Mobbing kann viele Gesichter haben. Da wird ein Kind wegen seiner Kleidung gehänselt, ein anderes wegen seiner Unbeholfenheit beim Sport ausgelacht, von einem Schüler wird Geld erpresst, damit er in Ruhe gelassen wird oder jemand wird immer wieder bei passender Gelegenheit verprügelt. Die Täter sind Kinder, die ihr eigenes Selbstwertgefühl steigern wollen, indem sie andere unterdrücken und/oder quälen. Diese Machtspiele sind dann erfolgreich, wenn die Opfer sich nicht wehren, oft nicht wehren können, weil sie von mehreren Tätern bedrängt werden.
Signale des Mobbings erkennen
Dass jemand gemobbt wird, ist oft nicht gleich zu durchschauen, denn die meisten Kinder erzählen zu Hause nicht, dass sie schikaniert werden. Sie glauben, dass sie selbst an der Situation schuld sind und schweigen aus Scham. Sie schlucken den Ärger, den Kummer oder die Angst hinunter und ziehen sich zurück. Daher sollte man bei folgenden Symptomen daran denken, dass sie Auswirkungen eines Mobbings sein könnten:
- Das Kind hat plötzlich Angst vor der Schule und schwänzt möglicherweise häufiger
- Seine Leistungen lassen deutlich nach
- Es „verliert“ immer wieder Geld (Das kann bedeuten, dass es erpresst wird!)
- Schlafstörungen und Alpträume stören die Nachtruhe
- Es leidet unter Appetitlosigkeit, Bauch- oder Kopfschmerzen
- Die Konzentration ist erheblich gestört
- Manche fangen an zu stottern
- Einige Kinder werden zu Bettnässern
- Häufige äußerliche Verletzungen deuten daraufhin, dass hier Gewalt angetan wurde
- In schweren Fällen kann es durchaus Selbstmordversuche geben!
Erste Schritte gegen Mobbing unternehmen
Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Kind gemobbt wird, machen Sie ihm deutlich, dass es nicht allein ist und Sie ihm helfen können. Je eher dies geschieht, umso leichter kann eine Mobbing-Situation beendet werden. Wenn sich das Problem schon seit langem hochgeschraubt hat, ist es schwer, einen Ausweg zu finden. Obwohl die meisten Aktionen außerhalb der Schule stattfinden, sollten sie trotzdem nicht gleich mit den Eltern der Täter Kontakt aufnehmen, sondern zunächst mit dem jeweiligen Klassenlehrer sprechen. Er kann die Kinder in separaten Gesprächen leichter überzeugen, dass sie sich falsch verhalten und einen großen Schaden angerichtet haben. Je nach Ausmaß des Mobbings können auch die Schulleitung und der Elternbeirat helfen.
Hilfe für Eltern und Lehrer
Lässt sich das Problem nicht lösen, sollten Eltern und Lehrer bei einer Beratungsstelle Hilfe suchen. Bei einem Elternabend, an dem alle Eltern teilnehmen sollten, damit sie über die Vorgänge in der Klasse informiert sind, kann ein Berater Vorschläge machen, wie man mit den Tätern umgeht und weiteres Mobbing verhindert. Den Eltern des Opfers können Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie man seinem Kind den Rücken stärkt und sein Selbstbewusstsein wiederherstellt. Hier sollte man den schulpsychologischen Dienst in Anspruch nehmen oder, wenn eine solche Einrichtung nicht zur Verfügung steht, den Psychotherapeutischen-Informationsdienst PID. Dort bekommt man kostenlos Adressen vermittelt, die weiterhelfen können. Auch Eltern von Tätern brauchen Rat!
Mobbing vorbeugen
Sollte in Gesprächen mit dem Kind klar werden, dass sich ein Konflikt anbahnt, können die Eltern bereits Hinweise geben, wie das Kind mit der Situation umgehen sollte, damit es gar nicht erst in eine Opferrolle gerät. Wichtig ist eine rechtzeitige Lösung der Probleme, damit sich die Fronten gar nicht erst verhärten können!
