
- Ein Blick vom Michel ist auch nachts möglich - FRIVB
Es passiert immer wieder: Da wohnt man seit Jahren, wenn nicht sogar seit Jahrzehnten, in ein und derselben Stadt, dann kommen plötzlich Freunde von weither zu Besuch und man möchte ihnen die schönsten Ecken zeigen, die schönsten Aussichten. Man möchte, dass die Freunde Hamburg lieben. Doch da man sich im täglichen Einerlei verloren hat, fällt einem häufig außer der obligatorischen Hafenrundfahrt, dem Besuch der üblichen Museen und Galerien spontan nicht allzu viel ein. Hier eine kleine Ideensammlung.
Kaffee und Autos – der Deutschen liebsten Kinder in der Speicherstadt und der Hafencity
Des Deutschen liebstes Getränk ist der Kaffee. Das ist hinlänglich bekannt. Auch, dass er weltweit zu den wichtigsten Handelsgütern zählt. In einem historischen Speicher in der Speicherstadt kann man jetzt diese Liebe ausleben: Die Kaffeerösterei bietet Wissen pur. Im Rahmen einer separat zu buchenden 90 Minuten dauernden Verkostung wird einem von Fachmännern nicht nur der Unterschied der diversen Kaffeesorten und deren Anbau erklärt. Zu zweit schlürft man sich durch unterschiedliche Kaffees, deren Aroma es zu beurteilen gilt. Darunter befinden sich Sorten, für die andernorts gern über 20 Euro pro Tasse gezahlt werden. Wie man das göttliche Getränk dann richtig zubereitet, wird selbstverständlich ebenfalls erläutert. Zu buchen ist die Verkostung bei der Speicherstadt Kaffeerösterei, Tel. 318 161 61.
Das Auto-Museum, besser: die Sammlung, „Prototyp“, ist ein Wunderwerk an Ästhetik! Und dieses Wunderwerk ist beileibe nicht nur ein unbedingtes Muss für Männer. Auch Frauen – und seien ihnen Autos auch sehr, sehr egal – werden in diesen heiligen Hallen in der Hafencity, Shanghaiallee 7, Tel. 39 99 69 68, vor Ehrfurcht innehalten. Eine permanente Ausstellung feinster und bester Karossen, dazu wechselnde Sonderausstellungen auf insgesamt drei Geschossen sind unbedingt sehenswert. Und wer sich dennoch nicht erwärmen kann, hat die Möglichkeit, sich an der Bar ein Getränk zu gönnen. Geöffnet Dienstag bis Sonntag jeweils von 10 bis 18 Uhr.
Hamburg von unten und von oben – hinab in tiefe Bunker und hinauf auf den Michel
Mit Geschichtsinteressierten oder Gästen, die Regen nicht mögen, taucht man am besten in Hamburgs Unterwelten ab. Die Hansestadt hat noch etliche Bunker, die gut erhalten und zu besichtigen sind. Der größte Tiefbunker der Hansestadt befindet sich am Steintorwall. 2 700 Quadratmeter ist er groß, 150 Räume befinden sich dort, um den Hamburgern im Katastrophenfall Schutz zu bieten. Während einer Führung durch diese gigantische Anlage, erfahren Besucher viel über die Geschichte des monströsen Bauwerkes, den Zweiten Weltkrieg und die Technik innerhalb der Bunkeranlage. Zu buchen sind die Führungen – es können auch andere Bunker besichtigt werden – über: Hamburger Unterwelten, Burchardstr. 22, Tel. 20 93 38 54. Die Touren finden nur an festgelegten Tagen statt und dauern circa 90 Minuten.
Der „Nachtmichel“ – eine Veranstaltung, die man sich nicht nur mit Gästen gönnen sollte. Abends öffnet die Hauptkirche St. Michaelis ihren Turm für Besucher. 109 Meter hoch über dem Meer befindet sich die kleine Plattform, die große auf 106 Meter. Hier oben muss man genießen und fotografieren – teilweise mit klassischer Hintergrundmusik. In der Regel öffnet der Michel seinen Turm von Mai bis Oktober montags bis donnerstags von 19.30 bis 23 Uhr, freitags und samstags von 19.30 bis 24 Uhr, sonntags von 19.30 bis 22 Uhr. Gebucht werden kann unter der Telefonnummer 28 52 57 91. Einlass ist am Tor 10 des Michels, Englische Planke 1a.
