
- Janraisig Datsan im Gandan-Kloster in Ulan Bator - © Lucy M. Laube
Eine Reise in die Mongolei führt in den allermeisten Fällen auch in die Hauptstadt Ulan Bator oder Ulaanbaatar, und sei es vielleicht nur als notwendige Durchgangsstation, um die mongolische Steppe oder die Wüste Gobi zu erkunden. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Ulan Bators, auch kurz UB genannt, gehört das Gandan-Kloster.
Die Historie des Gandan-Klosters in Ulan Bator
Seit 1838 befindet sich das Gandan-Kloster an seinem heutigen Standort westlich der Innenstadt UBs. Bis in die 1930er Jahre wuchs das Kloster an und beherbergte schließlich etwa 5000 Mönche. Damals gab es neun Datsans (Institute) und eine Bibliothek, und Gandantegchinlen, wie das Gandan-Kloster in der Langform heißt, war zu einem bedeutenden Zentrum des lamaistischen Buddhismus in der Mongolei geworden.
In den 1930er Jahren zerstörten die Kommunisten Hunderte von Klöstern in der Mongolei, töteten Mönche oder sperrten sie ein, und auch Gandan blieb davon nicht verschont. Fünf Tempel des Klosters wurden vernichtet, die übrigen Gebäude von russischen Funktionären besetzt.
1944 wurde der Klosterbetrieb in Gandan wieder aufgenommen, allerdings unter strenger Überwachung der sozialistischen Regierung. Erst 1990, nach dem politischen Wandel in der Mongolei, ging es mit dem Buddhismus im Land und dem Gandan-Kloster wieder aufwärts, und ein Restaurationsprogramm wurde gestartet.
Das Gandan-Kloster heute – mit einer neuen Janraisig-Statue
Heute gibt es im Gandan-Kloster zwar wieder eine Reihe Datsans und Tempel, aber nur um die 900 Mönche – kein Vergleich zu den Hochzeiten des Klosters. Die Tempel sowie die gesamte Klosteranlage sind jedoch auf jeden Fall einen Besuch wert und sehr schön anzusehen. Es gibt Tempel in tibetischem und welche in chinesischem Baustil.
Ein Höhepunkt – im wahrsten Sinne des Wortes – ist die 26,5 Meter hohe Janraisig-Statue, die sich im Janraisig Datsan befindet. Janraisig oder Bodhisattva Avalokiteshvara, ursprünglich 1911 entstanden, wurde 1938 von kommunistischen Truppen zerstört. Mit Spendengeldern der buddhistischen Gemeinde wurde jedoch eine neue Figur erschaffen, aus Kupfer und vergoldet, die 1996 fertig gestellt wurde.
Buddhistische Universität der Mongolei
Auf dem Gelände des Gandan-Klosters befindet sich auch die Buddhistische Universität der Mongolei, die 1970 gegründet wurde. Zu den hier angebotenen Studiengängen gehören Buddhistische Philosophie und Gesang, Sanskrit, Traditionelle Medizin und Astrologie.
Gebetsmühlen und buddhistische Mitbringsel
Sehr schön sind auch die zahlreichen Gebetsmühlen, die sowohl in als auch außerhalb der Gebäude zu sehen sind. Vorne links auf dem Gelände des Klosters sowie in der näheren Umgebung gibt es kleine Läden mit Devotionalien des lamaistischen Buddhismus – Gebetsfahnen, Hadags (Seidenschals) Gebetsmühlen, Räucherstäbchen und andere hübsche kleine Dinge.
Und hier noch ein weiterer Reisetipp: Das älteste buddhistische Kloster der Mongolei ist Erdene Zuu. Erdene Zuu liegt nahe der ehemaligen Hauptstadt Karakorum, etwa 350 Kilometer von UB entfernt.
