rechtlich gesehen bindend, doch Gates und Buffet sprechen von einer moralischen Verpflichtung gegenüber der dritten Welt. Der reiche Mann soll mit den armen Leuten teilen. Für die Entwicklungsnationen in Afrika und Asien bedeutet "Giving Pledge" ein Hoffnungsschimmer, ein Rettungsanker in der verzweifelten Not.

Wer wird sein Konto um die Hälfte erleichtern?

70 Milliardäre wurden gefragt, 40 haben jetzt schon zugesagt, darunter unter anderen der Regisseur und "Star Wars"-Erfinder George Lucas, New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg, CNN-Gründer Ted Turner, Bankier David Rockefelder, Hotelerbe Barron Hilton, Designerin Diane von Fürstenberg, Blackstone-Gründer Peter Peterson und "Oracle"-Gründer Larry Ellison. Das US-Magazin "Forbes" hat eine Liste mit den reichsten Menschen der Welt aufgestellt, viele davon sind bei "Giving Pledge" vertreten. Wer genau nachlesen möchte, wer die Hälfte seines Vermögens spenden wird, kann dies auf der offiziellen Website nachlesen.

Gates und Buffet hoffen auf weitere Zusagen, zeigen sich aber zuversichtlich und sind schon jetzt von dem Erfolg des Spendeversprechens begeistert. Experten schätzen die sich ansammelnden Spenden auf etwa 600 Milliarden Dollar, das sind umgerechnet etwa 460 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Allein in den Vereinigten Staaten leben insgesamt 400 registrierte Milliardäre, auf der ganzen Welt sind es weit mehr, in Deutschland etwa 15.

Bill Gates - ganz und gar nicht geizig

Auch unabhängig vom Projekt "Giving Pledge" engagiert Bill Gates sich für hilfsbedürftige Länder. Zusammen mit seiner Frau Melinda gründete Gates die "Bill & Melinda Gates Foundation", welche speziell Armutsnationen in Afrika und Asien unterstützt. Das Budget der Hilfsorganisation wird auf fast 30 Milliarden Dollar geschätzt. Gates plant, nach seinem Tod 99% seines Vermögens in die Gates Foundation einfließen zu lassen, allein den Rest von 1% will er seinen drei Kindern vermachen, das sind umgerechnet 10 Millionen US-Dollar pro Kind.

Auch Warren Buffet wird mit seinem Erbe ähnlich verfahren und beinahe alles der Gates Foundation zukommen lassen. Seit Jahren ist der erfolgreiche Unternehmer mit Gates eng befreundet.

Viel Geld wird gesammelt, aber die Botschaft ist wichtiger: Wer reich ist, soll die Augen von dem Elend der Welt nicht abwenden und anderen finanziell helfen, wo es zu helfen gilt.

Bildnachweis: Christian Seidel / pixelio.de