Energiegeladen wartet Ali Sabanci in der schicken Lobby des Luxus-Hotels Ritz-Carlton am Potsdamer Platz. Die Tourismusmesse ITB ist der Anlass für seine Berlin-Reise. Der erst 39-jährige Vorstandspräsident der türkischen Fluggesellschaft Pegasus Airlines hat trotz der Weltwirtschaftskrise gute Neuigkeiten im Gepäck. Der Sohn des Unternehmer-Patriarchen Sevket Sabanci, der mit seiner internationalen Holding rund 65 Unternehmen mit 45.000 Mitarbeitern kontrolliert, hat zudem gut lachen. Um die 15 Milliarden US-Dollar Umsatz fährt die Sabanci Holding jährlich ein. Vornehmlich im krisensicheren Gesundheits- und Ernährungsbereich. Doch auch das Tochterunternehmen, die Linienfluggesellschaft Pegasus Airlines, welches unter der Obhut des Milliarden-Erben Ali Sabanci den Sprung nach Europa schaffte, läuft wie geölt.

Die Formel für Erfolg von Ali Sabanci

„Wir investieren und wachsen auch in der allgemeinen Krisen-Stimmung“, konstatiert Sabanci. Der zweifache Vater und Ehemann von Vuslat Dogan Sabanci, die übrigens erfolgreich die Geschicke ihres eigenen Familienunternehmens führt und damit quasi als Oberhaupt der türkische Medien-Dynastie Dogan fungiert, strahlt dabei einen beinah unverschämten Optimismus aus. Er hat aber auch allen Grund dazu: Seit fünf Jahren ist er der Präsident der expandierenden Firma und in dieser Zeit wuchs Pegasus zur zweitgrößten Airline heran. Derweil wurden die aktuellen Wachstums-Pläne bis zum Jahr 2015 festgezurrt - auch für die NRW-Flughäfen Köln, Düsseldorf, Niederrhein (Weeze) und Münster. Sein Erfolgs-Rezept: „Ich wusste nicht viel übers Flug-Geschäft, deshalb stellte ich viel dumme Fragen“, lächelt der Multi-Milliardär und fährt fort: „Das führte dann glücklicherweise zu klugen Ideen.“

Eine davon brachte Pegasus in der Türkei einen Markteinteil von 15 Prozent ein, indem er eine neue Zielgruppe anpeilte: Die im Westen der Türkei beschäftigten Arbeiter-Massen. Früher reisten sie via Bus vom Großraum Istanbul oder Ankara in die weit entfernt liegenden Heimatregionen. Sabanci: „Wir habe es geschafft, die Leute erstmals ans Fliegen heranzuführen, die zuvor mit dem Bus bis nach Dyabakir oder Van gefahren sind.“ Weil die Arbeiter zudem weit im Voraus wissen, wann sie wieder in den türkischen West-Zentren zur Arbeit antreten müssen, können sie auch früh buchen. „Und damit die günstigen Tarife nutzen, die nicht teurer sind als eine beschwerliche Busfahrt“, erklärt Sabanci und strahlt: „Wir haben die Reisegewohnheiten der Türken verändert.“

Mit Pegasus zweimal die Woche ab NRW in den Türkei-Urlaub

Seit 2005 ist Pegasus auch in Deutschland aktiv. Doch nicht allein die hiesigen türkischstämmigen Kunden, die Pegasus längst als Marke entdeckten und rege für ihre Besuche in die alte Heimat nutzen, hat Sabanci im Blick: „Mit modernen Boeings, transparenten Gebühren und fairen Spielregeln bei der Buchung der günstigsten Flugangebote möchte ich zusammen mit meinen 800 Mitarbeitern alle Deutschen als Kunden gewinnen.“ Um bereits satte 33 Prozent stieg 2008 die Zahl der Flüge ab Deutschland auf 3200 Starts. 2009 kamen insgesamt 24 Pegasus-Flieger zum Einsatz, 2010 steigt die Zahl weiter, bis 2015 sollen es schon 33 zumeist brandneue Boeings sein. Hamburg, Berlin, Hannover, München, Leipzig, Stuttgart; im Westen Köln, Düsseldorf, Münster und seit einem Jahr Weeze (Flughafen Niederrhein), sind die Abflughäfen. Zweimal die Woche können Urlauber aus NRW direkt zum Touristen-Zentrum Antalya fliegen. Ab Köln und Düsseldorf geht es zudem nach Istanbul. Die Flugreisen mit Pegasus sind im Internet buchbar: Für Flugpreise ab 50 Euro nach Istanbul oder 50 bis 100 Euro nach Antalya: „Wer allerdings von heute auf Morgen verreisen möchte, der zahlt auch mal 300 Euro“, rechnet Sabanci vor und wirbt gewohnt energiegeladen: „Pegasus ist pünktlich, modern, sicher und günstig. Deutschland wir kommen.“