Miroslav Klose begeistert die Fans von Lazio Rom

Lazio Rom - Lazio Rom
Lazio Rom - Lazio Rom
Der Nationalspieler schießt in Mailand das erste Tor in der neuen Saison der italienischen Serie A.

Die Römer hatten schon immer ein besonderes Faible für deutsche Fußballer. Begeistert beispielsweise waren sie vom „Knipser“ Rudi Völler, dem sie auf ihre italienisch-spontane Weise zu verstehen gaben, dass es „nur einen Rudi Völler“ gibt. Sie sangen „Vola, Rudi, vola“ – flieg, Rudi flieg. Aber das ist etliche Jahre her und betraf den Hauptstadtklub Nr. 1, nämlich AS Roma. Seit dem 9. September 2011 indessen rühmt sich zu Recht Verein Nr. 2 in der italienischen Hauptstadt, Lazio also, einen deutschen Star der Sonderklasse in seinen Reihen zu haben. Er heißt Miroslav Klose und hat an diesem 9. September, einem Freitagabend, für den „kleinen“ Klub das erste Tor überhaupt in der gestarteten Serie A geschossen. In der 12. Minute. Und ausgerechnet beim amtierenden Meister, dem Berlusconi-Klub AC Milan.

Klose: Der „Ferrari“ bei Lazio Rom

Ein solcher Auftakt war für Klub-Präsident Claudio Lotito, kauziger Chef eines riesigen Reinigungsunternehmens, eigentlich schon von der Sommerpause an klar gewesen. Denn er habe schließlich Trainer Edy Reja mit Klose „einen Ferrari zur Verfügung gestellt“. Der Ferrari hat nach Angaben italienischer Zeitungen ein Salär von 2,1 Millionen Euro netto. Netto-Zahlungen sind in Italien üblich. Und weil das unter dem Stichwort „Solidaritätssteuern für Besserverdienende“ von der Regierung geändert werden sollte, hatte es in der Serie A einen Spielerstreik gegeben. Was Klose die Möglichkeit gab, vor und nach dem Länderspiel gegen Polen ein paar Tage länger italienische Eingewöhnung zu betreiben. Mit ziemlich großem Erfolg, den ihm beispielsweise der Corriere della Sera mit den Worten bescheinigte: „Das Schönste am Spiel war Kloses Treffer an einem Abend der Bomber: Vier Stars, vier Tore“.

Warum kein Treffer im Spiel gegen Polen?

Vier Stars, vier Tore, Lazio hatte 2:0 geführt nach Treffern von Klose (12.Minute) und Dibrill Cissé (21.). Dann – alles in der ersten Halbzeit – konterten die Gastgeber: Zlatan Ibrahimovic (29.) und Antonio Cassano (33. Minute) sorgten für den Ausgleich. Die römischen tifosi im Mailänder San Siro Stadion waren von Klose begeistert, die Gazetten anschließend nicht minder, im Fernsehen wurde sein Treffer zigmal in Zeitlupe gezeigt: Ballannahme mit der Brust, leichte Drehung des Oberkörpers und dann mit links in Netz. In Deutschland kennt man dies bereits. In Italien gab es Begeisterungsstürme. Und nicht wenige fragten, wie es habe sein können, dass er im Länderspiel gegen Polen wenige Tage zuvor keinen Treffer markiert hatte.

Klose fällt die Integration leicht

Trainer Reja nennt Klose einen „Weltstar“, der sich und anderen nichts mehr beweisen müsse. Mitte der zweiten Halbzeit war er physisch ausgepumpt und wurde ausgewechselt. Mit seiner Leistung war er zufrieden, mit dem geschossenen Tor erst recht, mit dem Unentschieden weniger. Aber Klose hat sich auf der Apennin-Halbinsel eingenistet. Er hat gleich zu Beginn eine Duftmarke gesetzt und den Fernsehreportern mitgeteilt: „Hier ist das Leben entspannter, und die Integration fällt mir leicht.“

Klaus J. Schwehn, Klaus J. Schwehn

Klaus J. Schwehn - Daß ich Journalist geworden bin, verdanke ich dem Umstand, daß mir meine Eltern kein Studium finanzieren konnten. (Ich ...

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