Mit einem Bösendorfer Flügel und den Philharmonikern per Du

Markus arbeitet an einem Konzertflügel - Wolfgang Strohmayer
Markus arbeitet an einem Konzertflügel - Wolfgang Strohmayer
Bösendorfer, Steinway, Salvi, die Berliner Philharmoniker und Ann Sophie Mutter haben einen gemeinsamen Freund: den Musikinstrumentenbauer mit Visionen.

Was haben Robert Shumy von den Salty Dogz und Wolfgang Tomböck von den Wiener Philharmonikern gemeinsam? Sie sind Musiker und brauchen daher Instrumente. Das ist eine große Chance: Wer berühmte Musiker kennen lernen möchte, Musik liebt, handwerklich geschickt ist, viel Geduld und Ausdauer mitbringt und vielleicht sogar selbst ein Musikinstrument spielt, für den kann der Beruf des Musikinstrumentenbauers zum Traumberuf werden. Die Wege zu diesem Ziel sind ebenso zahlreich wie die verschiedenen Arten der Musikinstrumente.

Die Ausbildung zum Beruf des Musikinstrumentenbauers hängt von der gewählten Spezialisierung ab. Wer sich für den Lehrberuf Streich- und Saiteninstrumentenerzeugung entscheidet, hat drei Jahre Lehrzeit. Die Ausbildung an der Fachschule in Hallstatt dauert vier Jahre, bietet aber eine umfassendere Ausbildung und damit viel mehr berufliche Möglichkeiten. Die Ausbildung zum Klaviermacher dauert dreieinhalb Jahre, Blechblasinstrumentenerzeuger haben drei Jahre Lehrzeit.

Äußerste Präzision entscheidet über Spielbarkeit der Tuba

In der Werkstätte eines Instrumentenbauers herrscht Konzentration. Skizzen der Instrumente werden angefertigt, es wird gesägt, gebohrt, gehämmert, gelötet, geleimt, poliert, vergoldet. Egal ob Geige, Klavier oder Tuba, jedes Instrument erfordert höchste Perfektion in der Arbeit. Der Boden einer Geige wird zum Beispiel mit nur wenige Zentimetern kleinen Handhobeln auf eine Dicke von etwa eineinhalb Millimetern ausgehobelt.

Beim Klavier müssen die mehr als 5.000 Teile der Mechanik von der Taste bis zur Saite in äußerster Präzision aufeinander abgestimmt werden. Bei der Tuba regeln unter anderem Klappen und Ventile den Luftzug. Die Genauigkeit ihrer Ausführung liegt im Bereich von tausendstel Millimetern und entscheidet über Klang und Spielbarkeit des Instruments.

Die Fachschule Hallstatt bildet Meister aus

Josef aus der Steiermark und Cölestin aus Mondsee haben sich das für ihren Beruf erforderliche Spezialwissen an der Fachschule für Instrumentenbauer in Hallstatt angeeignet. Sie bauen Streich- und Zupfinstrumente. Im Anschluss an die Schulausbildung besuchten sie die einjährige Meisterschule in Hallstatt und bauten als Meisterstück eine Geige.

In Österreich werden – neben einigen weniger gespielten Arten – nur die so genannten Tiroler Volksharfen gebaut. Einer der großen Meister des Harfenbaues ist hier Peter Mürnseer in Kufstein. In mehr als 900 Stunden Arbeit und mit der Präzision eines Uhrwerks entstehen bei Klaus Horngacher in Deutschland Konzertharfen, wie sie auf allen berühmten Bühnen der Welt zu sehen und zu hören sind.

Weitere große europäische Konzerharfenbauer sind Salvi in Italien oder Lyon & Healy in England. Welche Genauigkeit an Arbeit ein Harfenbauer zu leisten hat, kann man sich ungefähr anhand des Preises eines solchen Instruments vorstellen: Bereits eine gebrauchte Konzertharfe kostet locker 45.000 Euro.

Mit Computerflügeln in die Konzertsäle Welt

Wie man Klaviere baut, lernen Larissa und Markus bei der Firma Bösendorfer in Wien. Larissa sieht „in der Kombination aus Musik und Handwerk ein Kunstwerk“. Markus will Konzerttechniker werden – das heißt, in den großen Konzertsälen der Welt die Klaviere für den Auftritt der Stars mit Stimmungen und Klangeinstellungen vorzubereiten. Außerdem möchte er sich mit Computerflügeln beschäftigen – den Wunderdingern, die imstande sind, jeden Pianisten der Welt, der einmal auf ihnen gespielt hat, wie von Geisterhand bewegt automatisch nachzuspielen.

Der Burgenländer Patrick, der „sein Hobby zum Beruf gemacht hat“, stellt bei der Firma Haagston im Mostviertel im westlichen Niederösterreich Blechblasinstrumente wie Posaunen und Trompeten her. Stolz er ist darauf, an den berühmten „Wiener Hörnern“ mitarbeiten zu dürfen. Das sind jene Instrumente, welche den Wiener Philharmonikern unter anderem ihren einmaligen Klang verleihen. Damit ist Patrick – wie auch die anderen Instrumentenbauer – auf Tuchfühlung mit den Stars der Welt.

Wolfgang Strohmayer, Wolfgang Strohmayer

Wolfgang Strohmayer - Ich bin 1951 im Mostviertel im westlichen Niederösterreich geboren. Nach dem Besuch der Volks- und Hauptschule, wo Deutsch und ...

rss