
- 5 Freundinnen - Rike / www.pixelio.de
Die Dienstagsfrauen Judith, Caroline, Eva, Kiki und Estelle treffen sich seit ihrem gemeinsamen Französischkurs vor 15 Jahren jeden ersten Dienstag im Monat in ihrem Lieblingsrestaurant. Jedes Jahr fahren sie gemeinsam in den Urlaub, diesmal soll es eine Wanderung auf dem Jakobsweg sein, in Gedenken an Judiths verstorbenen Ehemann Arne.
Pilgern nach Lourdes
So brechen die fünf gestandenen Frauen zu ihrer Pilgerreise auf, manche schweren Herzens die Familie zurück lassen zu müssen, manche voller Erwartung dessen, was auf sie zukommen könnte. Kaum auf dem rechten Weg angekommen, tauchen die ersten Zweifel an der Wahrheit der Aussagen in Arnes Tagebuch auf. Die Freundinnen geraten in Streit und stellen immer wieder fest, wie unterschiedlich ihre Charaktere sind.
Wer eine Reise tut, der kann was erzählen
Doch erleben sie mehr Entdeckungen der unangenehmen Art. In vielerlei Hinsicht werden die Dienstagsfrauen auf der Reise überrascht. Ein verborgenes Geheimnis wird enthüllt und bringt den Lauf der Ereignisse ins Rollen. Nicht nur Arne hatte Geheimnisse vor seiner Frau, auch untereinander scheinen die Dienstagsfrauen manches nicht zu sehen oder nicht sehen zu wollen.
Lernen, sich selbst neu zu entdecken
Völlig aus der Bahn geworfen wird mitunter jede einzelne von ihnen. Umso überraschender skizziert Monika Peetz die Wandlung der fünf starken Charaktere, die man zum Ende hin kaum wiedererkennt. Aus der zerbrechlichen Judith wird eine selbstbewusste Frau, die sich ihre Fehler eingesteht und die Konfrontation mit ihrem Gegenüber aufnimmt. Caroline, die nichts aus der Ruhe bringen kann, verliert den Boden unter den Füßen und muss sich neu orientieren. Kiki lernt zu den Dingen zu stehen, statt immerzu wegzulaufen. Eva lernt sich selbst zu lieben und zuerst an sich zu denken und Estelle lernte auf die materiellen Werte zu verzichten, sofern sie unnützen Ballast darstellen.
Ein Ende kann auch ein Anfang sein
Einfühlsam lenkt die Autorin die Handlungen, die nach und nach ineinandergreifen. Am Ende der Reise geht jede der Dienstagsfrauen ihren eigenen Weg zurück, mit dem Flugzeug, mit dem Zug oder zu Fuß. Symbolhaft steht diese Spaltung auch für das Ende der Pilgerreise und den Beginn der eigenen neuen Lebensabschnitte, in welche sich die Frauen nun individuell einfinden müssen.
TV-Film
Der Film zum Roman lief in veränderter Version auf ARD.
Die Autorin
Monika Peetz, Jahrgang 1963, studierte Germanistik, Kommunikationswissenschaften und Philosophie in München. Sie war als Dramaturgin und Redakteurin tätig sowie in der Werbung und im Verlagswesen und als Drehbuchautorin.
Monika Peetz, Die Dienstagsfrauen, Kiepenheuer & Witsch, 15. Auflage, 2011, broschiert, 320 Seiten, 8,99€
