Monaco und die Grimaldis

Blick auf den Fels von Monaco - Markus Weis
Blick auf den Fels von Monaco - Markus Weis
Seit 1297 herrscht die Familie Grimaldi über das Fürstentum Monaco. Dieser Artikel soll Schlaglichter aus Monacos Geschichte als Fürstentum erzählen.

Die Geschichte der heutigen Fürsten von Monaco lässt sich bis zum Genuesischen Konsul Otto Canella, der 1143 starb, zurückverfolgen. Grimaldo Canella, dessen jüngster Sohn, wird auch heute noch als Namensgeber des Grimaldiclans angenommen. Seit jeher war die Familie Grimaldi in Genua politisch engagiert. So auch zu der Zeit, als es zu politisch-religiös motivierten Auseinandersetzungen zwischen den kaisertreuen Waiblingern (Ghibellinen) und den ans Papsttum glaubenden Welfen (Guelfen) kam.

Die Vertreibung aus Genua und die Eroberung Monacos

Die Familie Grimaldi kämpfte auf Seiten der Guelfen, die sich gegen den Kaiser gestellt hatten. Als es zu einer für die Guelfen nahezu vernichtenden Schlacht kam, wurden neben vielen Anhängern dieser Gruppierung auch die Grimaldis aus Genua vertrieben. Von diesem Zeitpunkt an waren sie als Raubritter und Piraten gefürchtet. Im Jahr 1297 erreichten sie schließlich unter der Führung von Francesco Grimaldi den Fels von Monaco, der zur Stadt Neapel gehörte. Hier befand sich zu dieser Zeit ein Kloster. Unter dem Vorwand, ein Lager für die Nacht zu suchen, klopfte er als Franziskanermönch verkleidet an die Pforte des Gotteshauses. Als ihm Einlass gewährt wurde, gelang es ihm, nachts den Rest seines Clans, der sich versteckt gehalten hatte, in den Komplex zu schmuggeln. Es kam zur Vertreibung der Mönche und die Grimaldis nannten sich fortan Herren über Monaco. Doch dies währte nicht lange.

Aberkennung und Wiedererhalt Monacos

Fast genau anderthalb Jahre blieb die Herrschaft der Familie Grimaldi über Monaco unangetastet. Schon im Juli 1298 erreichte Karl II. von Anjou, der seit 1285 König von Neapel war, durch die La Turbie-Konvention, dass von diesem Zeitpunkt an keine Lebensmittel und Nachrichten mehr Monaco erreichen durften. Die Umsetzung dieses Boykotts ging erst nur schleppend voran. Im Jahre 1301 sah man sich dann jedoch gezwungen, dass Land an die Führung von Neapel zurückzugeben. Hierfür bekam die Familie Grimaldi 5.900 Pfund als Entschädigung.

In den folgenden Jahren begab sich Raniero Grimaldi (Rainier I.), der von 1297 bis 1301 der erste Herr über Monaco gewesen ist, für Philipp IV. - den Schönen - als Söldnerführer in den Krieg. Er wurde zum Admiral Frankreichs ernannt, bekam Freiherrschaften, Herrschaften und Baronien geschenkt, für sein Auftreten als Kommandeur der Flotte im englisch-französischen Krieg. Im Jahr 1331 bekam dann Ranieros Sohn Carlo Grimaldi von Philipp VI. de Valois die Herrschaft über Monaco mitsamt einer Besitzurkunde überschrieben.

Monaco ab 1489

Die Unabhängigkeit Monacos wurde durch Frankreich im Jahr 1489 anerkannt. Die Thronfolge war an die Familie Grimaldi gebunden. Bei Aussterben der Herrscherfamilie wäre das Gebiet Frankreich zugefallen. Nach einem Vertrag von 1918 bliebe Monaco jedoch auch im Fall des Aussterbens unabhängig und würde von Frankreich als autonomes Protektorat regiert werden.

Seit Mai 1993 ist Monaco ständiges Mitglied der Vereinten Nationen, seit dem Jahr 2000 hat Monaco eine Gesandschaft bei der Europäischen Union und seit 2004 im Europarat vertreten. Dies alles hatte Rainier II. ermöglicht, der das Land von 1949 bis zu seinem Tod am 6. Mai 2005 regiert hatte. Nach einer Trauerpause übernahm dessen Sohn Albert II. am 12. Juli die Amtsgeschäfte des Fürstentums offiziell.

In jüngster Vergangenheit wurde von einer Kommission der EU immer wieder angemahnt, dass die Monarchie Monaco unter mangelndem Demokratieverständnis leide, die Pressefreiheit eingeschränkt sei und die Kooperation Monacos mit anderen europäischen Staaten zu wünschen übrig lasse. Zuletzt hat das Fürstentum von sich reden gemacht durch die Hochzeit des Monarchen Albert II. mit der ehemaligen südafrikanischen Schwimmerin und Olympionikin Charlene Wittstock.

Literatur

  • Grosse de Cosnac, Bettina: Der Clan von Monaco – Geschichte und Gegenwart der Grimaldis. Europa-Verlag, Hamburg 2002.
  • Loh, Norbert : Rainier von Monaco. Ein Fürst und seine Familie. Droemer Knaur Verlag 2005.
  • Veszelits, Thomas: Die Monaco AG. Wie die Grimaldis ihr Fürstentum vergolden. 2006.

Worlitz, Jürgen: Monaco Tragik und Glanz der Fürstenfamilie. Moewig Verlag 1993.