Noch nie war es in Deutschland so heiß wie in diesem Sommer! – Dieser Satz wiederholt sich wahrscheinlich von Jahr zu Jahr; und dennoch entspricht er den Tatsachen.
Kleine Kinder sind bei diesen extremen Wetterbedingungen natürlich besonders gefährdet, denn der junge Organismus und auch die Haut der Kleinen sind solche Temperaturen und Witterungen noch nicht gewohnt. Aus diesen Gründen sollten Eltern, Großeltern und andere Erziehungsberechtigte während der heißen Jahreszeit im Umgang mit kleinen Kindern einige wichtige Verhaltensregeln und Schutzmaßnahmen beherzigen, damit sie den Sommer unbeschwert genießen können.
Was tun bei Hitzepickeln und Hautausschlag?
Bei vielen Kleinkindern und Säuglingen zeigen sich bei den hochsommerlichen Temperaturen, gerade wenn sie länger anhalten, vermehrt Hautirritationen und Reizungen. Meist bilden sich diese in Form eines Hautausschlages als kleine rote Pickelchen, die sich beim Darüberstreichen auch deutlich erfühlen lassen. Die so genannten Hitzepickelchen treten besonders an den Bereichen des Körpers auf, an denen die Kinder vermehrt schwitzen; ganz besonders häufig im Windelbereich, aber auch am Bauch, am Rücken, in den Kniekehlen oder unter den Axeln. Grundsätzlich sind solche hitzebedingten Hautreaktionen nichts Beunruhigendes, im Allgemeinen leiden die Kleinen auch nicht darunter. Zur Linderung des Ausschlages kann eine leichte Körperpflege eingesetzt werden. Die betroffenen Hautbereiche können mehrmals täglich mit einer Feuchtigkeitsspenden Creme, die leicht einzieht und kühlende Wirkung besitzt, behandelt werden. Eine gute Aftersun-Lotion eignet sich beispielsweise sehr gut, vor allem aber sollte die verwendete Creme keine reizenden Zusätze wie Parfüm enthalten. Zusätzlich sollten die mit Ausschlag bedeckten Hautpartien häufig belüftet werden, das Kind sollte also öfter mal „unten ohne“ herumlaufen dürfen. Nach dem Waschen, Baden oder Wickeln sollte die Haut vollständig trocken sein, bevor sie mit der Windel oder mit Kleidung bedeckt wird. Klares, lauwarmes Wasser ist zum Waschen ideal, um die gereizte Haut nicht noch zusätzlich mit Seife zu strapazieren. Calcium in Form von Brausetabletten kann ebenfalls helfen.
In der Regel verschwinden die Hitzeausschläge bei kühleren Temperaturen von selbst; sollte das nicht der Fall sein und die Hautreaktion sich verschlimmern oder gar zu Jucken oder Schmerzen beginnen, sollte das Kind einem Kinderarzt vorgestellt werden.
Sollten Kleinkinder in der prallen Sonne spielen?
Während der Mittagszeit sollten Kinder die pralle Sonne in jedem Falle meiden; zusätzlich sollten sie vor dem Gang ins Freie mit einer geeigneten Sonnencreme eingeschmiert werden; ein Lichtschutzfaktor von mindestens 50 ist dabei sehr zu empfehlen. Kinder, deren Haut sich während des Aufenthaltes im Freien rot färbt, vor allem im Gesicht, sollten ihr Spiel für diesen Tag besser ins Haus verlegen.
Zusätzlich sollten die Kleinen natürlich viel trinken, vorzugsweise Wasser oder Saftschorlen, um den Flüssigkeitsverlust durch Hitze und Schwitzen auszugleichen. Süße, stark Zuckerhaltige Getränke, wie etwa Limonade oder unverdünnte Fruchtnektare sind keine geeigneten Durstlöscher für Kinder.
Vorbeugende Maßnahmen gegen Überhitzung und Hitzschlag
Kinder, die sich im Sommer im Freien aufhalten, sollten stets eine Kopfbedeckung tragen. Für kleine Sonnenfans gibt es auch Kleidung, die einen in die Fasern „eingewebten“ Sonnenschutz enthalten. Diese Textilien sind zum Beispiel für einen Strandurlaub sehr gut geeignet. Auch unter der Badekleidung oder der Sommerkleidung sollte unbedingt eine Sonnenschutzcreme aufgetragen werden, denn die Mehrzahl der leichten Sommerstoffe bietet keinen Schutz vor schädlichen UV-Strahlen. Wird die Hitze zu groß, etwa ab 30 Grad, sollte den Kinder eine Wasserspielmöglichkeit im Freien bereitgestellt werden, sei es ein Planschbecken, eine Schüssel mit Wasser, ein Schwimmbad oder ein Rasensprenger zum Durchlaufen. Das Herumtoben im Wasser macht nicht nur sehr viel Spaß, sondern es schützt die Kinder zudem vor Überhitzung und damit vor einem gefährlichen Hitzschlag.
Was tun bei Sonnenstich, Überhitzung und Hitzschlag?
Wenn kleine Kinder im Sommer im Freien spielen, vergessen sie leicht die Zeit. So etwas kann bei unzureichendem Schutz gegen Sonneneinstrahlung und Hitze leicht zu Überhitzung und damit verbunden zu einem gefährlichen Hitzschlag oder Sonnenstich führen.
Bei den ersten Anzeichen von Überhitzung in Form von hochrotem heißem Gesicht, Kopfschmerzen und Schwindel sollte das betroffene Kind sofort in den Schatten gebracht und hingelegt werden. Wenn möglich, sollte die Kleidung entfernt werden, damit Luft an den Körper gelangen kann; leicht gekühltes Wasser kann zum Trinken angeboten werden. Vorsicht! Eiskalte Getränke können hier zu einem Schock führen! In jedem Falle sollte dem das betroffene Kind für den Rest des Tages in einem abgedunkelten Raum ruhen. Eine zusätzliche Gabe der homöopathischen Mittel Aconitum oder Belladonna wirken ebenfalls lindernd. Bessert sich das Befinden des Kindes nach diesen Maßnahmen nicht bald oder kommen sogar noch Erbrechen, Fieber oder starke Kreislaufprobleme hinzu, sollte sofort ein Kinderarzt aufgesucht werden. Verliert das Kind das Bewusstsein, muss sofort ein Notruf absetzt werden.
Viele dieser Verhaltens-Hinweise sind einfach einzuhalten und gelten heutzutage im Umgang mit Kindern als Grundsatz-Regeln bei sommerlichem Wetter! Werden sie von den zuständigen Erziehungsberechtigten ernst genommen und beachtet, so kann dies erheblich zu einem unbeschwerten Genuss des Sommers für die gesamte Familie beitragen.
