Junge Menschen, die sich gerne mit Stoffen, Mode, Farben und Formen auch zum Beispiel von italienischen Herrenschuhen, beschäftigen, kommen oft auf die Idee, einen Beruf in der Modebranche zu wählen. Sie bewundern die Mannequins auf dem Laufsteg und beneiden sie um ihre Nähe zu Glanz und Glamour. Die Laien bestaunen die Art, wie Kleidung präsentiert wird, und sähen sich gerne an der Stelle der Modedesigner, die meist nach der Show geehrt werden. Nicht selten platzt diese Seifenblase, wenn der Modeschüler merkt, dass mit diesem Beruf viel Ehre, aber auch viel Arbeit verbunden ist. Nicht selten verzichtet der Schüler kurzfristig auf Annehmlichkeiten des täglichen Lebens, um langfristig eventuell Erfolg zu haben. Um ein Modedesigner zu werden braucht der Schüler eine gute Ausbildung, um es wirklich zu sein viel Können, ein gepflegtes Äußeres und eine ausgeglichene Persönlichkeit. Interessant ist auch der Traumberuf Modejournalist.

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So kann eine Ausbildung zum Modedesigner aussehen

Der Beruf eines Modedesigners kann durch dreijährige Studiengänge an Fachhochschulen, Kunsthochschulen oder Universitäten erlernt werden. Private und staatliche Modeschule bilden ihre Absolventen überwiegend praxisbezogen aus. Der Modefachschulleiter Hartmut Hopf, Modefachschule Sigmaringen, gibt Auskunft über seine Berufserfahrungen.

Welche Voraussetzungen sollte der ideale Student bei Ihnen erfüllen?

Neben mindestens einem guten Abschluss der mittleren Reife werden hohe Motivation, gestalterische Eignung, psychische und physische Belastbarkeit und eine Riesenportion Fleiß erwartet. Erfahrungen im Beruf stehen nicht im Vordergrund. Der Interessent kann in unserer Modefachschule in Sigmaringen jederzeit kostenlos am Unterricht teilnehmen und vor Ort erproben, ob dieser Beruf das Richtige ist.

Wie viele Studenten beginnen jährlich bei ihnen das Studium und wo siedeln sie sich beruflich an?

In der Regel beginnen zwischen 50 und 75 Studenten pro Jahr. Wir geben keine Vermittlungsgarantie, unsere Vermittlungsquote ist aber schon viele Jahre sehr hoch. Unsere Absolventen arbeiten für kleine und große Labels in der modischen Industrie, aber auch beim Theater, dem Film, für die Presse, dem Handwerk. Einige machen sich mit eigenen Kreationen wie Marco Marcu oder der Multimillionär und Deutschlands Pelz- und Lederkönig Alfredo Pauly selbstständig. Unser Erfolgsrezept?

  1. Eine interdisziplinäre Ausbildung
  2. Den Anfängern vermitteln, dass die Ausbildung hart sein wir und sie von Null anfangen müssen um irgendwann einmal, eventuell, Erfolg zu haben
  3. Alle Schüler erhalten ein perfektes Bewerbungstraining und eine persönliche Vorbereitung zum Bewerbungsgespräch.

Die schulische Ausbildung ist nicht alles

Alle erfolgreichen Fachleute in der Branche wissen, dass zusätzlich zur Ausbildung noch eine gute Portion Talent, Ehrgeiz und Durchhaltevermögen gehört. Um die Anstrengungen im Beruf menschlich durchstehen zu können, brauchen Schüler Zusatzqualifikationen, Soft Skills, die sie auf ihrem Weg Modedesigner zu werden standhafter machen.

Erfahrung der Studenten mit der Ausbildung

Viele Studenten gehen, so stellen Studienbeobachter fest, relaxt an das Studium heran. „Ich habe mir am Anfang Zeit gelassen“ erklärt die Studentin Irene ihren momentanen Stress. Sie muss im Nachhinein einige versäumte Grundlagen legen und empfiehlt lieber gleich am Ball zu bleiben, um für unvorhergesehene Ereignisse ein Zeitfenster zu haben. Claudia betont, dass sich die Anwärter im Vorfeld gründlich mit der Umgebung und der Unterkunft am Ausbildungsort vertraut machen sollten. Felix weist auf seine besondere Stellung hin, denn es gibt weniger junge Männer in der Ausbildung.

Alle stellten sie fest, dass die Grundlage eines gefeierten Labels harte Arbeit ist. Sie hoffen darauf, dass wenn sie dann dem Studium treu geblieben sind, sie genügend Format und Durchstehvermögen haben, um ihren eigenen Stil zu entwickeln. Die Ausbilder wissen: Wenn „der Knoten geplatzt ist“, haben die angehenden Modedesigner die Grundlagen ihres Berufes erworben und können nun mit ihren Fähigkeiten mit Stoffen, Schnitten und Linienführung experimentieren. Das geschieht am Ausbildungsplatz und vielfach danach noch zu Hause am Zeichenbrett, dem Computer oder der Nähmaschine.

Studenten bestätigen, dass eine wöchentliche Arbeitszeit von 60 Stunden während des Studiums keine Seltenheit ist. Dazu kommt die bange Ungewissheit, ob das Modell, an dem gearbeitet wird, den Erfordernissen der Lehrer genügen wird und ob es vor den Augen der Mitschüler besteht. Vor Modeschauen oder Präsentationen liegen, so erwähnen einige lachend, allen die Nerven blank. „Dann steigt Backstage das Lampenfieber und entlädt sich nach der Show bei klärenden Gesprächen und einer Party“, bestätigt Julie. (Alle Namen von der Redaktion geändert.) Für viele Studenten stellt sich die Frage, warum sie, die Modelle entwerfen wollen, über so viel Grundwissen bezüglich der Stoffe haben müssen. Die Experten entgegnen, dass nur die Schüler die den genauen Werdegang von Seide, Wolle, Leinen und Kunstfaser kennen, ermessen können, wie wertvoll der Werkstoff ist und wie er, seinen Erfordernissen entsprechend, sinnvoll eingesetzt werden kann. Sie betonen weiterhin, dass heute auch eine umfassende Ausbildung am Computer und die Einarbeitung in der erforderlichen Software zur Ausbildung gehören.

Wie kann man die Ausbildung zum Modedesigner finanzieren?

Die Ausbildung zum/zur Modedesigner/in ist gebührenpflichtig. Damit sich der Wunschberuf finanzieren lässt, sind oft Studienkredite möglich, die in vielen Fällen erst nach dem Abschluss des Studiums getilgt werden müssen.

Quelle: Modefachschule Sigmaringen