Modetrend: Emo-Styling und Lebensgefühl

Emo-Girl in Pompeji - Paul-Georg Meister, Pixelio
Emo-Girl in Pompeji - Paul-Georg Meister, Pixelio
Auch wenn die Stilrichtung Emo auch ein bestimmtes Lebensgefühl verkörpert, so tragen dennoch auch viele Nicht-Emos gerne eine entsprechende Frisur.

Das Kurzwort Emo ist die Abkürzung für „Emotional Hardcore“, wobei die musikalischen Ursprünge auf den Hardcore-Punk der Neunziger zurückgehen, sodass sich hieraus ein eigenständiger Stil, der Emo-Core, entwickelt hat. Die von Emos gerne gehörte Musik beschäftigt sich mit allen Themen rund um Liebe und Gefühlswelt, wobei sich das Lebensgefühl von Oberflächlichkeit in jedweder Hinsicht abheben möchte. Beispiele für klassische Emo-Bands sind unter anderem Sick Of It All, Silverstein und Fall Out Boy. Als ganz frühe Vorreiter der heutigen Emo-Szene werden die in den Siebziger Jahren sehr erfolgreichen Punk-Bands Ramones und Sex Pistols genannt.

Unterart des Emocore ist der Screamo („Schrei-Emo“), wobei es sich um eine etwas härtere Gangart des Genres handelt.

Emo-Frisuren als modischer Trend

In diversen Comedy-Reihen wie zum Beispiel „Switch Reloaded“ (Pro7) werden die Emo-Frisuren oft spöttisch in den Parodien auf RTL-Moderator Olli Geißen als „Emo-Friesi“ bezeichnet. Obwohl vielfach der Eindruck entsteht, dass Emos von anderen Jugendbewegungen und Vertretern anderer Musikrichtungen nicht immer ernst genommen werden (zum Beispiel die selbst ernannten „true Metaller“, denen es niemals in den Sinn käme, sich zu stylen wie ein Emo), so besteht jedoch bei vielen jungen Menschen dennoch der Wunsch, eine Emo-Frisur zu tragen – auch wenn sie sich unter Umständen nicht mit dem Lebensgefühl der Emos identifizieren können und/oder sich eher der Gothic- oder Punk-Szene zurechnen. Wie aus unterschiedlichen Internet-Foren zum Thema Frisur und Styling hervorgeht, stehen Emo-Frisuren gerade bei Jugendlichen hoch im Kurs, auch wenn sie dem Lebensgefühl der Emos nichts oder zumindest nicht viel abgewinnen können.

Wie sehen Emo-Frisuren aus?

Die meisten Emos färben ihre Haare schwarz, sofern sie nicht ohnehin von vorneherein das Glück haben, von Natur aus schwarze Haare zu haben. Aus diesem Grund fragen viele Jugendliche mit naturblondem Haar in Emo-Foren nach, ob es auch „blonde Emos“ gibt, weil eine Umfärbung auf Schwarz nicht möglich sei. Von anderen Nutzern erhalten Sie vielfach freundliche Lösungsvorschläge.

Der Pony wird oft sehr lang gelassen, wobei die Jungs sich häufiger einen Seitenscheitel kämmen. Die Mädchen tragen ihre Emo-Frisur meist ohne Seitenscheitel, sondern stattdessen mit langem Pony. Sie verzieren ihre oft kinnlangen Haare aber gerne mit Haarbändern oder -reifen, die über Accessoires wie unter anderem Totenköpfe, Würfel oder Herzen verfügen.

Vielfach werden auch von Geschlechtern breite, bunte Strähnen ins Haar eingearbeitet. Die bevorzugten Farben sind in diesem Zusammenhang pink, rot oder lila, seltener auch grün.

Die klassischen Farben der Emos bei den Klamotten

Wie bei anderen Modestilen auch, werden oft hell und dunkel miteinander kombiniert. Kariert ist ein beliebtes Muster bei der Kleidung von Emos, unifarben ist jedoch genauso gern gesehen. Wie bereits angesprochen, zählen die Farben Pink, Schwarz, Rot, Lila und Grün zu den bevorzugten Farben im Styling der Emos.

Der Totenkopf auf langen Shirts ist bei Emos ebenfalls sehr beliebt, wenn auch meist eher in der entschärften Version aus Strasssteinen. Von echten Metal-Fans werden deshalb Mädchen mit Emo-Styling auf Konzerten in Leserbriefen – unter anderem an den Metal Hammer – als „Girlies mit Glitzer-Totenkopf-Shirt von H & M“ abqualifiziert. Metaller bevorzugen meist die morbidere Variante, also einen „echten“ Totenkopf ohne irgendwelchen modischen Schnickschnack.

Emo: eine Mischung aus aktuellen oder vergangenen Trends

Betrachtet man das Styling der Emos, so fällt auf, dass sich ihr Styling aus mehreren aktuellen oder vergangenen Trends zusammensetzt. Der lange Pony beziehungsweise die lange Strähne am Pony war Anfang der Achtziger einst das Markenzeichen der Popper, während die Buntfärbung der Haare aus dem Punk stammt. Viele Gothics – vor etwa 25 Jahren noch als Waver bezeichnet – färben ihre Haare gerne schwarz, manchmal mit roten Strähnen versehen. Von den Schuhen her – Chucks von Converse oder karierte Vans – erinnert dies eher an die Skater-Szene. Röhrenjeans waren vor allem bei den Metal-Fans Anfang bis Mitte der Achtziger total angesagt und wurden auch von vielen Bands des Genres entsprechend auf der Bühne getragen.

Quellen:

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Bildnachweis:

Emo-Girl in Pompeji: © Paul-Georg Meister, Pixelio

Bunte Würfel „Emotion“: memephoto, Pixelio

Chucks: © Dr. Klaus-Uwe Gerhardt, Pixelio

Alexandra Döll, Autorin, Marina Hong, Düsseldorf

Alexandra Döll - Persönliche Daten: geboren 1974 in Essen, wohnhaft ebendaFamilienstand: ledig, keine KinderAbitur 1993, anschließend ...

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