
- Kupfer - gut gegen Demenz? - Bouda - pixelio
„An ihrer Seite“ heißt ein vielfach preisgekrönter Film, in dem Julie Christie eine Frau spielt, die an Alzheimer erkrankt und innerhalb eines Monats 44 glückliche Ehejahre und ihren Mann einfach vergisst. Im Film ist es bewegend, mit anzusehen, wie sich krankheitsbedingt die Persönlichkeit eines Menschen komplett verändert. Im „richtigen Leben“ spricht man bei Alzheimer von der Geißel des 21. Jahrhunderts, denn der Verlust des Kurzzeitgedächtnisses ist für die Betroffenen und ihre Familien fatal.
Noch gibt es kein Heilmittel gegen AD, verschiedene Medikamente sollen jedoch den Krankheitsverlauf verlangsamen. Die orthomolekulare Medizin stellte Verbesserungen der Symptome nach der Gabe von Omega-3-Fettsäuren fest und empfiehlt zudem Vitamin C und Vitamin E in Höchstdosen. In der Naturheilkunde werden dazu Präparate gegeben, die für eine Verbesserung der Durchblutung sorgen, wie beispielsweise Gingko.
Warum Kupfer gegen Alzheimer helfen könnte
Mit der Gabe von Kupfer wird ein neues Wirkprinzip verfolgt. Der Hintergrund ist die Beobachtung, dass Alzheimerpatienten verglichen mit Gleichaltrigen, deutlich weniger Kupfer im Gehirn speichern. Kupfer gehört aber – sehr stark vereinfacht dargestellt – zu den Stoffen, die Freie Radikale im Körper verhindern. Wenn im Gehirn nun zu wenig Kupfer aktiv ist, entsteht starker oxidativer Stress, der wiederum zu erheblichen Schäden im Gehirn führt. Forscher der Universität des Saarlandes und der Freien Universität Berlin konnten in Studien mit Alzheimer-Mäusen zeigen, dass die Bildung von schädlichen Ablagerungen im Gehirn (Plaques) verzögert werden kann, wenn den Tieren über das Trinkwasser verstärkt Kupferionen zugeführt werden.
Eine Studie bestätigt bessere kognitive Leistungen mit Kupfer
Im Rahmen der Behandlungsangebote der Universitäts-Nervenklinik des Saarlandes wurde eine Therapiestudie für Patienten mit beginnenden Demenzerkrankungen vom Alzheimer-Typ angeboten. Bei dieser Behandlungsstudie wurde die Wirksamkeit einer Gabe von Kupferorotat geprüft, welches zusätzlich zur Standardbehandlung mit einem Cholinesterasehemmer gegeben wurde.
In einer Studie wurden siebzig Alzheimer Patienten über zwei Jahre lang 8 mg elementares Kupfer verabreicht, ohne dass irgendwelche schwerwiegenden oder anhaltenden Nebenwirkungen auftraten. Die Studienauswertung ergab, dass hohe Kupferwerte im Blut mit besseren kognitiven Leistungen korrelierten. Tatsächlich konnte ein wichtiger Biomarker der Alzheimer Krankheit durch die Kupferbehandlung stabilisiert werden (Abea42-Werte im Nervenwasser). Allerdings wirkte sich die Behandlung nicht auf neuropsychologische Parameter aus.
Noch sind mehr Fragen offen als beantwortet
Diese Ergebnisse bedeuten leider nicht, dass Alzheimer künftig heilbar wäre. Die Studien legen nur die Vermutung nahe, dass die frühzeitige Gabe eines Kupferpräparats den Verlauf der Krankheit verlangsamen und vermindern könnte. Andere Möglichkeiten, den oxidativen Stress im Gehirn zu minimieren, müssen weiter untersucht werden. Auch die Frage, ob Kupfer bei „normaler“ Vergesslichkeit oder zur Steigerung der Aufmerksamkeit beispielsweise in Prüfungssituationen hilft, ist bislang nicht beantwortet.
Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel generell fachlichen Rat - zum Beispiel durch einen Arzt - nicht ersetzen kann.
Studien und Quellen:
Häringer, E., Inderst, R.: Kupfer, ein Spurenelement mit breitem Leistungsspektrum, aber einem innovativen Schwerpunkt: Demenz, Erfahrungsheilkunde, Band 55, Heft 10, 2006
Pajonk, F-G, Kessler, H., Supprian T, Hamzei, P. et al: Cognitive fecline correlates with low plasma concentrations of copper in patients with mild to moderate Alzheimer's disease. J. Alzheimer Dis 2005, 8: 23-7
PNAS (Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America), 25. November 2003, vol. 100, no. 24, 14187-14192 [http://www.pnas.org].
