Mit dem Baby im Gepäck auf die Joggingstrecke

Ein Laufkinderwagen hat für sportverrückte Eltern Vorteile. Allerdings sollte man sich vor dem Kauf eines Babyjoggers umfangreich informieren.

Wenn Mama durch den Pfälzer Wald joggt, schläft der kleine Nikolaj meist. Nein, nicht zuhause, sondern im Babyjogger. Die gleichmäßige Geschwindigkeit und das monotone Geräusch der Reifen sorgen dafür, dass der knapp zweijährige Knirps regelmäßig einschlummert. Ein Nickerchen an der frischen Luft, was gibt es Schöneres?

Anfänglich wurden die laufwütigen Eltern mit ihren Sportkinderwägen häufig belächelt, nicht zuletzt häufig für „verrückt“ erklärt. Inzwischen hat sich der dreirädrige Flitzer etabliert. Sogar bei Volksläufen werden sie immer wieder gesichtet. Solange sie das übrige Laufvolk nicht behindern, kein Problem. Vor allem aus organisatorischen Gründen ist der Laufkinderwagen bei joggenden Eltern erste Wahl. Der Babyjogger bedeutet vor allem Freiheit. Freiheit von den Terminen anderer - Ehemann, Großeltern, Nachbarn, Freunde.

Was Eltern beim Umgang mit einem Babyjogger beachten sollten

So praktisch ein Babyjogger auch ist, gilt es doch einiges zu beachten. Ein Kind sollte erst dann mitgenommen werden, wenn es schon selbst sitzen und den Kopf sehr gut halten kann. Je nach Entwicklungsstand ist dies zwischen dem sechsten und neunten Monat der Fall. Einige Hersteller produzieren für ihre Modelle auch Sitzschalen oder -wannen. In diesen können auch jüngere Babys transportiert werden. Ein Gurtsystem ist im Sinne der Sicherheit das A und O eines jeden Babyjoggers. Was macht einen guten Babyjogger zudem aus? Stabil sollte er sein, um auch im unwegsamen Gelände mit Wurzeln oder Steinen nicht zu brechen. Die Handschlaufe darf nicht zu kurz sein. Und nicht vergessen: die Reifen immer gut aufpumpen. Vor dem Kauf unbedingt testen, testen, testen, heißt die Devise. So kauft man garantiert nicht die Katze im Sack.

Die Preise variieren sehr stark; nach oben hin sind kaum Grenzen gesetzt. 300, 400 Euro sind durchaus normal für ein solches Gefährt. Wer Geld sparen will, schaut einfach mal im Internetauktionshaus vorbei oder fragt in der Laufszene nach einem gebrauchten Modell. Damit die Kleinen im Wagen nicht frieren, lautet der Rat: unbedingt ausreichend warm anziehen, denn im Gegensatz zu den sporttreibenden Eltern bewegt sich das Kind im Babyjogger nicht und ist zudem dem Fahrtwind ausgesetzt. Für den kühlen Herbst und Winter bietet er sich zudem an, einen warmen Sitzsack zu kaufen.

Damit es im Sommer keinen Sonnenbrand gibt, ist eine Sonnencreme mit entsprechend hohem Lichtschutzfaktor für das Baby obligatorisch. Übertreiben sollten es die laufenden Mütter und Väter mit ihren Kindern im Babyjogger nicht, denn eine längere Zeit still sitzen ist für die wenigsten Kinder wirklich spaßig. Also: Hände weg vom Halbmarathon oder Marathon. Eine Stunde laufen ist okay, länger sollte es nicht sein.

Babyjogger sollten bei Wettkämpfen tabu sein

Apropos Wettkämpfe: Zwar ist das Mitführen eines Babyjoggers laut Deutschem Leichtathletikverband bei reinen Volkslaufveranstaltungen erlaubt, nicht jedoch bei Straßenläufen. Als Babysitterersatz ist der Laufkinderwagen ideal, allerdings hat er bei Wettkämpfen nichts zu suchen. Gerade auf engen Strecken stellen die Sport-Kinderwägen eine Behinderung dar, können einerseits zur Stolperfalle für die Mitläufer werden, andererseits kann der Babyjogger samt dem Kleinen kippen und gefährdet damit die Gesundheit des Kindes. Also: Mit dem Kleinen lieber bei einem entspannten Jogging-Ausflug in freier Natur bleiben.

Saskia Helfenfinger-Jeck, Saskia Helfenfinger-Jeck

Saskia Helfenfinger-Jeck - "Schreiben ist für mich Passion und Profession."

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