
- Eastern Zuu Tempel im Kloster Erdene Zuu Mongolei - © Lucy M. Laube
Mitten in der Mongolei, mitten in Zentralasien, etwa 350 Kilometer von der heutigen Hauptstadt Ulan Bator (auch: Ulaanbaatar) entfernt, liegt der Klosterkomplex Erdene Zuu. Das Kloster wurde an einem geschichtsträchtigen Ort errichtet, bei Karakorum im Aimag (mongolische Provinz) Övörkhangai. Das alte Karakorum war die Hauptstadt des Mongolenreiches Dschingis Khans. Steine der mittelalterlichen Stadt fanden bei der Errichtung der Grundmauern des Klosters eine neue Verwendung.
Die Geschichte des Klosters Erdene Zuu
Erdene Zuu, das älteste Kloster der Mongolei, wurde im Jahr 1586 gegründet. Zu dieser Zeit gewann der Buddhismus in der Mongolei an Bedeutung. Statuen wie die der Gottheit Gombogur wurden ins Land gebracht und sind noch heute in Erdene Zuu zu sehen. Die Anlage besteht aus mehreren Tempeln und einem Komplex von Gebäuden, die nach und nach entstanden sind. In den Hochzeiten des Klosters lebten dort über 1000 Mönche.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Kloster mehrfach zerstört, wieder aufgebaut und verändert. Mandschurische Eroberer zerstörten Erdene Zuu und die Stadt Karakorum wiederholt. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts beherbergten die Mauern von Erdene Zuu schließlich 62 Tempel und die weitere Entwicklung ging langsamer voran. Mittlerweile gab es überall im Land Klöster und Tempel, dennoch ist Erdene Zuu bis heute eine bedeutende Pilgerstätte geblieben.
In den 1930er Jahren fiel ein Großteil des Klosters stalinistischen Säuberungen zum Opfer, und die Mönche wurden vertrieben. Nur einige kleinere Tempel und ein Teil der Außenmauer haben diesen Angriff überstanden. Erst nach dem Fall des Kommunismus, 1990, wurde Erdene Zuu erneut ein aktives buddhistisches Kloster.
Erdene Zuu heute – lamaistischer Buddhismus, Klosterschule und Museum
Das quadratische Gelände des Klosters Erdene Zuu wird von einer Mauer mit 108 Stupas und vier symmetrisch mittigen Toren umschlossen. Jede Seite der Mauern ist 400 Meter lang. Es gibt einige wunderschön restaurierte Tempel. Trotz der wiederholten Zerstörungen findet sich eine Vielzahl von beeindruckenden Artefakten.
Heute leben wieder Mönche in Erdene Zuu, wenn auch bei weitem nicht so viele wie zu den Glanzzeiten des Klosters. Außerdem gibt es eine Dalai Lama-Klosterschule, und ein Teil der Gebäude wird seit 1965 als Museum genutzt.
Einige der Tempel von Erdene Zuu
- Gol Zuu-Tempel
Avtai Sain Khan, der 1586 den 3. Dalai Lama traf, ließ als ersten Tempel in Erdene Zuu den Gol Zuu-Tempel erbauen. Hier sollte das Zentrum des mongolischen Lamaismus entstehen.
- Baruun Zuu-Tempel
Als nächstes wurde der Baruun Zuu-Tempel errichtet. Im seinem Inneren befinden sich drei Buddhafiguren: Kasyapa, Shakyamuni und Maitreya.
- Eastern Zuu-Tempel
Auch dieser Tempel beherbergt drei Statuen – Janraiseg, den Buddha Shakyamuni und Je Zonkhapa.
- Dalai Lama-Tempel
Wie der Name schon vermuten lässt, ist dieser Tempel dem Dalai Lama gewidmet. Er wurde nach einem Besuch beim 5. Dalai Lama Ngawang Lobsang Gyatsho errichtet.
- Tsamba-Tempel
Wie der Dalai Lama-Tempel wurde auch der aus drei Räumen bestehende Tsamba-Tempel 1674 erbaut.
- Blue Temple – der Blaue Tempel
Das blaue Dach weist eine einzigartige Konstruktion ganz ohne Verwendung von Nägeln auf.
- Shorgon Fence
Dieser Zaun aus Lärchenholz, ebenfalls ohne Nägel gefertigt, symbolisiert den Schutz vor äußeren und inneren Feinden. Bei religiösen Festen und Prozessionen wird der Zaun als Absperrung genutzt.
- Golden Stupa
Der Goldene Stupa ist umringt von acht kleineren Stupas und ist dem Lama Bogd Khan gewidmet, dem achten religiösen Oberhaupt des mongolischen Buddhismus und ab 1911 Herrscher der äußeren Mongolei. Mit 13 Metern ist der Goldene Stupa der höchste der Mongolei.
Praktische Hinweise zum Besuch in Erdene Zuu
Abgesehen vom normalen Eintritt wird extra zur Kasse gebeten, wer fotografieren oder filmen möchte. Angesichts dessen, was es dort zu sehen und festzuhalten gibt, lohnt es sich jedoch allemal. Auf dem Gelände gibt es mehrere Läden, in denen es Souvenirs und religiöse Requisiten wie Gebetsfahnen, Räucherschalen, Hadags (Seidenschals) und Gebetsmühlen gibt.
Ein weiteres großes und wunderschönes buddhistisches Kloster der Mongolei ist das Gandan-Kloster in der Hauptstadt Ulan Bator.
