Mit Kindern Bilder & Collagen malen, gestalten, kreieren, basteln

Luftballon-Gesicht gut für Proportionsübungen - Rolf van Melis, Pixelio.de
Luftballon-Gesicht gut für Proportionsübungen - Rolf van Melis, Pixelio.de
Kunst ist nicht nur schön, man kann mit Kunst auch die Wahrnehmung, Denkweise, Logik und die allgemeine Reife von Kindern fördern.

Die meisten Kinder haben Spaß am Werken und kunstvollen Schaffen und leben es später auch im Kunstunterricht aus. Man kann aber auch daheim mit Kindern Techniken ausprobieren und weiterführen und so ihre künstlerische Ader und ihr Talent fördern. Besonders in späteren Klassenjahrgängen machen sich Kreativität, Einfallsreichtum und Ideen-Spontanität bezahlt. Zudem fördern Mal- und Bastelarbeiten in Familienkreis das Familienleben und geben Eltern Gelegenheit, ihre Kinder zu loben und ihnen Anerkennung zu schenken.

Gestalten mit Spritz-Siebtechnik, durch Formen und Figuren zur neuen Struktur

Diese Technik kann bereits mit Kindergartenkindern ausprobiert werden. Sie fördert die Umsetzung von Formen und Strukturen auf eine feste Oberfläche. Als erstes schneidet man beliebige Figuren und Formen aus, die auf die gewünschte Fläche passen sollen. Das kann ein helles Blatt Papier sein oder auch die weiße oder helle Kinderzimmerwand. Dann legt man die Formen beliebig auf die Fläche darauf, gegebenenfalls befestigt man sie mit einem Klebestreifen von unten. Dabei darf das Klebeband nicht über den Rand der Figur oder Form hinausragen und muss auch wieder leicht abziehbar sein, ohne das Papier oder die Fläche zu beschädigen. Kreppband ist hier eine Alternative.

Ist man mit seinem gelegten Bildmuster zufrieden, kann man mit der eigentlichen kreativen Arbeit beginnen. Dazu reicht ein gewöhnliches Sieb, was man im Haushalt verwendet. Es sollte aber nicht zu eng- oder großmaschig sein, denn dann misslingt die Struktur. Dann streicht man mit einem Pinsel Farbe über das Sieb und lässt die Farbe durch das Sieb auf das Bild und über die Formen spritzen. Je bunter, umso lustiger wird das Bild zum Schluss. Nach einer kurzen Trocknungszeit kann man die Formen und Figuren wieder abziehen und erhält so schöne weiße Formen in einem Meer von bunten Farbspritzern. Macht Spaß und ist leicht auszuführen.

Reißtechnik für Collagen – aus abstrakten Schnipseln neue Bilder zaubern

Auch diese Technik ist leicht und wird auch im Kindergarten angewendet. Hierbei können Kinder buntes Papier zerreißen und aus den Schnipseln ein neues, buntes Bild zaubern. Je kleiner die Schnipsel sind, umso genauer lässt sich ein Bild gestalten, z.B. wenn man ein Gesicht kleben will. Hilfreich ist auch, wenn es dünnes Papier ist, also Glanzpapier, Transparentpapier oder sogar Geschenkpapier. Beim Tonpapier kann das Papier vorher knicken und lässt sich später nur schlecht kleben. Welches Thema man nimmt ist nicht wichtig, es sollte aber dem Kind Spaß machen und nicht zu schwer sein. Gut geeignet sind Mandalas oder leichte Motive und Themen wie Spielen auf dem Spielplatz, Haustiere oder die Familie. An dieser Technik lässt sich besonders gut erkennen, wie gut die abstrakte Wahrnehmung und das Denken des Kindes sind, wenn es z.B. auch Details versucht wiederzugeben.

Das Luftballon-Männchen und seine Gesichter – so lernt man Proportionen

Eine einfache Möglichkeit zu basteln bietet auch der Luftballon. Mit diesem kann man Kindern Proportionen näher bringen, z.B. die eines Gesichts. Man pustet einen Luftballon auf und lässt das Kind ein Gesicht darauf malen. Kindern, die Probleme mit richtiger Positionierung der Gesichtsteile haben, sollten ihre Eltern eine Hilfsstütze geben und ihnen Orientierungspunkte für die einzelnen Bereiche auf dem Luftballon aufmalen. Vorausgesetzt die Kinder möchten es. Wenn es gegen den Willen des Kindes geschieht, verliert es den Spaß an dieser Bastelidee und macht nicht mehr mit. Am besten man fragt also vorher, ob man helfen soll. Ist das Gesicht dann fertig, also auf- und ausgemalt, geht es an die Ohren und die Haare. Beides wird auf den Luftballon aufgeklebt. Als Haarmaterial können Wolle, Seile, zerschnittener Stoffrest oder andere nützliche Dinge dienen. Die Ohren können z.B. aus leeren Eierpappkartons geschnitten werden. Wie der Kopf des Luftballon-Männchens nachher aussieht ist nicht so wichtig. Wichtig ist, dass das Kind mit Proportionen umzugehen lernt und Spaß an der Gestaltung mit den unterschiedlichen Materialien hat. Man kann es immer wieder machen, weil es jedes Mal anders aussehen wird.

Collagen mit unterschiedlichstem Material für unterschiedlichste Erfahrungen

Collagen sind eine gute Kunstform, um Kindern auf spielerische Weise unterschiedlichste Erfahrungen nahezubringen. Am besten man wählt ein Thema, das dem Alter gut entspricht und stellt dem Kind das Material von vornherein zu Verfügung. Weitere, kleinere Vorgaben, erleichtern den Start, in dem man z.B. ein zum Thema passendes Foto auf ein Blatt Papier klebt und das Bild fortführen lässt, mittels der anderen Materialien. Zum Basteln eignen sich am besten flexible oder feine Materialien wie buntes Papier, Seile, Stoff, Gummis, Bänder, Knöpfe, Korken, Strohhalme, kleinere Deckel, kleine Steine, Glitzerpulver, trockene Pflanzen oder trockenes Laub, Schnürsenkel, Fäden, Silberpapier aus der Schokolade, weitere Fotos, die man zerschneiden kann, interessante Plastikteile z.B. aus Verpackungen oder auch älterer, nicht mehr brauchbarer Schmuck, wie Ketten usw. Das Ergebnis der Collage soll das Kind selbst bestimmen dürfen. Impulse sollen nur dann gegeben werden, wenn sie vom Kind erwünscht werden. So lernen Kinder am ehesten kreativ zu gestalten, zu kombinieren, zu verarbeiten und Neues zu schaffen.

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Eva Weber - Nach meinem Studium des Internationalen Kulturmanagements in Freiburg arbeitete ich für meinen Mann, und führe heute die ...

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