
- Gesund und köstlich: Melonen - Sigrid Stephenson
Dass es immer mehr dicke und träge Kinder gibt, ist kein Geheimnis. Gesund ernährte Kinder dagegen sind fit, fröhlich und aktiv. Bekommen sie in einer guten Atmosphäre fantasievoll zubereitete Mahlzeiten, geht es ihnen richtig gut. Das funktioniert mit guter Planung, Konsequenz und ein wenig Zeit.
Die Neugier der Kinder wecken
Fernsehwerbung, bunte "kindgerechte" Verpackungen, das Vorbild der Spielgefährten und Schulkameraden - all das weckt Wünsche und Begehrlichkeiten. Wer schlechte Gewohnheiten und Vorbilder durch gute ersetzen will, braucht Fantasie, Klarheit und Ausdauer. Aber: Es lohnt sich!
Kinder sind von Natur aus neugierig. Das lässt sich nutzen. Setzen Sie auf Vollwertkost und Vitalstoffe - so geben Sie Ihren Kindern eine gute Basis. Aber: Machen Sie die künftigen Veränderungen Ihrer Essgewonheiten nicht zu einem Sieg der Erwachsenenvernunft über Kinderwünsche. Machen Sie sie zu einem Abenteuer. Wenn Sie einen bunten Gemüseeintopf gekocht haben und die Kinder zum Essen rufen, dann laden Sie die Sprösslinge zum "Piratentopf". Bieten Sie dazu noch ein paar schwarze Augenbinden an, aus einem Stück Stoff gerissen und quer über ein Auge gebunden, ohne die echte Piraten so was natürlich auf keinen Fall essen dürfen - so haben Sie schon fast gewonnen.
Machen Sie Ihre Mahlzeiten zu einem Fest!
Auch mit wenig Zeit und Aufwand lassen sich Mahlzeiten so gestalten, dass alle, die am Tisch sitzen, sich rundherum wohl fühlen können.
- Decken Sie rechtzeitig den Tisch. Fürs Frühstück kann das schon am Abend zuvor geschehen. Lassen Sie Ihre Kinder dabei helfen.
- Machen Sie einen Menüplan für die ganze Woche und hängen ihn an Ihre Pinwand, zusammen mit einem Schild für feste Essenszeiten. Lassen Sie die Kinder Buntes dazu malen.
- Gestalten Sie für jedes Kind seinen persönlichen Essplatz. Ein Set in seiner Lieblingsfarbe schützt die Tischplatte, in Folie eingeschweißte Tischkärtchen mit Namen und Foto des Kindes vergeben "Platzrechte".
- Verbannen Sie Fast Food und Süßigkeiten aus Ihren Schränken. Bieten Sie Ihren Kindern Obst- und Gemüsespalten als Zwischenmahlzeit an. Eine Scheibe Melone, ein Stück Apfel, ein paar eingelegte Gurken. Dann haben Sie keine "schlechten Esser" mehr am Tisch.
- Eine kurze Runde Fußball hinterm Haus mit Papa vor dem Essen fördert Entspannung und Appetit.
- Benutzen Sie ein hübsches Geschirr und bunte Gläser.
- Spielen Sie auch beim Essen mit Farben. Vollwertreis mit Tiefkühlerbsen und gehackter Petersilie wirkt viel attraktiver als weißer Reis "ohne alles". Noch schöner wird es, wenn Sie ein wenig klein geschnittene rote Paprika unterheben. Rot und Grün sind Komplementärfarben. Sie bringen sich gegenseitig zum Leuchten.
- Auch Kinderaugen essen mit. Dekorieren Sie das Essen. Das braucht nicht aufwändig zu sein. Zwei Möhrenscheiben als Augen, eine Olive als Nase und eine halbe Gurkenscheibe als Mund lassen sich schnell in eine Schale Zaziki stecken.
- Gestresste Eltern sollten vor dem Essen für eine Minute auf den Balkon oder in einen Nebenraum gehen. Wenn Sie ein Baby oder Kleinkind haben, das nicht allein bleiben kann, nehmen Sie es mit. Atmen Sie ein paar Atemzüge lang tief ein und aus. Wiegen Sie Ihr Kind hin und her, summen Sie ihm was vor. Das beruhigt sie beide.
- Jede Form von Streit, Ärger, Schulproblemen, Diskussionen, Angst und Hektik sollten während der Mahlzeiten absolut tabu sein. Zur Klärung von Problemen ist später Zeit. Am besten bei einer wöchentlichen (bei viel Klärungsbedarf auch täglichen) Familienkonferenz.
- Wenn Sie mögen, lassen sie während des Essens ein wenig leise(!) Musik laufen. Klassische oder Meditationsmusik tut auch jungen Ohren gut.
Setzen Sie sich mit Ihren Kindern gemeinsam an den Tisch. Vermeiden Sie unkontrollierte Zwischenmahlzeiten. Genießen Sie diese Zeit, in der sie eine Familie mit Kindern sind. Kinder werden so viel schneller groß als Sie meinen.
