Auch im Obstgarten gibt es viele erprobte Pflanzenkombinationen für die Mischkultur, die sich positiv beeinflussen und ergänzen. Der Unterschied zur Mischkultur im Gemüsegarten besteht darin, dass sie, durch die lange Lebensdauer der Obstgewächse, nicht jährlich wechseln kann. Spielraum bleibt hier bei den Unterpflanzungen, die regelmäßig verändert werden können.

Auf gute Nachbarschaft mit Erdbeeren

Unterschiedliche Mischkultur lässt sich im Erdbeerbeet recht einfach realisieren, da sie, auch bei guter Pflege, nur bis zu vier Jahren am gleichen Ort bleiben. Die ausgesuchten Mischkulturpflanzen dürfen nicht viel Schatten werfen. Wenn im August das Erdbeerbeet gelockert und mit Kompost versorgt wird, kann noch Wintergemüse dazwischen gepflanzt und gesät werden. Es eignen sich Winterkopfsalat, Gartenkresse, Spinat und Feldsalat. Feldsalat fördert Regenwürmer und bewahrt als Schneefänger ebenso wie Spinat die Erdbeeren vor Frostschäden. Im Frühjahr werden Zwiebeln oder Knoblauch zwischen die Pflanzen gesteckt, was gegen Grauschimmel hilft. Später kann Lauch diese Aufgabe übernehmen. Eine Kräuterbeetumrandung mit Pfefferminze, Dill, Kamille, Melisse, Ringelblumen, Schnittlauch, Sommerportulak, Tagetes und Veilchen wirkt Aroma verstärkend. Borretsch fördert Blütenansatz und Befruchtung und Petersilie sowie Tagetes dienen als Köderpflanzen für Schnecken. Zu den günstigen Nachbarn zählen noch niedrige Erbsen, Buschbohnen, Möhren, Kopfsalat, Melde und Rauke. Die Nachbarschaft mit Phacelia, Gladiolen, Gräsern, Kartoffeln, Puffbohnen, Kohlarten, Radieschen, Rettich Tomaten und Tulpen sollte gemieden werden, weil diese Bodenpilze, Drahtwürmer und Nematoden begünstigen können.

Mischkultur für Himbeeren und Brombeeren

Damit keine Nährstoffkonkurrenz entsteht, sollten diese Beeren im Abstand von mindestens 3m zu Obstbäumen gepflanzt werden. Buschbohnen oder niedrige Erbsen sind gute Stickstofflieferanten für die ehemaligen Waldpflanzen. Bei Himbeeren verhindert eine Unterpflanzung mit Maiglöckchen, ebenso wie Farnkraut und Vergissmeinnicht, den Madenbefall durch den Himbeerkäfer. Maiglöckchen halten die Himbeeren gesund und ertragreich, dehnen sich allerdings stark aus. Allgemein gesundheitsfördernd wirken Ringelblumen, Knoblauch, Zwiebeln und Melisse. Schafgarbe kann die Fruchtbarkeit steigern. Ebenfalls zählen zur günstigen Nachbarschaft noch Feldsalat, Schnittsalat, Schnittlauch, Melisse, Lavendel und Thymian.

Bei Brombeeren wirkt sich eine Unterpflanzung mit Lupine, Sommer- und Winterwicke oder Senf als Gründüngung günstig aus. Nadelbäume sollten nicht in der näheren Umgebung stehen.

Beerensträucher und Mischkultur

Nach der Neupflanzung können in den ersten Jahren die Zwischenräume der Sträucher mit Gründüngung aus Sommer- und Winterwicke, Phacelia oder Lupinen ausgefüllt werden. Rainfarn kann in den folgenden Jahren ein bleibender Partner werden, um die Pflanzen gesund zu erhalten. Den gleichen Zweck erfüllen Senf und Ringelblume, die jährlich neu ausgesät werden müssen. Johannisbeeren mögen außerdem Farn, Gartenkresse, Brennnessel, Geranie und Tomate. Gegen den Säulchenrost schützt Wermut besonders die Schwarze Johannisbeere wirkungsvoll. Da Wermut auf die meisten anderen Pflanzen wachstumshemmend wirkt, sollten im Umkreis von 3m keine anderen Pflanzen stehen. Die Vitamin-C-haltigen Schwarzen Johannisbeeren mögen zudem die Nachbarschaft von Sauerkirschen. Stachelbeeren gedeihen gut in Kombination mit Schnittlauch und Wicke. Johannisbeeren, Stachelbeeren und Jostabeeren können kunterbunt zusammen gepflanzt werden. Zu Apfel- und Nadelbäumen oder Rosen sollte Abstand gehalten werden. Sie zählen zu den schlechten Nachbarn. Heidelbeeren benötigen einen anderen Standort, da sie sauren Boden bevorzugen. Schafgarbe ist ein guter Partner, denn sie steigert die Fruchtbarkeit der Heidelbeere.

Quellen: Marie-Luise Kreuter, Der Biogarten, BLV München , € 29,90

Christa Weinrich OSB Abtei Fulda, Mischkultur im Hobbygarten, Eugen Ulmer KG, Stuttgart 2008

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