Mit spezieller Ernährung gegen Bluthochdruck

Wie senke ich den Blutdruck ohne Medikamente?

Blutdruckmessgerät - Cindy Maréchal
Blutdruckmessgerät - Cindy Maréchal
Wegen unerwünschter Nebenwirkungen von Medikamenten besinnt man sich zunehmend auf natürliche Heilmethoden. Gesunde Ernährung kann hierbei entscheidende Beiträge leisten.

Eine ausgewogene Ernährung und ein gesundes Wachstum im Kindesalter kann zu stabilen Blutdruckwerten beim Erwachsenen beitragen. Insbesondere die Ernährung während der Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren scheint eine bedeutende Rolle dabei zu spielen.

Entstehung von Bluthochdruck

Erhöhte Blutdruckwerte treten meist im mittleren Alter auf und unterliegen möglicherweise genetischen Faktoren, da sie familiär gehäuft vorkommen. Zudem spielen Umwelteinflüsse, Stress und Lärm eine Rolle. In einigen Fällen kann eine Störung der Nierenfunktion erhöhtem Blutdruck vorausgehen, auch wird von hormonellen Störungen berichtet, die höhere Werte begünstigen können. Die häufigste Form ist die so genannte arterielle oder primäre Hypertonie, deren genaue Ursachen bis heute noch nicht vollständig geklärt werden konnten.

Maßnahmen zur Behandlung von Bluthochdruck

Um hohen Blutdruckwerten entgegen zu wirken und damit Folgeerscheinungen wie beispielsweise Schlaganfälle und Sehstörungen oder eine Schädigung der Nieren zu vermeiden, werden folgende Maßnahmen empfohlen:

  • Einnahme von Medikamenten mit Blutdruck senkender Wirkung
  • Sport in Maßen senkt den Blutdruck, Überanstrengung ist aber zu meiden
  • gesunde Ernährung zur Vermeidung von Übergewicht

Welche Maßnahmen beim einzelnen Hochdruck-Patienten angezeigt sind, entscheidet in der Regel der behandelnde Arzt. Ebenso ist es wichtig, den Blutdruck regelmäßig zu kontrollieren.

Ernährung und Gewichtskontrolle bei erhöhten Blutdruckwerten

Im Allgemeinen wird Bluthochdruck-Patienten empfohlen, auf eine fettarme, ausgewogene Ernährung zu achten und den Alkoholkonsum zu verringern. Insbesondere, weil die meisten Medikamente zu unerwünschten Nebenwirkungen führen, gewinnt der Faktor Ernährung bei Bluthochdruck-Patienten zunehmend an Bedeutung. Der Blutdruck sinkt deutlich, wenn das Körpergewicht mithilfe einer dauerhaften Ernährungsumstellung schrittweise reduziert wird. Bei einer schnellen Gewichtsreduktion durch einseitige Diäten allerdings besteht die Gefahr des bekannten Jojo-Effekts, welcher die Neigung zu Bluthochdruck noch verstärken kann.

Einzelne Lebensmittel mit Blutdruck beeinflussender Wirkung

Wie oben beschrieben, trägt eine fettarme Ernährung und wenig Alkohol dazu bei, den Blutdruck zu senken. Parallel dazu können verschiedene Nahrungsmittel und ihre Inhaltsstoffe die Blutdruckwerte sowohl im positiven als auch im negativen Sinne beeinflussen. Zu den Blutdruck erhöhenden und damit zu meidenden Lebensmitteln gehören:

  • Salz, stark gesalzene Speisen ( Gepökeltes, Chips, Laugenbrezeln)
  • eingelegte Speisen, Konserven, Fertigprodukte
  • Genussmittel wie Alkohol, Kaffee, Zigaretten
  • Fett, vor allem gesättigte Fettsäuren ( in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Wurst, Käse und Sahne)
  • Lakritz

Die folgenden Lebensmittel besitzen Blutdruck senkende Eigenschaften und sollten regelmäßig verzehrt werden:

  • frisches Obst und Gemüse (liefert Kalium, welches die Wirkung einer hohen Salzzufuhr mildert)
  • fettarme Fischsorten (Omega-3-Fettsäuren zum Beispiel aus Scholle, Seelachs und Kabeljau senken den Blutdruck)
  • Milchprodukte und fettreduzierte Molkereiprodukte (die enthaltenen Mineralstoffe Kalzium, Magnesium und Pottasche sowie Peptide, die bei der Verdauung der Milchproteine entstehen, vermindern die Blutdruckwerte)
  • Kokoswasser (als Quelle für Magnesium und Kalium)
  • Kräuter und Gewürze wie Petersilie, Schnittlauch, Majoran, Brennnessel, Bärlauch, aber auch Knoblauch haben eine Blutdruck senkende Wirkung
  • Verzehr dunkler, halbbitterer Schokolade bei entsprechendem Kalorien-Ausgleich (enthält sekundäre Pflanzenstoffe, die Blutdruck beeinflussenden Polyphenole)
  • Rote Bete
  • Orangensaft (enthält das Flavonoid Hesperidin)
  • Mineralwasser mit mindestens 1300 mg Hydrogenkarbonat je Liter (senkt Blutdruck und Cholesterin)

Gute Kaliumlieferanten sind außerdem Gemüse wie

  • Avocado,
  • Spinat,
  • Möhren,
  • Kartoffeln und
  • Hülsenfrüchte

sowie Obst wie

  • Beeren,
  • Steinobst und
  • Banane.

Eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit hohem Anteil an Obst und Gemüse sowie fettarmen Milchprodukten und Fisch unter Verwendung geschmacksintensiver Kräuter und Gewürze anstelle von Salz kann demnach einen entscheidenden Beitrag zur Senkung erhöhter Blutdruckwerte leisten.

Bitte beachten Sie, dass ein Suite101-Artikel den ärztlichen Rat niemals ersetzen kann!

Literatur:

Taylor RS et al.: Reduced dietary salt for the prevention of cardiovascular disease. Cochrane Database Syst Rev; 7 (2011)

Yang Q et al.: Sodium and Potassium Intake and Mortality Among US Adults: Prospective Data From the Third National Health and Nutrition Examination Survey. Arch Intern Med; 171(13) (2011) 1183-1191

Perez-Granados, A. M. et. al: Reduction in cardiovascular risk by sodium-bicarbonated mineral water in moderately hypercholesterolemic young adults. Journal of Nutritional Biochemistry (2009)

Engberink MF et al: Inverse association between dairy intake and hypertension: the Rotterdam Study. American Journal of Clinical Nutrition 89 6 (2009) 1877-83. doi:10.3945/ajcn.2008.27064

Cindy Maréchal, privat

Cindy Maréchal - Kurzvita 1998-2002 Studium der Haushalts- und Ernährungswirtschaft (Schwerpunkt Ausbildung und Beratung) an der Fachhochschule ...

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