Mit Filter digital Landschaften fotografieren

Polfilter sorgt für sattere Farben - Pascal Witry
Polfilter sorgt für sattere Farben - Pascal Witry
Erfolgreich mit Filtern wie Polfilter, Skylightfilter oder UV-Filter digital ein Urlaubsfoto fotografieren. Filter und Graukarte verbessern die Qualität.

Fotohändler bieten eine Vielzahl nützlicher Objektivfilter an. Hier gibt es Tipps über Filter für die digitale Landschaftsfotografie.

Skylightfilter und UV-Filter schützen Objektiv

UV-Filter senken die Auswirkungen von Dunst auf den Bildern. Das Bild wird dann wieder satter in den Farben, zeigt weniger Dunst und ein ausgewogeneres Gesamtbild der Farben bei Panoramaaufnahmen. Ein UV-Filter oder Skylightfilter sollte zum Schutz vor Sand und Staub permanent auf dem Objektiv bleiben. Eine ähnliche Wirkung hat der Skyfilter. Er verbessert leicht die Schärfe und das Gesamtbild, vor allem bei blaustichigem Dunst, ist aber durch die Konstruktionsweise von hochwertigen Objektiven für die digitale Fotografie oft überflüssig. Skylightfilter oder UV-Filter sollten gerade bei höherwertigen Digitalkameras immer als Objektivschutz dienen. Es ist billiger nach einem unglücklichen Stoß einen zerkratzten Filter zu ersetzen als ein neues Objektiv zu kaufen.

Farbverlaufsfilter helfen bei grauen Himmel

Es gibt Tage, an denen der Himmel einfach trüb ist. Abhilfe bringt in solchen Fällen immer noch ein vor das Objektiv geschraubter Farbverlaufsfilter. Es gibt im Fotohandel in verschiedenen Stärken bläulich eingefärbte Verlaufsfilter, die einen blauen Himmel auf das Foto zaubern. Filter dieser Art können an trüben Regentagen noch so manches Urlaubsbild aufpeppen oder gar retten. Um die Filter vor dem Objektiv in die richtige Lage zu schieben, genügt als Kontrolle ein Blick auf den Kameramonitor oder durch das Okular. Die blaue Farbe vom Filter muss knapp vor Beginn der Landschaftselemente über der Horizontlinie im Bild enden, da sonst Farbverschiebungen in einzelnen Landschaftselementen unterhalb der Linie auftreten.

Grauer Verlaufsfilter

Im Gegensatz zu den farbigen Verlaufsfiltern gibt es auch graue Verlaufsfilter, die den Himmel nicht färben, sondern auf dem fertigen Foto durch die längere Belichtung dunkler wirken lassen. Diese Filter kann man auch dazu verwenden, damit an Wasserfällen fließendes Wasser als diffuse fließende Form wirkt.

Filter und künstlicher Sonnenuntergang

Es gibt neben den blau eingefärbten Farbverlaufsfiltern für die Gestaltung eines schönen Himmels auf dem Urlaubsfoto auch Filter in anderen Farben, so zum Beispiel künstliche Sonnenuntergänge. Die per Filter geschaffenen künstlichen Sonnenuntergänge überzeugen je nach Qualität des Filters und Gegebenheiten vor Ort mal mehr, mal weniger. Echte Sonnenuntergänge wirken im Vergleich zu den Produkten mancher Hersteller natürlicher.

Zirkulare Polfilter und satte Farben

Ein Polarisationsfilter wirkt wie ein Zauberstab. Er zaubert einen tiefblauen Himmel, wunderbar knackige Farben und weitgehend von Spiegelungen freie Wasserflächen aufs Foto. Im Gegensatz zu einer Analog-Kamera kommt in einer modernen digitalen Spiegelreflexkamera fast nur noch der zirkulare Polfilter zur Anwendung. Dieser Filter wird vors Objektiv geschraubt und entfaltet seine Wirkung abhängig von der Drehung des Filter vor dem Objektiv. Er polarisiert das Licht. Der vor das Objektiv geschraubte Filter wird links oder rechts gedreht, bis er seine Wirkung optimal entfaltet. Eine besonders wichtige Eigenschaft des Filters ist, Spiegelungen auf Wasserflächen oder Glasvitrinen in Museen weitgehend verschwinden zu lassen. So kann man wie durch Zauberhand ziemlich tief unter der Wasseroberfläche noch Fische und Pflanzen erkennen. Die Polfilter selbst schlucken je nach Fabrikat etwa ein bis zwei Blenden Licht.

Sternfilter für Nachtaufnahmen und Gegenlicht

Vor das Objektiv geschraubte Sternfilter erzeugen sternförmige Lichtstrahlen, die von einer Lichtquelle ausgehen. Dieser Filter sorgt zum Beispiel beim Dämmerungsbild einer städtischen Allee dafür, dass die Lampen von einem sternförmigen Lichtsaum umgeben sind. Bei Gegenlichtaufnahmen verschafft der Filter der Sonne einen sternförmige Lichtsaum.

Farbfilter für Sonne und Schatten

Zu stark rötliche oder bläuliche Farbtemperaturen, wie sie zum Beispiel im Schatten vorkommen, können durch farbige Filter korrigiert werden. Dazu genügt es, einen rötlichen oder bläulichen Filter vors Objektiv zu schrauben. Bei modernen Digitalkameras ist es aber einfacher, stattdessen einen Weißausgleich auf die weiße Rückseite einer als Referenz dienenden Graukarte zu machen. Die Graukarte ist eine aus Plastik oder Pappe bestehende Karte, auf die man mit dem Fotoapparat zielt, um eine möglichst naturgetreue Belichtung zu erhalten, da ihre graue Farbe genormten etwa 18 Prozent Grau entsprechen. Die weiße Rückseite dient zum Weißabgleich. Die so ermittelte Farbbalance und Belichtung der Bilder bringt sehr gute Resultate und sorgt für überdurchschnittlich gute Farben. Besonders interessant ist dies im Hinblick darauf, dass Graukarten sehr preisgünstig sind.

Filter und Bildbearbeitungssoftware

Daneben gibt es noch zahlreiche weitere Filter. Eine andere moderne Möglichkeit der Filterung ist natürlich Spezialsoftware, welche die Wirkung von vor das Objektiv geschraubten Filtern simuliert. Je nach Filter und Programm kann moderne Bildbearbeitungssoftware dies recht gut. Doch überzeugt ein bereits vor Ort mit einem Polfilter fotografiertes Bild oft mehr.

Filter gehören in Filtertaschen

Filter sollten zum Transport in sogenannten Filtertaschen transportiert werden. Dabei handelt es sich entweder um Lederetuis für Schraubfilter oder Kunststoffboxen für Filter aus Plastikscheiben. Dies verhindert Kratzer in den Scheiben.