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Mit dem Fahrrad durchs Elsass

Durch Bilderbuchlandschaft und malerische Städtchen

Eine Radtour durch das Elsass bietet bezaubernde Landschaftseinblicke und genussvolle Augenblicke bei typischen Speisen und Getränken. Ein Muss für jeden Radwanderer!

Dass Radfahren zu den gesündesten Sportarten überhaupt zählt, ist nichts Neues. Aber muss man deshalb gleich seinen Urlaub auf dem Fahrrad verbringen? Unbedingt! Eine Woche lang mit dem Stahlross durch die kleinste Provinz im Osten Frankreichs zu radeln ist ein außergewöhnliches Erlebnis. Und das ohne Stau, Hektik oder Stress. In Straßburg, der Hauptstadt des Elsass, beginnt die rund 350 Kilometer lange Reise für alle Sinne. Mittelalterliche Fachwerkhäuser in verwinkelten Gassen, elegante französische Stadtpaläste und pompöse Prachtbauten prägen das Stadtbild. Und mitten unter ihnen thront eines der schönsten gotischen Bauwerke, das Straßburger Münster, mit seiner imposanten Fassade und der leuchtenden Glasmalerei aus dem 16. Jahrhundert.

Ein besonders malerischer Stadtteil am Ufer der 111 ist La Petite France, das einstige Gerberviertel der Stadt. Sehenswert ist hier vor allem die Gerberstub in der Pflanzbad-Gasse (Rue du Bain-aux-Plantes), an deren Fassade im Sommer zahllose Blumenkästen prangen, die aufs Üppigste mit Hängegeranien bestückt sind.

Ideal für Kunstinteressierte

Doch jetzt heißt es endlich den Sattel einstellen, Helm auf, und los geht‘s! Die Fahrt auf zwei Rädern durch das köstliche Grenzland zwischen Rhein und Vogesen kann beginnen! In gemächlichem Tempo geht es Richtung Süden nach Colmar – in die zauberhafte Stadt, die mit ihren farbenfrohen Fachwerkhäusern und der üppigen Blumenpracht vor den Fenstern an die Augsburger Puppenkiste erinnert. „Das Schmuckkästchen“, wie die Einwohner ihre Stadt liebevoll nennen, beeindruckt ebenfalls durch zahlreiche Kunstschätze. So ist das Unterlinden-Museum von Colmar nach dem Pariser Louvre das meistbesuchte Museum Frankreichs. Jedes Jahr kommen Hunderttausende Kunstinteressierte, um die Sammlung von Malereien, Skulpturen und nicht zu vergessen den weltbekannten Isenheimer Altar von Matthias Grünewald, zu bewundern.

Erlesene Weine

Nach so vielen neuen Eindrücken wird es höchste Zeit, sich wieder aufs Rad zu schwingen! Fast wie von selbst schnurren die Mountainbikes über die Weinstraße, die auch als Eden des Elsass gilt und sich von Thann im Süden über Colmar, Riquewihr und Obernai bis nach Marlenheim an über 100 Weindörfern entlang zieht. Vorbei an bunten Blumenwiesen, sanft geschwungenen Hügelketten und Rebstöcken, die bis zum Horizont zu wachsen scheinen, taucht überraschend ein ganz besonderer Glockenturm aus den Weingärten auf. Der kurios in sich gedrehte Kirchturm ist das Wahrzeichen von Niedermorschwihr, einem beschaulichen 300-Seelen-Ort unweit vonColmar. Das kleine Dorf ist nicht nur berühmt für seinen erlesenen Wein, hier zaubert Christine Ferber auch die köstlichsten Marmeladen und Gelees von Straßburg bis Paris.

Ausgesuchte Köstlichkeiten

Ob mit echten Rosenblättchen, französischen Zwetschgen mit einem Hauch von Vanille und Honig oder einem Schuss Pinot Noir verfeinert: Die über 250 verschiedenen Marmeladensorten werden alle in Handarbeit hergestellt. Das Geheimnis sind die Früchte selbst. Nur frische Ware aus dem Elsass darf es sein. Die süße Handwerkskunst der Elsässerin hat ihr in Frankreich längst den Titel „la reine de confiture“ eingebracht: Marmeladenkönigin. Ein Abstecher in ihre Patisserie Ferber in der Rue des Trois-Epis Nr. 18, die bereits seit vier Generationen besteht, ist deshalb ein absolutes Muss! Doch nicht nur die Elsässer sind Genussmenschen - der Radler an sich ist es auch! Im Gepäck klirren oft Marmeladengläschen, es duften die Patés aus Colmar. Einige Weinflaschen passen sicherlich auch noch ins Gepäck. Schließlich ist das Elsass berühmt für seine edlen Tropfen. Gäste sind bei den rund 7000 Winzern herzlich willkommen. Mit ein bisschen Glück gibt es zur Weinprobe einen typischen Elsässer Flammkuchen - dann wird es eine perfekte Radtour!

Hartmut Hermanns - Dipl.-Kaufmann (FH), BWL-Studium an der Fachhochschule Aachen/Fachbereich Wirtschaft. Berufliche Stationen waren nach einer 8-jährigen ...

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