Mit dem iPhone ins Bett, dann klappt es auch mit dem Schlafen

Gut geschlafen - vielleicht war ein iPhone im Bett - © johannes götzinger / aboutpixel.de
Gut geschlafen - vielleicht war ein iPhone im Bett - © johannes götzinger / aboutpixel.de
Mit der App Schlaf-Los können Handyliebhaber ihre Schlafprobleme in den Griff kriegen, zumindest, wenn es sich um Verhaltensstörungen handelt.

Mobiltelefone werden schon seit einiger Zeit nicht mehr nur zur Kommunikation genutzt, sondern immer mehr auch zur persönlichen Lebensführung. Im medizinischen Bereich hat man schon lange erkannt, dass die kleinen Technikwunder gewinnbringend eingesetzt werden können, wenn sie mit sinnvollen Programmen ausgestattet sind. Es gibt schon länger Apps für Asthmatiker oder Diabetiker zum Beispiel, mit denen ein Krankheitsmanagement zeitgemäß stattfinden kann. Die Zusatzprogramme für Handys können in der Regel nichts, was man nicht auch ohne Technik schaffte, aber wenn es dazu führt, dass mehr Menschen zu Wohlbefinden und Gesundheit finden - warum nicht?

Klappt es mit dem Schlafen deshalb nicht, weil man es sich selbst schwer macht mit der Nachtruhe, dann gibt es jetzt auch dafür Technikhilfe. Man braucht ein iPhone, iPod touch oder iPad, Kopfhörer und die App Schlaf-Los, all das zusammen kommt unter das Kopfkissen und es kann losgehen mit stundenlanger Schlummererholung.

Wenn das eigene Verhalten den Schlaf stört

Man kann eine Menge dafür tun, um gut zu schlafen, aber auch dagegen. Halbwegs informierte Menschen wissen in der Regel, was es für einen gesunden Schlaf braucht, aber das konsequente Durchführen und Einhalten schlafhygienischer Maßnahmen scheitert oft an der Motivation. Und genau hier greift die App sinnvollerweise an - da viele Menschen von ihrem Smartphone ohnehin mittlerweile 24 Stunden täglich begleitet werden, ist es nur konsequent, den Schlafgestörten Hilfe per Handy anzubieten. Zudem kann man das mobile Gerät auch in andere Betten mitnehmen und so immer das gleiche Einschlafritual erleben. Menschen mit einer Handyallergie haben hier natürlich schlechte Karten, aber für alle anderen kann Schlaf-Los eine hilfreiche Unterstützung auf dem Weg zur erholsamen Nachtruhe sein.

Die App Schlaf-Los bietet drei Möglichkeiten, in den Schlaf zu finden

Die Schlummerhilfe bietet drei unterschiedliche Möglichkeiten, in den Schlaf zu finden. Wem hauptsächlich körperliche Anspannung den Schlaf verleidet, findet eine Anleitung zur Progressiven Muskelrelaxation nach Jacobson (PMR) vor. Schlafjünger, die sich hauptsächlich mit unliebsamen Gefühlen im Weg stehen, finden vielleicht Ruhe mit der Emotional Freedom Technique (EFT) und wer seinem Gehirn und den Gedanken nicht über den Weg traut, der kann es mit Brain-Wave versuchen, die generierten Töne sorgen für schlaffördernde Ruhe im Kopf. Natürlich kann man auch alle drei Anwendungen einzeln, nacheinander oder auch durcheinander ausprobieren, zumal man ohnehin das Eine nicht vom Anderen trennen kann. Eine physische Anspannung kann durch eine psychische verursacht sein, aber auch durch Gefühle oder Gedanken und vice versa. Ein Eingreifen in diesen sich selbst unterhaltenden Kreis ist an jeder Stelle sinnvoll.

Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson (PMR) zum Schlafen

Im Grunde geht es bei der PMR darum, Muskeln zu entspannen durch vorherige Anspannung derselben. Die Skelettmuskulatur ist dabei üblicherweise in 16 Gruppen eingeteilt, man fängt bei den kleineren Muskeln an und arbeitet mit deutlich submaximaler Intensität. Das zeitliche Verhältnis Anspannung zur Entspannung beträgt 1:3, es sollen keine Schmerzen entstehen und die Atmung nicht angehalten werden. Bei regelmäßigem Üben verfestigt sich der durchaus ansehnliche Erfolg der PMR: Muskuläre Spannungszustände werden schneller erkannt, so dass ihnen schon früh in Richtung Normotonus entgegen gewirkt werden kann, Blutdruck, Puls und Atemfrequenz sinken, die Durchblutung verbessert sich, das Immunsystem wird gestärkt - alles Faktoren, die für einen guten Schlaf sehr unterstützend sind. Auf der psychischen Seite ist eine verbesserte Körperwahrnehmung zu verzeichnen und die Fähigkeit, sich auch in angespannten Zeiten entspannen zu können.

Schlaf-Los führt den Schlafsuchenden mit seinem persönlichen Handycoach mittels PMR durch den ganzen Körper. Vorsicht ist hier aber für Menschen geboten, deren autochthone Rückenmuskulatur nicht kräftig genug ist, um den Rumpf zu stabilisieren und bei dekompensierten Herzinsuffizienzen - dann kann PMR nicht angewendet werden.

Emotional Freedom Technique (EFT) zum Schlafen

Die EFT sind eine vereinfachte Form einer Synthese aus Kinesiologie und Akupunktur und beanspruchen für sich, energetische Blockaden durch Beklopfen von vorgeschriebenen Meridianpunkten in Verbindung mit Affirmationen lösen zu können. Diese Blockaden haben psychische und physische Folgen, die damit ebenfalls erfolgreich beseitigt werden. So erklärt sich, dass die Technik im Grunde bei allen emotionalen und kognitiven Problemen helfen soll. Es gibt zahlreiche Befürworter, aber auch ebenso viele Gegner dieser Methode. Der Vorteil ist, dass der Materialeinsatz gering ist und auch das Potential für unerwünschte Wirkungen, daher lohnt ein Versuch sicherlich.

Schlaf-Los bietet eine Videoanleitung, in der die Klopfsequenz erlernt und auch instruiert wird, wie das mit den Affirmationen funktioniert, damit man diese auf die individuelle Situation auch anwenden kann. Vorsicht ist für alle Menschen geboten, denen der Gedanke, sich selbst zu beklopfen, unheimlich ist, die zu wahnhaften Verarbeitungen der Realität neigen und die emotional instabil sind.

Brain-Waves zum Schlafen

Brain-Waves sind künstlich erzeugte Töne, die das Gehirn in schlaftypische Schwingungen versetzen sollen, sie werden über ans Handy angeschlossene Kopfhörer übertragen. Aus nächtlichen EEG-Ableitungen weiß man, dass in verschiedenen Schlafphasen auch unterschiedliche Frequenzen im Kopf schwingen. Für die Einschlafphase werden Töne zwischen vier und 6,5 Hertz erzeugt, das entspricht den Theta 1 Wellen, für den Übergang zur Tiefschlafphase werden Töne mit Frequenzen zwischen 0,5 bis maximal vier Hertz erzeugt, das entspricht den Deltawellen.

Das ist die passivste und daher vielleicht auch angenehmste Schlafhilfe, die die App bietet, für Menschen mit Epilepsie allerdings verboten. Auch Migränebetroffene sollten mit dieser Anwendung zurückhaltend sein und zunächst ausprobieren, ob die Töne eher hilfreich oder anfallsauslösend sind.

Was kostet Schlaf-Los und wo bekommt man die App?

Das 107 MB große Programm ist am 11. Juni 2011 erschienen, man bekommt es für fünf Schweizer Franken im App Store. Es ist in deutscher Sprache erhältlich, übersichtlich angelegt und enthält neben den drei Anwendungen zusätzlich noch zahlreiche Informationen rund um den Schlaf. Anwendbar ist Schlaf-Los auf iPhone, iPod touch und iPad mit iOS 4.0 oder höher.

Gute Nacht!

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.

Quelle: drreidy.ch

Bildnachweis: © johannes götzinger / aboutpixel.de

Manuela Käselau, www.valeriewagner.de

Manuela Käselau - Schreiben zu können fand ich gleich nach dem Erlernen desselben eine prima Sache. Und mit der Anwendung hat es dann auch gleich recht ...

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