Mobbing an deutschen Schulen: ein oft totgeschwiegenes Verbrechen

Jugendliche gegen Gewalt; Treffen Basel - Nairobi - von terre des hommes schweiz
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Mobbing ist ein durchaus ernst zu nehmendes Thema an deutschen Schulen, denn ungefähr jeder zehnte Schüler wird gemobbt.

Mobbing ist ein durchaus ernst zu nehmendes Thema an deutschen Schulen, denn ungefähr jeder zehnte Schüler wird gemobbt. Was sich früher unter dem schlichten Wort „Hänseln" verbarg, hat nun einen modernen Begriff bekommen. Das Problem bleibt allerdings dasselbe, denn es werden auch noch heutzutage, die daraus resultierenden psychischen, emotionalen und sozialen Probleme unterschätzt. Das Opfer wird meist isoliert von den Tätern oder es war bereits schon wenig in die Gruppe integriert. Bevorzugt werden physisch schwächere Menschen, als Bezugspunkt muss dabei die physische Stärke der Täter genommen werden. Wenn es sich als nötig erweist, wird das Opfer nun innerhalb der Gemeinde als schlechter Mensch dargestellt. Da über das Mobbingopfer meist wenig bekannt ist, gelingt dies oft.

Es fängt meist noch harmlos an mit einfachsten Neckereien. Zum Beispiel könnte der Mobber einen Schmähgesang im Unterricht vor sich her singen, der vom Gemobbten handelt. Der wird anfangs noch verwundert sein und nicht reagieren. Er denkt vielleicht: „Meint der wirklich mich, handelt es sich vielleicht um eine Verwechslung?" Nun kommt es aber zu den nächsten Vorfällen: Er wird auf ein Mädchen geschubst, mit dem er sich zuvor noch recht gut verstanden hatte; sein Schulranzen wird versteckt; er bekommt Schläge und wird imitiert. Außerdem werden immer mehr Unwahrheiten verbreitet. Der Psychoterror geht über Monate, gar Jahre.

Definition von Mobbing und Folgeerscheinungen

Die weitläufige Definition von Mobbing ist nun erfüllt, nämlich das Zufügen von seelischen Demütigungen über einen längeren Zeitraum, die recht häufig zu akuten psychischen Problemen führen. Diese können sich in Zwängen, Depressionen, Stimmungsschwankungen, Gereiztheit und sonstigen Symptomen zeigen. Darüber hinaus kann es zu psychosomatischen Symptomen in Form von Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, Rückenschmerzen, Allergien, Ohrenschmerzen und so weiter kommen. Durch den ständigen Stress kann die Angstempfindlichkeit erhöht sein; werden Mobbingopfer in der gängigen Literatur nicht bereits als ängstlich beschrieben, kommt es nun zu noch stärkeren Angstattacken. Auf Alltagssituationen wird noch heftiger reagiert, was die allmählich einsetzende Isolation beschleunigt; da man sich im Extremfall nicht mehr zutraut, die Wohnung zu verlassen.

Des Weiteren wird die passive Art des Opfer verstärkt. Häufig hatte dieses schon vorher nicht genügend Mittel sich zu wehren. Nun ähnelt das Ganze aber einem Tier, dem man beim Berühren eines Knopfes - um an die Nahrung zu gelangen - Elektroschocks verabreicht. Dieses verweigert die Nahrungsaufnahme, selbst nachdem der Knopf mit den bestialischen Elektroschocks entfernt wurde. Die Erfahrung lehrt es einfach, dass es keinen Sinn hat. Dadurch, dass sich der schmerzende Gesichtsausdruck einbrennt und auch kein unbefangener Umgang mit Humor möglich ist, sinkt der soziale Status innerhalb der Klassengemeinde weiter. Das Opfer gilt zunehmend als mürrisch und seltsam, was durch das Verbreiten von Unwahrheiten noch weiter verstärkt wird.

Zu selten erwähnte Spätfolgen der Quälereien

Meist enden die Probleme eines Gemobbten aber nicht mit dem Verlassen der Schule, denn Stress kann bekanntlich zu vielen Folgekrankheiten führen. Auch in Zukunft fällt es vielen schwer, Vertrauen zu anderen zu fassen und soziale Beziehungen einzugehen. Gerade das Eingehen von Liebesbeziehungen ist bei ehemals Gemobbten ein schwerwiegendes Problem - nicht selten kommt es zum Schicksal als Dauersingle oder gar Vereinsamung. Weitere Spätfolgen sind eine reduzierte Lebenserwartung, Borderline-Syndrom, ein erhöhter Stresspegel und Depressionen in Folge eines negativen Selbstbildes, mangelnder Liebe, Vereinsamung oder der nie verarbeiteten inneren Konflikte.

Bei Männern fallen die Spätfolgen und die akuten Probleme meist heftiger aus. Es wird versucht, mit Hilfe genetischer und gesellschaftlicher Erklärungsmodelle den Zusammenhang zwischen Geschlecht und Stärke der Symptome zu erklären. Das Mobbing unter Jungen ist meist körperlicher, während bei den Mädchen subtilere und intrigantere Methoden gängig sind - dies ist aber nur tendenziell zu verstehen. Es kann auch zu Demütigungen zwischen Jungen und Mädchen und umgekehrt kommen. Es gibt innerhalb einer Klassengemeinde meist ein bis zwei der sogenannten „schwarzen Schafe". Opfern bleibt meist nur ein Schulwechsel, um den den Quälereien zu entkommen.

Quellen:

Name des Bildes von alvimann:  Art_Man_, Alvimann von http://www.morguefile.com/creative

Heiko Löwa - Ich arbeite in einem kaufmännischem Beruf und bin über das Internet auf dieses Autorennetzwerk gestoßen. Auf dieser ...

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