
- Rennen mit Booten aus Rinde - Elvira Lauscher
Nach einem langen Winter macht es besonders viel Spaß, wieder draußen zu sein und sich an der Natur zu erfreuen. Diese putzt sich im Frühjahr nicht nur optisch heraus, sondern lädt auch dazu ein, mit Kindern etwas im Freien zu unternehmen. Man kann gemeinsam Materialien sammeln und daraus etwas basteln oder sich einfach eine Zeitlang damit spielerisch-experimentell auseinander setzen.
Kleine Kunstwerke aus Löwenzahn
Löwenzahn ist zum Beispiel nicht nur sehr gesund, wohlschmeckend und durch sein frisches Blütengelb auch schön anzusehen, er birgt eine kleine Überraschung in sich. Genauer gesagt, sind es die Stängel, die sich bei einer einfachen Behandlung in kleine Kunstwerke verwandeln, was beim Zuschauen Kindern und auch Erwachsenen viel Freude macht. Allerdings sind gerade die Stängel mit etwas Vorsicht zu genießen, da das Weiß darin auf Händen und auch auf der Kleidung hässliche Flecken macht. Wer dieses „Naturexperiment“ nachmachen will, sollte also entsprechende Kleidung tragen.
Extra breite Stängel, ein Messer und eine Schüssel Wasser
Um Löwenzahnkunstwerke herzustellen, braucht man nicht viel: Löwenzahn mit langen und möglichst dicken Stängeln, ein scharfes Messer (für kleine Kinder kann es auch eine Bastelschere sein) und eine Schüssel mit Wasser. Und schon geht es los! Nun kann man nach Belieben die Stängel einschneiden. Wer es mit den Blütenköpfen mag, schneidet nur auf einer Seite ein, wer ganz in sich zusammengeschnurrte grüne Gebilde möchte, schneidet diese von beiden an. Je öfter man die Stängel einschneidet, desto feiner kräuseln sie sich. Sie können auch unterschiedlich lang und dick geschnitten werden und ergeben so oftmals sehr lustige Gebilde – allerdings erst, wenn sie mit Wasser in Berührung kommen. Kaum legt man die geraden Stängel in eine Schüssel mit Wasser, geschieht nämlich ein kleines Wunder: Alles zieht sich zusammen, kräuselt und verändert sich und ergibt interessante Formen. Das Schöne auch für ungeduldige Kinder – das geschieht innerhalb weniger Minuten. Haben die Stängel ihre Form entsprechend verändert, behalten sie diese auch dann noch bei, wenn sie wieder aus dem Wasser herausgenommen werden. So lässt sich eine richtige kleine „Vernissage“ machen, wenn von allen Kindern die Kunstwerke aufgereiht werden.
Spaziergang im Wald zum Einsammeln der Rinde
Kinder brauchen viel Bewegung und ein Spaziergang im Wald ist immer wieder eine schöne Abwechslung, wenn man daraus ein kleines Abenteuer macht, Verstecken spielt, Vögel beobachtet oder Räubergeschichten erzählt. Und wenn Kinder wissen, dass aus dem Materialien, die man dort nebenbei sammelt, etwas Selbstgemachtes entsteht, wird es ihnen dabei ganz sicher nicht langweilig. Für die kleinen Boote braucht man kleine Rindenstück, die man an abgelegten Baumstämmen oder Unterholz findet und mit einem Messer entfernen kann.
Selbst hergestellte Boote aus Rinde
Daheim geht es dann ans Basteln. Pro Rindenboot braucht man einen Zahnstocher und entweder ein sehr leichtes Stück Stoff , Bastelpapier oder weißes Papier. Natürlich ist die Gestaltung der Bootssegel der eigenen Fantasie überlassen. Ob Streifen, einen Totenkopf, eine Blume oder einfach nur bunt – das entscheidet das Kind schon selbst. Damit es nachher keine Tränen gibt, falls doch mal ein Boot ins Wasser kippt, empfehlen sich wasserfeste Stifte zum Bemalen. Auch Wachsmalkreiden sind dafür perfekt geeignet. Die Segel ausschneiden, schmücken und mit Bastelkleber an den Zahnstocher kleben. Da Rinde sehr uneben ist, können die Zahnstocher meist ohne Probleme darin festgesteckt werden.
Kleines Wettrennen im Wasser
Die Boote in einer Schüssel, der Badewanne oder in einem nahen See ins Wasser setzen. Wenn ein leichter Wind geht, übernimmt dieser das Wettrennen und die Boote schaukeln ganz von alleine in die vereinbarte Zielrichtung. Aber man kann sie natürlich auch weiter pusten. Bei Kindern, die nicht so gerne verlieren, kann man statt dem Wettrennen auch ein Begegnungsspiel machen und sich jedes Mal darüber freuen, wenn ein Boot das andere berührt oder „küsst“.
