
- Beim Geld ausgeben immer auch ans Sparen denken - Carsten Uekötter
Das Fernsehen und die Presse sind voll von Ratgebern, Tipps und Hinweisen zum Thema Schulden und Sparen. Dabei geht es gar nicht darum, sich von fremden Beratern erklären zu lassen, wofür das eigene Geld zu verwenden ist. Im Prinzip kann jeder sein eigener Schuldenberater oder Sparkommissar werden. Mit ein paar einfachen Grundregeln, die zwar teilweise nur schweren Herzens und mit einem gehörigen Maß an Selbstdisziplin einzuhalten sind, ist es möglich, das eigene Konto im Griff zu halten und in guten Monaten darüber hinaus noch etwas für größere Ausgaben anzusparen.
Einnahmen und Ausgaben überblicken ist ein guter Weg um Schulden zu vermeiden
Die auf dem Papier einfachste Grundregel lautet „Nie mehr ausgeben als eingenommen wird“ oder anders formuliert „Die Einnahmen müssen größer sein als die Ausgaben.“ In vielen Fällen ist dies leichter gesagt als getan. Geht das Auto kaputt oder ein teures Haushaltsgerät, sind hohe Ausgaben nun mal nicht immer zu verhindern. Jedoch geht es hier vor allem um unnötige Ausgaben. Es reicht schon aus, wenn sich vor jeder Ausgabe die Frage gestellt wird „Brauche ich das wirklich?“ oder „Reicht nicht das aus, was wir noch haben?“. Durch diese interne Überprüfung der Ausgaben ist es bei der nötigen Selbstdisziplin möglich, Frust- oder Impulsivkäufe zu verhindern und damit Geld zu sparen. Wer keinen Überblick über die monatlichen Ein- und Ausgaben hat, dem ist zu empfehlen eine Liste anzulegen, auf der jede Einnahme und Ausgabe penibel dokumentiert wird. Dies führt am Monatsende oft zu überraschenden Ergebnissen und zeigt auf, für welche Punkte das meiste Geld verwendet wird.
Ratenkauf ist der erste Schritt in die Schuldenfalle
Die Fernseh- und Katalogwerbung ist voll mit angeblich attraktiven Ratenzahlungsmöglichkeiten. Hier gilt die Regel: Je minderwertiger und günstiger das gekaufte Produkt, desto risikoreicher ist die Ratenzahlung. Wird zum Beispiel ein Auto auf Ratenzahlung gekauft, so macht das Sinn. Ein Auto ist ein Wertgegenstand, der im besten Falle mehrere Jahrzehnte verwendet wird und so schnell nicht an Wert verliert. Bei einem exklusiven Handy sieht die Sache schon anders aus. Ein Handy ist ein Gebrauchsgegenstand, der durch die technische Entwicklung und das tägliche Verwenden sehr schnell an Wert verliert. Deshalb besteht gerade bei Produkten wie Handys die Gefahr, dass das Produkt schon längst nicht mehr aktuell ist oder nicht mehr funktioniert, die Ratenzahlung aber über die Lebensdauer des Produktes noch weiter zu leisten ist.
Das Konto nur im Notfall überziehen
Wird das Konto überzogen, so fallen vom ersten Tag an Überziehungszinsen an. Bei einem Dispositionskredit oder umgangssprachlichen „Limit“ liegen diese bei ungefähr zwischen 9 und 16 Prozent pro Jahr. Gibt es kein Limit, liegen die Überziehungszinsen deutlich höher. Viele Banken gewähren ihren Kunden automatisch zur Kontoeröffnung großzügige Dispositionskredite, teilweise auch ohne die Vorlage eines Einkommensnachweises. Dies machen Banken nicht ohne Grund, denn mit einem überzogenen Konto verdienen sie einen Teil ihres Geldes. Häufig beginnt mit einem überzogenen Konto der Einstieg in die Schuldenfalle. Zunächst ist das Konto deutlich überzogen, diese Überziehung führt zu hohen monatlichen Belastungen durch Überziehungszinsen. Meist kommt dann von der jeweiligen Bank das Angebot, diese Kontoüberziehung durch einen Ratenkredit auszugleichen. Dieser hat dann zwar im Vergleich zum Dispositionskredit einen günstigeren Zinssatz, ist jedoch mit einem monatlich festen Betrag über einen bestimmten Zeitraum abzuzahlen. Heißt also, zu den schon vorhandenen monatlichen Abzügen, gesellt sich ein weiterer hinzu.
Wer diese drei Grundregeln im Hinterkopf behält, der hat schon einen großen Schritt gemacht. Natürlich können nicht alle Regeln immer eingehalten werden und es gibt Situationen in denen das Konto überzogen werden muss oder Ähnliches. Jedoch geht es vor allem darum, für sich selber ein Bewusstsein zu schaffen, das eigene Geld sinnvoller zu verwenden und Ausgaben genau zu überlegen.
