
- Mittelalter pur in der - Eckstein
Wo steht eigentlich das älteste, noch erhaltene Haus Landsbergs, wo wohnte der Scharfrichter und warum waren ab 1720 die Landsberger Mädchen schlauer als die Buben? Diesen und vielen anderen Fragen und Geschichten nachspüren kann man mit der Stadtführung „Mit Pauken und Trompeten“, die der Verein Landsberger Gästeführer anbietet.
Stadtführerinnen im historischen Gewand
Prächtig gekleidet, eine im Renaissancegewand, die andere im Barockkostüm, erwarten die beiden Stadtführerinnen ihre Gäste am Leonhardiplatz, wo die Trommlergruppe der Musikschule „Licca Percussiva“ zur Einstimmung ein rhythmisches „Hallo, ihr seid‘s, Servus“ zum Besten gibt. Zunächst geht es zum Klösterl und Seelberg, wo es Informationen und Geschichten zur ersten Besiedelung der Lechstadt gibt und auch das Geheimnis der kleinen Türen gelüftet wird – das an dieser Stelle natürlich nicht verraten wird. Hier erfährt man auch, warum die Seelfrauen den Landsbergern immer ein wenig suspekt waren und wo der Scharfrichter wohnte. Die Bewohnerin eines der historischen Häuser erklärt die Raumaufteilung und baulichen Besonderheiten ihres Heimes und schlägt so den Bogen zur Gegenwart.
Ins Hexenviertel
Über die Gogglgasse geht es zum Hauptplatz und ins Hexenviertel, wobei die Trommler und Trompeter mit kleinen Soloeinlagen jeweils ein neues Thema ankündigen und im Hexenviertel sogar einen „Hexentanz“ aufführen. „Frau Sieglinde“ und „Frau Gaby“ erzählen und erklären lebendig und anschaulich, mit viel Humor und Charme und übersetzen auch mal das Bayerische für die holländischen Gäste, die sich der Führung angeschlossen haben. Um den Besuchern ein besseres Bild alter Stadtansichten zu vermitteln, haben sie Kopien historischer Stiche dabei, die jeder in Ruhe betrachten kann. Ein Highlight ist sicherlich der Gang durch die „Enge Reihe“, einer nahezu original mittelalterlichen Gasse, die nur im Rahmen dieser Sonderführungen zugänglich ist.
Neue Seiten der Stadt
Eine kleine Stärkung gibt es in der Ledergasse: „Frau Sieglinde“ hat ein sogenanntes „Hungerbrot“ nach altem Rezept gebacken, das Standardessen der Landsberger während der Belagerung durch die Franzosen. Vor Betreten der Blatterngasse gibt es außerdem noch ein Abwehrmittel gegen Krankheit. Über den Roßmarkt geht es dann durch das Bäckertor bis zum Färbertor, wo die Führung schließlich endet – mit „Pauken und Trompeten“. Eine Führung, die nicht nur für Touristen interessant ist, sondern auch Landsbergern ganz neue Seiten ihrer Stadt nahebringen und „Viertel, die man sonst nicht unbedingt sieht“, genau, wie Stadtführerin Sieglinde Soyer vorher versprochen hatte.
In Landsberg werden mehrere thematische Stadtführungen angeboten, das Angebot wechselt je nach Jahreszeit. Einige Führungen können beim Fremdenverkehrsamt, andere beim „Verein Landsberger Gästeführer“ gebucht werden.
